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NFL: Diese Storylines werden die Saison 2020 prägen

Wer wird den anderen mehr vermissen? Tom Brady oder Bill Belichick?

Der Start der NFL-Saison 2020 steht kurz bevor. Eine Spielzeit, die keine wie jede andere wird. Doch nicht nur Corona ist ein Thema, das allgegenwertig sein wird - zahlreiche weitere Aspekte werden alle Beteiligten lange beschäftigen.

SPOX-Redakteur Marcus Blumberg blickt voraus und nennt die Storylines, die die kommenden Monate prägen werden und die Fans vor der Saison unbedingt kennen sollten.

NFL 2020: Football in Zeiten der Coronavirus-Pandemie

Das Thema, das wie ein Damoklesschwert über allem in dieser NFL-Saison schwebt, ist die Coronavirus-Pandemie. Keine zwei Wochen vor Saisonstart wissen wir, dass wohl 14 der 16 Auftaktspiele ohne Zuschauer stattfinden werden. Was darüber hinaus passiert, ist unklar.

Wie sich das generell auf die Spiele und deren Qualität auswirken wird, ist ebenfalls offen, weil es so noch niemand unter Wettkampfbedingungen ausprobiert hat. Patriots-Fullback Jakob Johnson umschrieb die Vor- und Nachteile in einer Medienrunde kürzlich treffend: "Weniger Zuschauer heißt weniger Lautstärke im Stadion, was auf dem Feld zu Veränderungen führen kann, weil man entweder nicht gegen die Lautstärke ankämpfen muss oder sie eben nicht im Rücken hat."

Das weitaus größere Problem aber wird der Alltag sein. Die NFL setzt darauf, Teams so gut es geht in den Teameinrichtungen zu schützen mit Masken, Abstand, Abstands-Tracing-Armbändern, die alarmieren, wenn man zu lange einer anderen Person zu nahe kommt, und aktuell täglichen Tests.

Das mag im Training Camp funktionieren - bisher hat die NFL vergleichsweise extrem wenige Fälle -, doch was passiert, wenn der komplette Gameday-Tross auf Reisen geht? Wir reden hier von 70 bis 100 Leuten, die von einer Stadt in die andere Reisen, teilweise von West zur Ostküste. Wie gelingt es dann, die Spieler, Trainer und Betreuer von der Außenwelt zu isolieren? Und was passiert, wenn 48 Stunden vor Kickoff ein Team plötzlich einen großflächigen Ausbruch hat?

NFL und Corona: Lernen von der MLB

Die MLB zeigt bereits, dass das kein ganz leichtes Unterfangen ist, besonders wenn sich nicht alle an die Regeln halten. Und selbst wenn dies der Fall ist, besteht immer noch ein signifikantes Restrisiko, wenn man bedenkt, dass die USA als Ganzes die Pandemie überhaupt nicht im Griff haben.

Sollte es dann zum Ausbruch in einem oder mehreren Teams kommen, stellt sich die Frage, wie damit umgegangen wird. Spielt man dann trotzdem und hofft einfach, dass die Spieler, die nicht positiv getestet wurden, auch tatsächlich gesund sind? Oder kommt es mitunter zu Spielverlegungen wie im Baseball? Während es dort jedoch zumindest mal die Möglichkeit gibt, mit Doubleheadern zwei Spiele an einem Tag zu absolvieren, um irgendwie im Spielplan wieder aufzuholen, ist das im Football keine Option. So droht schnell mal Terminchaos.

Darüber hinaus besteht durchaus auch die Gefahr, dass nach einem Ausbruch der eine oder andere Spieler doch noch aus Angst auf den Rest der Saison verzichtet und damit für zusätzliche Personalnot sorgen könnte.

Was Baseball darüber hinaus auch zeigt, ist eine klare Tendenz zu einer Häufung von Muskelverletzungen, die sicher auf die weniger als optimale Saisonvorbereitung zurückzuführen ist. Gleiches droht auch der NFL, denn es gab zwar eine Eingewöhnungsphase im Camp für den Fitnessaufbau, ehe das echte Training begann, doch es fehlte eben das komplette übliche Offseason-Programm. Dadurch könnte sich das ohnehin enorme Verletzungsrisiko der Spieler nochmal signifikant steigern.

NFL 2020: Wer kopiert die Offense der Baltimore Ravens?

Die NFL ist eine Copycat-Liga. Das war sie schon immer, das wird sie immer bleiben. Wer etwas Gutes, neues einführt, muss damit rechnen, dass es zahlreiche Nachahmer geben wird.

Nichts war im vergangenen Jahr fortschrittlicher und effizienter als die Offense der Baltimore Ravens. Nicht umsonst belegte sie durch die Bank Rang 1 bei Football Outsiders nach DVOA in Total Offense, Passing Offense und Rushing Offense. Während die Ravens die Offseason nutzten, um personell für ihren aggressiven Lauf-Ansatz nochmal nachzulegen, wird sicher der eine oder andere Offensive Coordinator dieser Liga genau hingeschaut und sich überlegt haben, wie man denn einige Elemente aus Baltimore übernehmen könnte.

Grundsätzlich braucht es dazu natürlich ein paar spezielle Qualitäten, insbesondere einen athletisch so hochtalentierten Quarterback wie Lamar Jackson, was schon mal schwierig zu finden ist.

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Aber zumindest gibt es QBs, die ihrerseits ebenfalls athletisch und zum Teil auch schnell sind wie der MVP 2019. Dann braucht es zusätzlich eine Reihe von dynamischen, aber auch kraftvollen Running Backs - und die Qualität in der Offensive Line. Hat man all dies beieinander, könnte man zumindest Teile der Ravens-Offense übernehmen.

NFL: Lassen sich die Bills von den Ravens inspirieren?

An wen denkt man hier zuerst? Sicherlich an die Buffalo Bills. Die nämlich haben einen ziemlich guten Athleten - und eher wackligen Passer - auf Quarterback in Josh Allen und mit Devin Singletary, TJ Yeldon und Zack Moss gleich mehrere gute Running Backs. Hinzu kommen dann auch noch schnelle Receiver wie John Brown und Stefon Diggs sowie eine ziemlich gute Offensive Line. Sehen wir also hier einen noch aggressiveren Lauf-Ansatz als bislang?

Andere Kandidaten sind theoretisch etwa die Chicago Bears, sollte sich dort Mitchell Trubisky als Starter behaupten, vielleicht die Tennessee Titans um Ryan Tannehill und Derrick Henry. Die Chargers mit Coach Anthony Lynn, der eine ähnliche Offense in Buffalo bereits erlebt hat, könnten auch in diese Richtung gehen - egal, ob Tyrod Taylor oder Rookie Justin Herbert auf dem Feld steht. Beide sind gute Runner.

Die San Francisco 49ers sollte man mit ihrem ohnehin schon Run-lastigen Spiel nicht vergessen - auch wenn hier der QB-Run-Faktor weniger gegeben ist -, ebenso die Seahawks und eventuell auch die Patriots mit Cam Newton als QB.

Ob aber irgendwer von diesen Kandidaten auch nur im Ansatz solch eine Effizienz an den Tag legen würde wie die Ravens, muss zumindest mal stark bezweifelt werden. Der X-Faktor hier ist und bleibt Lamar Jackson.

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