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NFL Draft 2022: Prime Time Sauce: Wie aus Ahmad Gardner ein Top-Talent wurde

Sauce Gardner könnte als erster Cornerback im Draft 2022 gezogen werden.

Cornerback Sauce Gardner gilt als einer der besten Spieler seiner Position im NFL Draft 2022 und hat gute Chancen, ein Top-10-Pick Ende April zu werden. Geprägt haben ihn auf dem Weg nach oben vor allem eine besondere Beziehung zu seiner Mutter - und eine Fast-Food-Kette.

Wer die ESPN-Dokumentation "Deion's Double Play" mal gesehen hat, wird sich sicherlich über Deion Sanders' Erklärung amüsiert haben, wann er Deion ist und wann er plötzlich zu "Prime Time" mutiert. Doch scheint dieses Phänomen keine Seltenheit unter Cornerbacks im Football zu sein.

Draft-Prospect Ahmad Gardner nämlich hat ebenfalls einen markanten Spitznamen - Sauce -, mit dem er gewissermaßen eine zweite Persönlichkeit verbindet. "Wenn ich ruhig bin, dann würde ich sagen, dass ich einfach Ahmad bin", erklärte Gardner während der Scouting Combine im Februar in Indianapolis. "Aber die Sauce ist immer in mir. Also bin ich eigentlich immer Sauce, aber ich weiß, wann ich den Schalter umlegen und wann ich locker machen muss."

Die aufgedrehte Version von Sauce Gardner jedenfalls war auf dem Platz für die Cincinnati Bearcats zu sehen und soll nach Möglichkeit auch bald in der NFL groß aufspielen. Jene Version hat das Kunststück vollbracht, in drei Jahren auf dem College keinen einzigen Touchdown in Coverage, also als nächster Verteidiger, abzugeben. Eine bemerkenswerte Statistik.

Erstmals wirklich aufgedreht hat Gardner derweil schon in der Saison 2019 bei einem Upset gegen UCF. Beim damaligen 27:24-Erfolg ging nicht nur Gardners Stern mit einem Pick-Six über 16 Yards beim Stand von 13:16 im dritten Viertel auf, sondern auch der der Bearcats.

Jene waren damals noch ungerankt und entwickelten sich seither zu einem Topteam, das zweimal in Serie die AAC gewann, und es 2021 sogar ungeschlagen (13-0) ins College Football Playoff schaffte. Dort war dann allerdings im Cotton Bowl gegen Alabama Schluss.

Sauce Gardner: Upset gegen UCF lässt seinen Stern aufgehen

Gardner für seinen Teil war bis dahin eher schmächtig unterwegs und lediglich Rotationsspieler in der Secondary. UCFs Hochgeschwindigkeits-Offense machte es damals nötig, dass viele Ersatzleute zum Einsatz kamen, um die Leute frisch zu halten und Gardner nutzte die Gelegenheit zur Eigenwerbung. In der Folge wuchs er immer mehr zu einer festen Größe im Team von Head Coach Luke Fickell.

Dieser Tage wird Gardner hoch gehandelt, wenn es darum geht, wann er denn im kommenden Draft gezogen werden könnte. Einige Mock Drafts sehen ihn bereits in den Top 10, er könnte als erster Cornerback der Klasse gezogen werden.

Und so mangelt es ihm auch nicht an Selbstvertrauen, was er ebenfalls mit seinem Spitznamen verbindet. "Was kann ich sagen? Es bedeutet ein gewisses Grad an Selbstvertrauen. Wenn ich auf dem Platz bin oder außerhalb, stelle ich sicher, dass ich die Sauce habe. Und das treibt mich an."

Doch was bedeutet Sauce überhaupt? Wo kommt dieser ungewöhnliche Spitzname her?

Das ist leider nicht so ganz klar. Laut einem Bericht von Yahoo! Sports war der Erfinder des Namens ein Little-League-Coach von Gardner. Als Letzterer sechs Jahre alt war, nannte ihn der Coach "A1 Sauce Sweet Feet Gardner". Doch später nahm der "Sauce"-Part eine andere Bedeutung an - eine durchaus kuriose.

Sauce Gardner: Abschied von der Sriracha Sauce

Sauce nämlich im Sinne von "Hot Sauce", also scharfer Gewürzsoße, die zu einer Art Laster für Gardner geworden ist im Laufe der Jahre. Gardner frequentiert gerne die nordamerikanische Fast-Food-Kette Wendy's, in der es als Beilage zu Hamburgern und anderen Gerichten scharfe Soßen gibt. "Wenn ich das '4 für 4 Dollar Menü' nahm, nahm ich immer ungefähr drei Packungen der Sriracha Sauce und dippe da alles rein - meinen Burger, meine Nuggets und meine Pommes", berichtete Gardner kürzlich.

Gardner scherzte sogar, dass die Entscheidung der Kette, besagte Soße nicht mehr anzubieten, dabei geholfen habe, seine "Sucht" danach zu bekämpfen und bei ihm zu einer besseren Ernährung geführt habe. Allerdings geschah dieser fast schon Schicksalsschlag für Gardner erst im Jahr 2021, sodass dies nicht als Hauptgrund für Gardners sportlichen Aufstieg angeführt werden sollte.

Bereits auf der High School dominierte Gardner auf dem Feld - in seiner Senior-Saison spielte er sogar noch Offense und Defense. In seinem letzten Spiel für die Detroit Martin Luther King High School führte er sein Team mit einem 22-Yard-Touchdown-Catch sogar zur Division 3 State Championship. Mehr noch: In jener Saison ließ er im ganzen Jahr nur einen einzigen Catch zu.

Damit war eigentlich klar, dass Colleges auf ihn aufmerksam wurden. Doch obwohl er aus Detroit stammt, landete er nicht auf einem der großen Colleges in Michigan. Das Interesse war durchaus vorhanden, gerade Michigan State zeigte Interesse. Doch damals war auch noch recht schmal für seine Größe (1,88 m).

Zudem gab es ein anderes Hindernis: "Sie hatten großes Interesse an mir, aber es gab da ein paar Probleme mit einem meiner damaligen Teamkollegen, sodass ich da nicht hingehen und riskieren wollte, dass sie mich dort mit ihm in Verbindung bringen", sagte Gardner, der auf einen Vorfall mit seinem High-School-Mannschaftskameraden Donnie Corley anspielte.

Jenem wurde ein sexueller Übergriff vorgeworfen, wovon sich Gardner deutlich distanzierte.

Sauce Gardner: Vorzeitiger Ruhestand für die Mutter

Zu groß war die Gefahr, die langjährige harte Arbeit, die er in seine Footballkarriere gesteckt hatte, aufs Spiel zu setzen.

Gardner berichtete von einer harten Kindheit in Detroit, die ihn geprägt habe: "Als ich in Detroit aufgewachsen bin, hatte ich nicht wirklich irgendwas. Doch was ich hatte, war eine Mutter, die immer das Unmögliche möglich gemacht hat. Wenn ich etwas wollte, hat sich mich immer darum kämpfen lassen. Sie ist meine Heldin."

Mit seinem NFL-Gehalt will er ihr dafür danken und seine Mutter in den vorzeitigen Ruhestand schicken. Ihr das zu ermöglichen, "war einfach ein Segen, denn ich habe ihr immer gesagt: 'Du musst bald nicht mehr arbeiten.'", erinnerte sich Gardner.

Was seine künftige sportliche Heimat angeht, ist vieles denkbar. Durch seine Fähigkeit, sowohl Press-Man- als auch Zone-Coverage spielen zu können, wäre Gardner wohl für jedes Team eine Bereicherung.

Es gibt für ihn also auch im Draft kein Limit.

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