Sportler werden Unternehmer: die Karriere nach der Karriere

Von SPOX Österreich
Freitag, 18.05.2018 | 09:47 Uhr
Erfolg im Sport ist eine gute Grundlage für Erfolg im Beruf – wenn man seine Fähigkeiten geschickt zu nutzen weiß.
© Unsplash.com

Viele Spitzensportler eint eine Tatsache: Sie haben meist schon sehr früh mit dem Sport angefangen. Beispiele gibt es viele: Magdalena Brzeska (39 J.), ehemals "das Gesicht" der Rhythmischen Sportgymnastik, übte bereits im Grundschulalter viele Stunden täglich. Ihr Lohn: 26 Deutsche Meistertitel. Hilde Gerg (41 J.) fuhr bereits mit 3 Jahren Ski und ist eine der erfolgreichsten deutschen Skiathletinnen aller Zeiten. Sascha Klein (32 J.) war bereits von Kindesbeinen am liebsten im Wasser und ging zu den Turmspringern. Sein Engagement brachte ihm unglaubliche zwölf Europameistertitel ein.

Eine Sportlerkarriere endet früh und wer sich nicht bereits während der aktiven Phase mit der Zeit danach beschäftigt und - noch wichtiger - sich vorbereitet, steht beruflich vor einer wahren Herausforderung.

Kampfgeist ist eine hervorragende Voraussetzung für die Selbstständigkeit

Menschen, die sich in Sportarten wie zum Beispiel Tennis, Boxen, Hochsprung, Kunstturnen oder Leichtathletik engagieren, sind Einzelkämpfer. Sie sind es gewohnt, alleine Entscheidungen zu treffen, sich von einem Team hervorragender Spezialisten beraten und unterstützen zu lassen und große Belastungen auf sich zu nehmen. Sie haben den Biss, sich auch in schwierigen Situationen durchzusetzen und bis ganz nach oben zu kommen. Übertragen auf die Unternehmenswelt sind das ganz hervorragende Voraussetzungen, um erfolgreich zu werden. Sich selbstständig machen, ein eigenes Unternehmen gründen und im Prinzip die in der Sportlerkarriere erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten zu nutzen, ist ein geschickter Schachzug, der oft zum Erfolg führt.

Die Basis muss stimmen: Kampfgeist alleine reicht nicht

Spitzensportler wissen, wie wichtig eine professionelle Grundlage ist. Die Basis muss stimmen, sonst können die Leistungen, die darauf gegründet werden, nicht zum Erfolg führen. Deshalb drücken Sportler während oder nach ihrer Karriere die Schulbank, studieren nebenbei und erwerben sich das Handwerkszeug, das sie in ihrer Karriere nach dem Sport brauchen. Die Fachhochschule Dortmund unterstützt Spitzensportler und Spitzensportlerinnen im Studium ganz gezielt:"Studierenden Spitzensportlern sollen zeitgleich eine akademische Ausbildung sowie eine Spitzen sportliche Karriere ermöglicht werden." (Quelle: Fachhochschule Dortmund)

Damit das funktioniert, hat sich die Hochschule Flexibilität auf die Fahne geschrieben. Die Sportler können ein Urlaubssemester in Abstimmung mit sportlichen Herausforderungen wie die Olympischen Spiele, Weltmeister- oder Europameisterschaften nehmen, ihre Abwesenheitszeiten werden flexibel gehandhabt, sie dürfen die Sportstätten an den Hochschulen kostenfrei nutzen, es sind bestimmte Wohneinheiten für sie reserviert und die Zulassung von Spitzensportlern zum Studium unterliegen angepassten Kriterien.

Gründlichkeit und Flexibilität setzen sich in der Selbstständigkeit fort

Das Prinzip Gründlichkeit in Kombination mit der geistigen Flexibilität und der hohen Belastbarkeit, die Spitzensportler auszeichnen, erweisen sich in der Selbstständigkeit als wichtige Stützpfeiler. Unternehmen, die von Spitzensportlern gegründet und geführt werden, lassen diese Eigenschaften auch im Geschäftsalltag erkennen. Sie bauen ihre Firma gründlich auf, nutzen flexible Systeme, engagieren professionelle Berater und drehen auch im Marketing das ganz großen Rad. In der Praxis zeigt sich das zum Beispiel so:

1. Die Arbeitssoftware, die hauptsächlich im Unternehmen eines erfolgsgewohnten Sportlers benutzt wird, weist vermutlich modulare Strukturen auf. Sie wächst praktisch mit dem Unternehmen mit. Geeignet ist dazu ERP-Software. Sie ist effizient, individuell anpassbar und ermöglicht eine rasche Reaktionsfähigkeit. So funktioniert eine intelligente Business-Software, die von sehr einfach bis sehr komplex für viele Branchen geeignet ist.

2. Sportler tun sich grundsätzlich mit denjenigen zusammen, die es besser wissen als sie, die Erfahrungen und die richtigen Kontakte mitbringen. Das bringt sie in ihrer Karriere weit nach vorne. Bestes Beispiel ist der erfolgreiche Tennisspieler Alexander Zverev, der Boris Becker als "heimlichen Chefberater" vertraut. Ein weltberühmtes Beispiel aus der Unternehmerwelt ist Bill Gates, der sich von Börsenlegende Warren Buffet Ratschläge und Mentorentipps holte. Sportler knüpfen bereits in ihrer aktiven Karriere Kontakte zu Größen aus der Wirtschaft, denn sie begegnen ihnen auf offiziellen Anlässen, Galas und Benefizveranstaltungen. Sie nutzen diese Termine wie beim Laureus World Sport Award oder bei der Met Gala in New York zum Netzwerken und bereiten damit ihre berufliche Karriere nach der Sportkarriere von langer Hand gründlich vor.

3. Klotzen, nicht kleckern - so könnte man die Vermarktungsstrategien so mancher Unternehmen ehemaliger Sportler beschreiben. Milliardenschwer ist inzwischen der französische Fußballspieler Mathieu Flamini, der aktuell beim FC Getafe im Mittelfeld spielt. Sein Geld macht er mit der Erzeugung von Lävulinsäure, einem biochemischen Stoff, der schon bald Erdöl ersetzen könnte. Er trifft genau den Zeitgeist und präsentiert das auch unübersehbar: Nachhaltigkeit, Umweltfreundlichkeit, Kosteneffizienz - das sind die Schlagworte, die sein Unternehmen in großen Lettern vor sich herträgt.

Erfolgsgeschichten

So außerordentlich erfolgreich wie Mathieu Flamini sind nicht viele. Doch es gibt tatsächlich eine ganze Reihe von Sportlern, die heute gutes Geld als Unternehmer oder Unternehmerin verdienen.

  • Christian Fuchs, aktuell spielt er bei Leicester City, verkauft Shirts und Mützen in seinem Shop NoFuchsgiven.
  • Tennislegende Steffi Graf gründete die Stiftung Children for Tomorrow und ist Mitbegründerin des Unternehmens Mrs. Sporty GmbH.
  • Marc Giradelli, einer der erfolgreichsten Skirennfahrer aller Zeiten, vermarktet sich selbst. Er macht mit Vorträgen und Beratungstätigkeiten rund um die Themen Leistung, Motivation und Angst ordentlich Umsatz. Zudem organisiert er Ski-Incentive-Reisen, die zusätzlich Geld in die Kasse spülen.

Fazit: Nach der Karriere ist vor der Karriere. Die Fähigkeiten, die sich Sportler im Laufe ihrer aktiven Phase aneignen und die im Prinzip bei vielen bereits in der Wiege lagen, verhelfen zu großen Erfolgen auch in unternehmerischen Bereichen.

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