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XFL: Die Regeln, der Modus und die Stars der Football-Liga

Von SPOX
Die XFL besteht aus 8 Teams und läuft von Februar bis April.

Die XFL öffnet ihre Pforten und will NFL-Fans eine Frühjahrs-Alternative bieten. Dabei sorgt sie mit innovativen Regeln und ehemaligen NFL-Spielern für Aufsehen. SPOX liefert einen Überblick.

XFL? Da war doch was. Richtig! Die XFL dürfte eingefleischten Footballfans noch ein Begriff sein. Im Jahr 2001 nämlich ging schon einmal eine Football-Liga mit diesem Namen an den Start. Auch damals war die Idee, eine Offseason-Alternative zur NFL zu sein, auch damals war Vince McMahon beteiligt.

Der Chefpromotor der Wrestling-Organisation WWE scheiterte damals mit dem Vorhaben, die Frühlingsliga zu etablieren. Nun versucht er es mit seiner Firma Alpha Entertainment erneut. Erneut treten acht Teams an, die allesamt von der Liga kontrolliert werden - es gibt kein Franchise-Modell wie in den übrigen US-Sportligen üblich.

Bereits bei der Verkündung der neuen Liga im Jahr 2018 schrieb sich McMahon auf die Fahne, eine Liga zu bilden, die ohne großes Trara und Skandale außerhalb des Platzes auskommen sollte. Zudem liegt der Fokus darauf, das Spiel zu vereinfachen und das Spiel schneller zu machen.

XFL: Diese Teams spielen in der Football-Liga

TeamStadion (Kapazität)Head Coach
Dallas RenegadesGlobe Life Park (25.000)Bob Stoops
Houston RoughnecksTDECU Stadium (40.000)June Jones
Los Angeles WildcatsDignity Health Sports Park (27.000)Winston Moss
Seattle DragonsCenturyLink Field (69.000)Jim Zorn
DC DefendersAudi Field (20.000)Pep Hamilton
New York GuardiansMetLife Stadium (82.500)Kevin Gilbride
St. Louis BattleHawksThe Dome at America's Center (66.965)Jonathan Hayes

Tampa Bay Vipers

Raymond James Stadium (65.618)Marc Trestman

Das Ziel bei der Auswahl der Teams und ihrer Standorte war es, Märkte zu wählen, die bereits NFL-Franchises haben beziehungsweise vor kurzem noch welche hatten (St. Louis).

Darüber hinaus gibt es noch ein sogenanntes "Team 9", das essenziell als Farmteam oder Practice Squad der übrigen Teams gilt. Sollte es also zu Verletzungen während der Saison kommen, können sich Teams auf diesem Wege Verstärkung besorgen.

Das ist der Modus der XFL

Die acht Teams der Liga werden aufgeteilt in zwei Conferences - East und West. Gespielt wird dann jeweils zweimal gegen Teams der eigenen Conference sowie je einmal gegen die Teams der anderen Conference, sodass jedes Team auf zehn Spiele in zehn Wochen kommt.

Nach dieser Regular Season treten dann die zwei besten Teams jeder Conference in einem Conference-Finale gegeneinander an. Die Sieger davon treffen schließlich im XFL Championship Game gegeneinander an.

Dies ist übrigens derselbe Spielplan, den auch schon die ursprüngliche XFL verwendet hatte, ebenso die im Vorjahr aktive AAF (Alliance of American Football), die allerdings schon während ihrer ersten Saison wieder eingestellt wurde.

Wer überträgt die XFL in Deutschland?

Die XFL wird in Deutschland von ran.de im kostenlosen Livestream und deutschem Kommentar gezeigt. Pro Woche gibt es ausgwählte Partien mit der Crew, die sonst die NFL kommentiert.

Darüber hinaus können Footballfans alle Spiele der XFL-Saison auch live und on-demand im kostenpflichtigen ESPN Player verfolgen.

Die Regeln der XFL

Die XFL spielt zwar American Football, allerdings in einer abgewandelten Form mit zahlreichen innovativen Regelanpassungen. Die wichtigsten Regeln die folgenden:

Kick-Off in der XFL

Der Kick-Off wird revolutioniert. Der Ball liegt beim Kick-Off an der 30-Yard-Linie. Die Blocker stehen an der 30 des Return-Teams, das Coverage-Team wiederum an der 35 - also nur 5 Yards von den Blockern entfernt. Je drei Mann auf beiden Seiten müssen dabei außerhalb der Hashmarks platziert sein. Der Kicker muss dann den Ball zwischen der Endzone und der gegnerischen 20 kicken.

Das Besondere dabei ist, dass sich bis zum Kick nur der Kicker und der Returner bewegen dürfen. Die Blocker und Cover-Spieler wiederum dürfen sich erst bewegen, wenn der Returner den Ball gefangen hat, oder, wenn der Ball mindestens drei Sekunden auf dem Boden lag.

Sollte der Ball vor der 20-Yard-Linie landen oder ins Aus gehen, dann bekommt der Gegner den Ball an der 45-Yard-Linie des Kicking-Teams. Landet der Ball direkt in der Endzone, ist das Resultat ein "Major Touchback", sodass der Ball an der 35 des Return-Teams landet. Landet der Ball im Feld und rollt dann in die Endzone, wäre dies ein "normaler" Touchback und ginge an die 15.

Sollte sich ein Team indes zum Onside-Kick entscheiden, gelten traditionelle NFL-Regeln dafür. Einen überraschenden Onside-Kick wird es allerdings nicht geben, da man einen solchen beim Schiedsrichter ansagen muss.

Das Ziel des Ganzen ist es, die Chance auf spektakuläre Returns zu erhöhen, was in der NFL regeltechnisch kaum noch möglich ist.

Punts in der XFL

Auch bei den Punts wird das Return-Team zu Returns bewogen. Das Punt-Team etwa darf erst die Line of Scrimmage - die Linie, an der der Ball vor Beginn des Spielzugs liegt - überqueren. Gunners dürfen sich nach dem Snap nur seitlich bewegen, bis der Ball in der Luft ist. Gleichzeitig dürfen auch Verteidiger, die den Gunners gegenüberstehen, die Line nicht überqueren, bis der Ball in der Luft ist.

Zudem sollte der Punter den Ball nicht in die Endzone oder ins Aus befördern. Landet der Ball in der Endzone, bekommt ihn das Return-Team an der eigenen 35, ebenso, wenn der Ball innerhalb der 35 ins Aus geht. Landet der Ball sogar vor der 35-Yard-Linie im Aus, dann bekommt der Gegner ihn freilich an dieser Stelle.

Neuartiger Extra-Punkt in der XFL

Erzielt ein Team einen Touchdown, gibt es auch in der XFL die Möglichkeit auf einen "Point after Touchdown", zu Deutsch: Extrapunkt. Allerdings wird hierfür in der XFL kein Kicker benötigt. Stattdessen hat das Team, das den Touchdown erzielt hat, eine Auswahl von drei Conversion-Plays - das Ziel ist es jeweils, die Endzone zu erreichen.

Zur Auswahl stehen dann Plays von der 2-, 5- und 10-Yard-Linie. Erreicht die Offense von der 2 die Endzone, gibt es einen Extrapunkt, von der 5 wären es zwei Punkte und von der 10 sind es gar drei Punkte. Misslingt der jeweilige Versuch, geht die Offense leer aus. Schafft die Defense dagegen, den Ball zu erobern und die gegnerische Endzone zu erreichen, bekäme sie die vom Gegner angestrebten Punkte.

XFL erlaubt den doppelten Vorwärtspass

In der NFL undenkbar, in der XFL aber erlaubt: Wenn ein Pass vorwärts geworfen wird, aber nicht die Line of Scrimmage überquert, dann darf der Ball nochmals vorwärts geworfen werden. Überquert der Ball dagegen einmal die Line of Scrimmage, dann darf er nicht nochmal im selben Spielzug vorwärts geworfen werden - wie in NFL und auf dem College üblich.

XFL: Shootout in der Overtime

Revolutionär kommt die XFL auch in der Overtime daher. Nach Ende der regulären Spielzeit kommt es direkt zu einem Shootout. Ähnlich wie im Elfmeterschießen im Fußball hat jedes Team fünf Chancen auf Punkte.

Pro Runde bekommt jedes Team jeweils den Ball an der 5-Yard-Linie und muss dann versuchen, die Endzone zu erreichen. Bei Erfolg gibt es fünf Punkte. Pro Runde wechselt, wer zuerst offensiv spielt. Es geht dann so lange weiter, bis ein Team mathematisch gewonnen hat. Steht es nach fünf Runden unentschieden, gibt es jeweils eine Extra-Runde. Die Defense kann indes keine Punkte erzielen.

Timeouts und Videobeweis in der XFL

Anders als in der NFL hat jedes Team pro Halbzeit nur zwei Timeouts (3 in der NFL). Zudem gibt es keine Challenges der Coachs. Den Videobeweis gibt es aber dennoch, er wird allerdings vom Replay Official kontrolliert.

Wer spielt in der XFL?

Die Spieler der XFL sind keineswegs Unbekannte. Zahlreiche Spieler der neugegründeten Liga standen bereits in der NFL unter Vertrag und kämpfen nun gewissermaßen um eine zweite Chance. Nennenswert sind etwa die Quarterbacks Landry Jones (Dallas/früher Steelers), Cardale Jones (DC/Bills, Chargers) und Connor Cook (Houston/Raiders).

Außerdem gibt es bekannte Verteidiger wie Kony Ealy (Houston/Panthers) und Matt Elam (DC/Ravens), der einst ein Erstrundenpick der Baltimore Ravens war. Und auch Running Back Christine Michael (St. Louis/Seahawks) dürfte Fans in Seattle noch ein Begriff sein.

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