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NFL - Carolina Panthers: Darum lässt sich der positive Trend fortsetzen

Christian McCaffrey befindet sich nach langer Verletzungspause schon wieder in Topform.

Die Carolina Panthers haben für viele überraschend ihre ersten beiden Saisonspiele überzeugend gewonnen. Die Art und Weise, wie dies gelang, lässt auf eine besondere Saison in Charlotte hoffen.

Die Carolina Panthers sind nach zwei 5-11-Saisons mit 2-0 in die laufende Spielzeit gestartet und haben eine gute Chance, gegen die Houston Texans am kommenden Donnerstag (Nacht auf Freitag, 2.20 Uhr live auf DAZN) sogar auf 3-0 zu klettern. Doch wie kommt es zu dieser positiven Entwicklung dieses noch recht jungen Teams? Und lässt sich der positive Trend beibehalten?

Seit 2020 hat Head Coach Matt Rhule zusammen mit seinem Trainerstab um Offensive Coordinator Joe Brady und Defensive Coordinator Phil Snow das Ruder in Charlotte/North Carolina in der Hand. Nach einer ernüchternden Debütsaison scheinen nun die Früchte des mehr oder minder soften Rebuilds der Vorsaison geerntet zu werden. Und dabei sind es nicht unbedingt primär Neuzugänge, die das Team in dieser Saison auf ein neues Level gehievt haben.

Sicherlich muss man dennoch allen voran Quarterback Sam Darnold erwähnen, der ein Upgrade gegenüber Teddy Bridgewater im Vorjahr ist - obwohl Bridgewater dieser Tage in Denver durchaus zeigt, dass auch er zu mehr fähig gewesen wäre als das, was er im Vorjahr gezeigt hat. Vielmehr spielt den Panthers aktuell in die Karten, dass Superstar Christian McCaffrey seine diversen Verletzungen der Vorsaison hinter sich gelassen hat. 2020 machte er insgesamt nur drei Spiele.

In den bisherigen zwei Partien bringt McCaffrey es nun bereits auf 324 Scrimmage Yards, die meisten in der NFL. Er ist der Motor dieser Offense und Darnold profitiert ungemein von seiner schieren Präsenz. Ebenso half Darnold ein Tapetenwechsel, nachdem die drei Jahre in New York - vor allem mit Adam Gase als Play-Caller - alles andere als optimal verlaufen waren. Doch die Führung des innovativen Play-Callers Brady lässt Darnold und die ganze Offense nun befreit aufspielen.

Carolina Panthers: Sam Darnold sachlich zum Erfolg

So befreit, dass Darnold in den ersten beiden Spielen jeweils schon vor der Pause auf mindestens 200 Passing Yards kam, was aus irgendeinem Grund noch keinem anderen Panthers-Quarterback in zwei Partien in Serie überhaupt gelungen war. Dabei spielt Darnold keineswegs spektakulär. Vielmehr tritt er eher Business-like auf, er verwaltet das Spiel und minimiert seine Fehler, während er den Ball zu seinen Playmakern wie McCaffrey bringt. Im aktuellen Mannschaftsgefüge reicht eben diese Art QB, um das Team in der Spur zu halten.

Doch die Effizienz dieser Offense lässt sich nicht nur an Darnold festmachen. Auch die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Die Panthers führen die NFL nach zwei Partien mit 0,475 EPA/Play in early Downs in neutralen Situationen (Siegwahrscheinlichkeit 20 bis 80 Prozent) an. Ebenso liegen sie mit 47,5 Prozent zum ersten Mal überhaupt auf Rang 1 nach Team DVOA von Football Outsiders.

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Doch es ist nicht nur die Offense, die den Unterschied zum Vorjahr macht. Jene lässt nämlich durchaus noch Raum für Verbesserungen, wenn man weiß, dass diese Unit in den zweiten Hälften der bisherigen Spiele merklich abgebaut hat. Nur 12 der bisher erzielten 45 Punkte entfielen auf die Zeit nach der Halbzeitpause.

Viel beeindruckender ist nämlich das, was die Defense bislang gezeigt hat. Auch diese Unit überzeugt mit -0,369 EPA/Play in early Downs in neutralen Situationen. Nur die Broncos sind hier noch besser (-0,440 EPA/Play).

Doch was hat sich zum Vorjahr geändert? Offensiv sind sicherlich Darnold und McCaffrey die Hauptfaktoren. Defensiv wiederum war es offenbar vor allem ein Shift in der eigenen Philosophie, der eigenen Herangehensweise. Die 2020er Panthers präsentierten sich deutlich zahmer als die Raubkatzen in diesem Jahr. Damals wurde viel auf Soft Zones gesetzt und das Risiko eher gescheut, es wurde kaum geblitzt.

Carolina Panthers: Gute Upgrades in der Front Seven

Nun allerdings sieht das anders aus. Zwar ist die Blitz-Rate immer noch recht überschaubar (16,7 Prozent aller Dropbacks), doch sie sind effektiver geworden. Nach dem Saints-Spiel sagte Rhule über Snow: "Wir haben an der Front wirklich gut gespielt und ich dachte, dass Phil ein großartiges Spiel gecalled hat. Er hat Pressures geschickt, dann von einer Seite Pressure gezeigt und dann von der anderen Seite Pressure gebracht."

Zudem wurde die Qualität in der Front Seven mit Edge-Verteidiger Morgan Fox gegenüber von Brian Burns sowie Defensive Tackle DaQuan Jones neben Derrick Brown nochmal angehoben. Dahinter hilft Edge-Rusher Haason Reddick ebenfalls im Pass Rush mit.

Reddick (3 Sacks) und Burns (2 Sacks) haben sogar einen internen Wettkampf laufen: Wer am Ende mehr Sacks angesammelt hat, schuldet dem Unterlegenen ein Golfmobil.

Carolina Panthers: Team-Sack-Leaders 2021

SpielerPositionPressuresSacks
Haason ReddickEdge Rusher63
Brian BurnsEdge Rusher32
Shaq ThompsonLinebacker11
Darrick BrownDefensive Tackle11
Marquis HaynesEdge Rusher21
DaQuan JonesDefensitve Tackle21
Morgan FoxEdge Rusher10,5
Daviyon NixonDefensive Tackle10,5

In der Secondary wiederum wird nun deutlich mehr Man Coverage gespielt, was auch damit zusammenhängt, dass mit Jaycee Horn der wohl beste Cover-Cornerback seiner Draftklasse gezogen wurde.

Die Ergebnisse können sich bislang durchaus sehen lassen: Gegen die Jets in Woche 1 gelangen 10 QB-Hits und 6 Sacks gegen Quarterback Zach Wilson, gegen die Saints in Woche 2 waren es 11 QB-Hits und 4 Sacks gegen Jameis Winston. Dazu brachte es das Team bereits auf 3 Interceptions.

Fairerweise muss jedoch auch erwähnt werden, dass die bisherigen Gegner nicht unbedingt zur Creme de la Creme der NFL zählen. Die Jets hatten gerade erst den zweiten Pick im Draft, die Saints wiederum spielten besonders defensiv und im Coaching Staff ersatzgeschwächt. Die Panthers des Vorjahres hätten vermutlich dennoch nicht beide dieser Spiele auf derart überzeugende Weise gewonnen.

Carolina Panthers: Matt Rhule verweist auf bestehende Defizite

Und sicherlich ist noch nicht alles so, wie es sein sollte bei den Panthers. Rhule räumte nach dem Saints-Spiel ein, dass etwa zwei Timeouts in der ersten Hälfte verschwendet wurden, "weil wir den falschen Call gewählt hatten oder einer unserer Spieler verwirrt war". Die Vorstellungen in der zweiten Halbzeit sind zumindest offensiv noch nicht optimal und Carolina setzte in seinem zweiten Spiel bereits auf den zweiten Kicker. Der aktuelle Amtsinhaber Zane Gonzalez schafft dabei es nicht, den Ball beim Kickoff durch die Endzone zu treten, was Returns der Gegner befeuert. Und auch das führt dazu, dass die Panthers in Sachen Special Teams DVOA auf Rang 32 liegen. Ein Fakt, der bislang nicht allzu sehr ins Gewicht fiel. Doch gegen bessere Gegner könnte sich das ändern.

Stichwort bessere Gegner: Einer der Gründe, warum Fans der Panthers mit Optimismus in die kommenden Wochen gehen dürfen - abgesehen von den bisher gezeigten Leistungen in Offense und Defense -, ist der Spielplan. Als nächstes geht es nach Houston, das Rookie Davis Mills als Starting QB aufbieten muss. Und nach einem Gastspiel bei den durchaus gefährlichen Cowboys kommen in den Wochen 5 und 6 die Eagles und Vikings nach Charlotte - zwei Teams, die man durchaus schlagen kann. Das gilt im Übrigen auch für die New York Giants und Atlanta Falcons im Anschluss. Wenn dann nach den ersten acht Wochen eine 7-1- oder wenigstens 6-2-Bilanz stünde, wäre das eine mehr als solide Grundlage für den weiteren Saisonverlauf, in dem dann mehr Spiele gegen stärkere Gegner anstehen. Die wohl übermächtigen Buccaneers wiederum warten erst in den Wochen 16 und 18.

Zudem spricht der 2-0-Start historisch ohnehin für eine gute Saison der Panthers. Sie stehen zum achten Mal insgesamt in ihrer seit 1995 andauernden Historie bei 2-0. In den bisherigen sieben derartigen Saisons wurden sechsmal die Playoffs erreicht, zweimal der Super Bowl und ein weiteres Mal immerhin das NFC Championship Game. Und: Seit 1990 erreichten 62 Prozent der Teams, die 2-0 in eine Saison gestartet waren, am Ende auch die Playoffs. Ob sich diese Zahl im neuen Format mit sieben Playoff-Spots und 17 Saisonspielen halten lässt, bleibt abzuwarten.

Doch die Panthers 2021 sind schon jetzt ein Team, das niemand auf die leichte Schulter nehmen kann. Und sollten sie die bisher gezeigten Leistungen in den kommenden Wochen tatsächlich bestätigen, könnte diese Saison tatsächlich eine besondere für Carolina werden.

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