Wintersport

Albert Popov: Ein Bulgare mischt den Slalom-Weltcup auf

Von Lukas Zahrer
Albert Popov fuhr zuletzt zwei Mal in die Top-10.
© GEPA

Albert Popov hat sich innerhalb der letzten Tage ins Rampenlicht im alpinen Ski-Weltcup gefahren. Der 21 Jahre alte Bulgare fuhr sowohl in Kitzbühel als auch in Schladming mit einer hohen Startnummer sensationell in die Top-10.

Während arrivierte Läufer wie Henrik Kristoffersen und Andre Myhrer auf der eisigen Planai im zweiten Durchgang ausschieden, schlängelte sich Popov kontrolliert durch die 65 Tore und verbesserte sich mit der sechstbesten Laufzeit noch auf Rang sechs - sein bislang bestes Karriere-Ergebnis im Weltcup.

Nur drei Tage nach dem sensationellen neunten Rang in Kitzbühel mit Startnummer 71 hatte Popov erneut Grund zur Freude. Während er vor wenigen Wochen nur wahren Insidern ein Begriff war, fuhr sich der Technik-Spezialist schnell in die Herzen der österreichischen Ski-Fans.

Sölden 2015: Bulgarischer Cheftrainer verunglückt

Der Mann aus Sofia feierte bereits im zarten Alter von 17 Jahren sein Weltcup-Debüt, als er im Oktober 2014 beim Riesenslalom von Sölden erstmals am Start stand. Doch etwas mehr als ein Jahr später sollte er einen folgenschweren Schicksalsschlag miterleben.

Nach einer Trainingseinheit auf dem Rettenbachferner geriet das Mannschaftsauto des bulgarischen Skiverbandes ins Schleudern, rutschte über den Fahrbahnrand hinaus und stürzte rund 270 Meter über steiles Gelände in die Tiefe. Popov erlitt schwerste Verletzungen an seinem rechten Bein, überlebte aber wie durch ein Wunder ebenso wie ein Mannschaftskollege. Sein Cheftrainer Drago Grubelnik, einst selbst Weltcup-Starter für Slowenien, saß am Steuer und erlag in der Klinik in Murnau (Bayern) seinen Verletzungen.

"Danke für alles, was du mir in all den Jahren beigebracht hast. Wir werden dich vermissen und du wirst immer einen Platz in unseren Herzen haben", verabschiedete sich Popov auf Instagram von seinem Mentor.

Albert Popov: Comeback nach fatalem Autounfall

Popov erholte sich von dem fatalen Unfall und stand bereits dreieinhalb Monate und zahlreiche Schrauben im Sprunggelenk später wieder auf den Skiern. Er kämpfte sich stetig über FIS- und Europacup-Rennen zurück, brauchte aber einige Jahre, ehe er in der Weltspitze Anschluss fand.

"Bleibe immer positiv, egal was dir passiert", lautet sein Lebensmotto, und er sollte im vergangenen Jahr für seinen Einsatz erstmals belohnt werden. Mit einer Bronzemedaille bei den Junioren-Weltmeisterschaften im vergangenen Winter in Davos sicherte er sich einen Startplatz bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang und erfüllte sich einen langersehnten Traum.

Heute bildet Popov zusammen mit dem A-Kader des deutschen Skiverbands eine Trainingsgruppe. Die Saisonvorbereitung mit dem DSV machte sich bezahlt. Popov fährt seine erste volle Weltcup-Saison, in Levi fuhr er gleich im ersten Saisonrennen erstmals in seiner Karriere in die Punkteränge.

Ski-Weltcup: Albert Popovs Slalom-Ergebnisse der Saison 2018/19

OrtLandPlatzierung
LeviFinnland20.
Saalbach-HinterglemmÖsterreich43.
Madonna di CampiglioItalien16.
ZagrebKroatien33.
AdelbodenSchweiz35.
WengenSchweizAusfall
KitzbühelÖsterreich9.
SchladmingÖsterreich6.

Albert Popov: Slalom-Talent aus Bulgarien

Während er in den Riesenslaloms noch keinen zweiten Durchgang erreichen konnte, gelang ihm bei den Slalom-Rennen in Österreich der Durchbruch. Einem neunten Platz vom Ganslernhang ließ er am Dienstagabend im Night Race von Schlamding einen sechsten Rang folgen. Damit sorgte er für das beste Weltcup-Ergebnis eines Bulgaren seit dem sechsten Platz von Petar Popangelov in der Saison 1984/85.

Popov ist ein kleiner Athlet, seine 1,64 Meter Körpergröße nutzt er im Slalom aber zu seinem Vorteil. Auf eisigen Pisten fühlt sich der spritzige Fahrer besonders wohl. Zwar tendiert er leicht dazu, sich zu weit nach hinten zu lehnen, doch die riskante Fahrweise macht sich mit einer Beschleunigung nach jedem Tor bezahlt.

Durch die Top-Resultate arbeitete er sich in der FIS-Punkteliste nach vorne, seine hohen Startnummern sollten der Geschichte angehören. Bei der Ski-WM in Aare geht Albert Popov auf die erste bulgarische Medaille bei Großereignissen los.

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