Fussball

Sturm-Coach Mählich will vor LASK-Partie nicht von "Finalspielen" sprechen

Von APA
Roman Mählich
© GEPA

Für Vizemeister Sturm Graz steht am Sonntag im Schlager der 20. Runde der Bundesliga gegen den LASK (ab 14:30 Uhr im Liveticker) viel auf dem Spiel. Bei einer Niederlage gegen die Linzer könnten die Grazer im Rennen um den Einzug in die Meistergruppe der Top 6 ernsthaft in Bedrängnis geraten. Anzeichen für Nervosität ortet der bisher als Sturm-Trainer noch ungeschlagene Roman Mählich aber nicht.

Nach dem LASK warten auf den Cupsieger im Grunddurchgang noch die schwierigen Duelle mit Meister Salzburg (auswärts) und der Wiener Austria (heim). "Ich vermeide bewusst den Ausdruck Finalspiele. Das würde bedeuten, dass danach alles aus ist", betonte Mählich. "Aus ist es aber auf keinen Fall. Es geht immer weiter." Im schlimmsten Fall aber nicht in der Gruppe der Liga-Elite.

Beim 1:1 zum Frühjahrsauftakt in Mattersburg kassierten die Grazer im fünften Spiel unter Mählich ihren ersten Gegentreffer. Der Sturm-Coach war mit der Leistung nicht unzufrieden. "Insgesamt denke ich, dass es okay war. Wir können es sicher besser. Aber wir haben schon wesentlich schlechter gespielt und gepunktet oder gewonnen."

Mählich mit meisten ungeschlagenen Spielen zum Start seit Osim

Ein Freund von Statistiken ist Mählich ohnehin nicht. "Wenn wir unsere Leistung bringen, können wir auch am Sonntag erfolgreich sein", sagte der Ex-Teamspieler. Dass er als erster Sturm-Trainer seit Ivica Osim 1994 die ersten fünf Spiele im Amt ungeschlagen überstanden hat, freut ihn zwar. "Es ist schön, aber das bringt uns auch nicht weiter. Ich kann es einordnen." Zumal Trainerlegende Osim weit über ihn zu stellen sei, wie Mählich betonte.

Der letzte LASK-Sieg in Graz datiert vom 24. April 2010 (1:0). Sturm hat vier Duelle in Serie mit den Linzern nicht verloren. Mählich warnte dennoch vor deren Stärken, vor allem dem enorm starken Umschaltspiel. "Sie haben viel Speed in der Mannschaft, viel Tempo. Sie verteidigen schonungslos nach vorne, das hat sich richtig verankert in der Mannschaft."

Der LASK ist elf Pflichtspiele ungeschlagen, neun davon in der Liga. Bei Sturm sind es deren sieben. Beide Teams haben aus den jüngsten fünf Runden elf von 15 möglichen Punkten geholt. Auf eine Diskussion über die Favoritenrolle wollte sich Mählich nicht einlassen. Das Lob und die sehr positiven Kritiken für den LASK seien "absolut gerechtfertigt", meinte der Sturm-Coach. "Das ist eine Topmannschaft im Moment."

Den zweiten Endrang, der zur Champions-League-Qualifikation berechtigt, will man in Linz dennoch noch nicht als Ziel ausgeben. Der Vorsprung auf den Dritten St. Pölten beträgt drei Runden vor der Punkteteilung nach dem Grunddurchgang sieben Zähler. "Es hilft uns nicht, das als großes Ziel festzulegen", sagte LASK-Trainer Oliver Glasner über Platz zwei. "Wir schauen auf das, was wir brauchen, um gute Spiele zu machen."

LASK will die Favoritenrolle nicht

Die haben die Linzer im Frühjahr bisher gemacht - einem 6:0 im Cup-Viertelfinale folgte ein dominanter 2:0-Heimsieg zum Ligaauftakt gegen die Austria. Die defensive Kompaktheit sei "aller Ehren wert" gewesen, lobte Glasner die Auftritte seines Teams. Daran gelte es in Graz anzuknüpfen. "Wir brauchen Durchschlagskraft, eine gute Absicherung und gegen ihr variables Spiel nach vorne eine konzentrierte Defensivleistung."

Die Favoritenrolle will sich der LASK nicht umhängen lassen. "In Wahrheit spielt der Vizemeister und Cupsieger gegen den Aufsteiger aus dem Vorjahr (2017/Anm.) und das daheim", erinnerte Glasner. "Wir werden uns nicht einlullen lassen." In der Vorsaison hätte man beide Duelle in Graz trotz guter Leistungen verloren. Glasner: "Wir werden es wieder probieren. Wir fahren nach Graz und wollen gewinnen."

Die Linzer müssen dabei auf Christian Ramsebner verzichten. Der Innenverteidiger hat seit einem Sturz im Training Schmerzen im Hüft- und Oberschenkelbereich. Bei Sturm fehlen Markus Lackner und Lukas Grozurek. Kapitän Stefan Hierländer hat weiterhin Probleme mit dem Fußwurzelknochen. "Wenn er von sich aus sagt, dass er soweit ist, dann ist er im Kader", erklärte Mählich. "Es muss aber auch Sinn machen." Eine Entscheidung soll am Samstag fallen.

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