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NFL

New England Patriots vs. New York Giants 35:14 - Dominante Patriots-Defense erdrückt überforderte Giants

Stephon Gilmore und die Patriots-Defense legten eine erneut dominante Vorstellung ab.

Die New England Patriots haben Week 6 in der NFL mit einem 35:14-Heimerfolg über die New York Giants begonnen. Tom Brady und seine Offense offenbarten dabei erneut Schwächen, während die Defensive sich äußerst opportunistisch erwies. Rookie-Quarterback Daniel Jones leistete sich drei Interceptions.

An einem windigen Abend in Foxborough/MA fanden beide Teams offensiv nur schwer in die Partie. Die Patriots bewegten den Ball zwar direkt vom Start weg in die gegnerische Hälfte, wurden jedoch bei 4th Down gestoppt. Es folgten Punts auf beiden Seiten und eine Sequenz von zwei Interceptions in Serie.

Erst schnappte sich Edge-Rusher John Simon einen abgefälschten Pass von Daniel Jones, anschließend warf Tom Brady eine Interception zu Janoris Jenkins. Folglich mussten Special Teams herhalten, um für Punkte zu sorgen. Brandon Bolden drängte Matt Stupar bei einem Punt der Giants soweit zurück, dass der Punt den Linebacker am Hinterkopf traf - offiziell ein geblockter Punt. Rookie Chase Winovich schnappte sich den Ball aus der Luft und erzielte seinen ersten NFL-Touchdown.

Nach einer weiteren Interception von Jones, dieses Mal zu Safety Duron Harmon, war es dann Bolden, der das Leder von der 1 in die Endzone drückte. Es folgte eine weitere verrückte Sequenz: Jones warf einen 64-Yard-Touchdown-Pass auf Golden Tate, der Slot-Corner Jonathan Jones, der sich verschätzte, davonlief. Kurz darauf schaffte Edge-Rusher Lorenzo Carter einen Strip-Sack gegen Brady und Markus Golden returnierte den Ball in die Endzone zum Touchdown! Ausgleich Giants.

Lange hielt die Freude der Gäste jedoch nicht, denn Brady selbst machte seinen Turnover kurz vor der Pause wieder gut - Quarterback-Sneak zum Touchdown. Pausenstand: 21:14 Patriots.

Nach der Pause begannen die Giants direkt mit Jones' dritter Interception - dieses Mal schlug Stephon Gilmore zu -, doch die Patriots machten daraus keine Punkte - Mike Nugent setzte einen 40-Yard-Field-Goal-Versuch an den linken Upright. Wenig später stoppten die Giants die Patriots erneut bei 4th Down, verloren aber im folgenden Drive einen Fumble, den Kyle Van Noy zum Touchdown verwertete. Weniger als vier Minuten vor Schluss erzielte Brady dann noch einen weiteren Touchdown, erneut nach Sneak.

Die Giants traten ohne zahlreiche Leistungsträger (u.a. Saquon Barkley, Evan Engram, Sterling Shepard), die Patriots verloren während des Spiels Wide Receiver Josh Gordon, der sich beim Tackle-Versuch gegen Golden nach dem Brady-Fumble am linken Knie verletzte. Er kam danach nicht ins Spiel zurück.

New England Patriots (6-0) - New York Giants (2-4)

Ergebnis: 35:14 (7:0, 14:14, 0:0, 14:0) BOXSCORE

Patriots vs. Giants - die wichtigsten Statistiken

  • Mit seiner 19-Yard-Completion auf Sony Michel im ersten Viertel hat Tom Brady Peyton Manning (71.940 YDS) auf Platz 2 der All-Time-Passing-Yard-Rangliste überholt. Nur Drew Brees liegt jetzt noch vor Brady.
  • Der 64-Yard-Touchdown-Pass von Daniel Jones auf Golden Tate war laut Next Gen Stats Jones' zweiter "Dime" (mindestens 30 Air Yards in ein enges Fenster) der Saison. Zudem war es der erste Touchdown-Pass in dieser Saison gegen die Patriots.
  • Brady (31/41, 334 YDS, INT) erzielte 2 Rushing Touchdowns im Spiel. So viele hatte er im Vorjahr insgesamt. in diesem Jahr sind es nun 3 und 22 in der Karriere (Regular Season). 2 Rushing Touchdowns sind zugleich seine Karrierebestleistung, die er nun zum dritten Mal hingelegt hat. Zuletzt war ihm dies allerdings im Jahr 2011 gegen Miami gelungen.

Der Star des Spiels: Stephon Gilmore (Patriots)

Der Star-Cornerback der Patriots zeigte eine dominante Vorstellung und sorgte für insgesamt 5 Pass Deflections. Zudem forcierte er die Simon-Interception mit extrem enger Coverage gegen Tate. Seine Interception war dann die Krönung seiner Vorstellung. Ebenfalls richtig gut: Brandon Bolden, der seine Finger beim Blocked-Punt-Return-TD im Spiel hatte, den zweitlängsten Run im Spiel (21 YDS) hinlegte und zwei gute Receptions plus Rushing Touchdown beisteuerte.

Der Flop des Spiels: Daniel Jones (Giants)

Es bleibt dabei: Junge Quarterbacks gewinnen einfach nicht gegen Belichick in New England. Jones (15/31, 161 YDS, TD, 3 INT) war nicht per se schlecht, machte aber viel zu viele Fehler. Es wären durchaus noch ein, zwei weitere Interceptions drin gewesen. Letztlich machte das den Unterschied. Sein TD-Pass zu Tate allerdings war "on the Money" und ist etwas, worauf die Giants als Ganzes aufbauen können.

Analyse: Patriots vs. Giants - die Taktiktafel

  • Die Patriots begannen das Spiel mit 21-Personnel mit Jakob Johnson als Fullback. Doch dieses Personnel-Package mussten sie zügig aus dem Fenster werfen, ebenso Formationen mit zwei Tight Ends, da sich zunächst Tight End Matt LaCosse verletzte und später in der ersten Hälfte auch noch Johnson. Die Folge waren viele 11-Personnel-Pakete, wobei manche auch als Empty-Sets mit dem Running Back als Wideout daherkamen.
  • Wie zuletzt häufiger zu beobachten war, litten die Patriots unter Problemen in der Pass-Protection. Früh im Spiel wurde zumeist Left Tackle Marshall Newhouse in Eins-gegen-Eins-Duellen geschlagen. Beim Fumble von Brady, der zum Touchdown führte, wurde allerdings Tight End Ryan Izzo geschlagen, wobei Brady den Sack wohl mit einem Step-Up in der Pocket hätte verhindern können. Er sah den ankommenden Pass-Rusher jedoch nicht und wurde von hinten überrascht.
  • Die Giants spielten verhältnismäßig gute Coverage, was auch damit zusammenhing, dass sie in der Regel nur ihre vier Down-Linemen zum Rush nutzten, was durchaus effektiv war.
  • Bei Bradys Interception im ersten Viertel war Pass Rush allerdings nicht das Problem aus Sicht der Patriots. Die Pocket war sauber, Brady traf aber eine ganz schlechte Entscheidung mit seinem Pass Richtung Edelman. Der nämlich hatte neben Jenkins auch noch einen Safety gegen sich. Abgesehen davon war der Wurf an sich schlecht und mehrere Yards von Edelman entfernt.
  • Die dritte Interception von Daniel Jones wiederum war ein verfehlter Read vom Rookie-Quarterback. Der vermutete Man-Coverage mit einem Gilmore, der anscheinend Press spielte. Doch der übergab seinen vermeintlichen Gegenspieler, Cody Latimer, an den dahinter postierten Safety und hielt seine Position, was es ihm erlaubte, den Pass Richtung Rhett Ellison abzufangen. Klarer Rookie-Fehler.
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