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NBA

Dallas: Gedankenspiele um Stephen Jackson?

Von Haruka Gruber
Jackson in dieser Saison: 16,6 Punkte, 4,7 Assists, 3,9 Rebounds, 1,6 Steals
© Getty

Es ist eines der heißesten Gerüchte der NBA: Die Dallas Mavericks wägen eine Verpflichtung des streitbaren Stephen Jackson von den Golden State Warriors ab. Jackson steht für Talent, Klasse - und Irrsinn. Der Sinn und Unsinn eines möglichen Trades...
 

So langsam durchlebt das Gerücht jeden Schritt einer Metamorphose. Erst begann es im Sommer mit mehr oder weniger hypothetischen Gedankenspielen in diversen Internet-Foren, dann befeuerte Stephen Jackson selbst das Getuschel mit der Aussage, dass er einen Wechsel zu Dallas für möglich hält - und nun sollen sich die Mavericks tatsächlich mit einem Trade beschäftigen.

Wie "ESPN" mit Verweis auf Mavs-nahe Quellen berichtet, ist der Klub von Dirk Nowitzki angetan von Jackson. Weiter heißt es, dass die Texaner und die von Jackson frustrierten Golden State Warriors in der Vergangenheit bereits über ein Tauschgeschäft verhandelt hätten.

Ein Trade wäre vor der Saison jedoch gescheitert, weil Dallas Zweifel hatte, ob genügend Einsatzminuten übrig bleiben für Jackson, Josh Howard und Shawn Marion, die allesamt ähnliche Spielertypen verkörpern.

Die Suche nach dem Howard-Ersatz

Nun herrschen jedoch neue Umstände. Der seit langem an Knöchelproblemen laborierende Howard fällt seit der Pleite bei den Spurs für unbestimmte Zeit aus, eine schnelle Genesung ist angesichts Howards langer Verletzungsgeschichte nicht zu erwarten. Sprich: Dallas braucht eventuell eine Alternative für die Shooting-Guard-Position. Womöglich Jackson?

Laut eines Posts der beliebten Mavericks-Blog-Seite "DallasBasketball.com", der sich auf Insider-Information aus dem Umfeld des Warriors-Front-Offices beruft, diskutiert Golden States Trainer Don Nelson intern rege darüber, ob man den Mavs einen Deal vorschlagen sollte.

So wäre Golden State daran gelegen, Akteure aus Dallas zu verpflichten, die dank günstigerer Vertragskonditionen Entlastung für den Salary Cap versprechen. Im Gegenzug sei man bereit, einen Spieler, der gut genug für die Rotation ist, nach Dallas zu schicken. Einen Spieler wie Jackson?

Finanzen spielen große Rolle

Rein rechnerisch ist ein solcher Deal möglich. Beispielsweise, wenn Jackson (7,7 Millionen Dollar Jahresgehalt) getradet wird für Matt Carroll (4,7) und Shawne Williams (2,4), der dank einer Klausel aus dem Vertrag herausgekauft werden kann.

Nur: Nach Kenntnisstand von "ESPN" ist der wirtschaftliche Aspekt ein Hinderungsgrund für Dallas, obwohl Besitzer Mark Cuban mehrmals betonte, dass Geld keine Rolle spielt, wenn man Meister werden will.

Doch selbst für den milliardenschweren Cuban könnte die Gehaltserhöhung, die Jackson ab der Saison 2010/11 vertraglich zugesichert ist (27,8 Millionen Dollar für drei Jahre), zu viel sein. Immerhin ist Jackson dann 32 Jahre alt.

Terry: Dallas fehlt Aggressivität

Sportlich ist er wegen seiner Vielseitigkeit über jeden Zweifel erhaben. Er verfügt über das komplette Paket, kann scoren, passen, rebounden, Bälle klauen und ordentlich aus der Distanz werfen. Was Jackson jedoch besonders auszeichnet, sind seine Leaderqualitäten.

Jackson war es gewesen, der Golden State kraft seiner Präsenz und Ausstrahlung aus einer Losertruppe in die Überraschungsmannschaft verwandelt hat, die 2007 Dallas sensationell aus den Playoffs warf.

Zufall oder nicht: Genau die Attitüde, die Jackson personifiziert, fehlt den Mavs in der bisherigen Saison. Das Talent ist vorhanden, aber "solange wir nicht den Killerinstinkt entwickeln und das Selbstverständnis haben, dass uns keiner etwas kann, werden wir Probleme bekommen", sagte zuletzt Jason Terry. "Diese Passivität hindert uns daran, ein Titelkandidat zu sein. Unser größtes Problem ist, dass wir nicht aggressiv genug sind, wenn sich die Gelegenheit ergibt."

"Es ist höllisch schwer, diesen Typen abzugeben"

Jackson steht wie kaum ein anderer NBA-Spieler für Aggressivität. Nur hier zeigt sich auch seine dunkle Seite: Beim berüchtigten Brawl 2004 in Indianapolis spielte er eine Hauptrolle, 2006 prügelte er sich vor einem Strip-Club und zuletzt geriet er mit Warriors-Coach Nelson aneinander, der Jackson die Kapitänsbinde abnahm.

"Es kommt ein Punkt, an dem man jemanden traden muss. Er will weg, wir wollen ihn weg haben", sagt Nelson. Aber: "Es ist höllisch schwer, diesen Typen abzugeben. Er hat einen langen Kontrakt und er hat eine Vergangenheit."

"Captain Contradiction"

Jackson, der Prototyp des NBA-Rüpels.

Jackson, der aber auch bekannt ist für sein karitatives Engagement und 2008 von der NBA mit dem Community Assist Award geehrt wurde. "Sports Illustrated" bezeichnete Jackson als "Captain Contradiction" (Kapitän Widerspruch), in Anlehnung an seinen Spitznamen "Captain Jack".

"Die Leute wollen mich als Bad Guy abstempeln. Die Leute wollen jemanden haben, auf den sie mit dem Finger zeigen können. Aber ich wusste gar nicht, dass man gleich eine schlechte Person ist, wenn man sagt, was man denkt", sagt Jackson.

"Ich werde mich nicht mehr ändern. Ich bin 31 Jahre alt und werde nicht jünger. Ich möchte das Beste aus den letzten Jahren meiner Karriere machen und schaue nach einem Klub, mit dem ich den Titel gewinnen kann. Ich bin das fehlende Puzzleteil für viele Teams."

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