Cookie-Einstellungen
NBA

NBA Finals - Erkenntnisse zum Warriors-Sieg in Spiel 2 gegen Celtics: Warum schwer für Stephen Curry, wenn es auch einfach geht?

Von Robert Arndt
Stephen Curry erzielte 29 Punkte in drei Vierteln in Spiel 2.

Die Golden State Warriors haben die Serie mit den Boston Celtics ausgeglichen. Die Defense zieht an, aber ein einfacher Schachzug in der Offensive ist der Dosenöffner für die Warriors und Superstar Stephen Curry. Die Celtics haben in einem Bereich große Defizite.

1. Mehr High Pick'n'Roll für Steph Curry

Die Warriors werden gerne für ihr schönes Spiel gelobt und das ist durchaus berechtigt. Manchmal jedoch übertreiben sie es und sterben in Schönheit. Weniger ist manchmal mehr, das zeigte sich bislang recht deutlich in dieser Serie. Mit Stephen Curry haben die Warriors einen Ballhandler und Schützen, der prädestiniert für hohe Pick'n'Rolls ist, besonders häufig nutzen die Warriors dies aber nicht.

Nur jeder vierte Spielzug über Curry in der Regular Season war ein PnR, in der Postseason waren es bisher ein paar Prozentpunkte mehr, aber noch immer meilenweit von den Ligaführenden wie Chris Paul oder Luka Doncic entfernt. Selbst in Spiel 2 dauerte es wieder bis zur zweiten Halbzeit, ehe Golden State die Dinge simpler gestaltete und Curry einfach machen ließ.

Selbst TV-Experte Mark Jackson, nur bedingt für seine präzisen Analysen während des Spiels bekannt, zeigte sich verwundert, als Golden State zu Beginn des dritten Viertels nicht einfach ein hohes Pick'n'Roll lief, als Celtics-Center Robert Williams nach einer Kollision wenige Sekunden zuvor kaum noch laufen konnte.

Erst als die Celtics Mitte des Abschnitts wieder auf 62:68 aus ihrer Sicht verkürzten, machte Golden State ernst. Dreimal in Serie bekam der Spielmacher der Warriors einen hohen Pick gesetzt, dreimal kollabierte die Defense. Zunächst wurde Otto Porter Jr. in der Ecke freigespielt, die anderen beiden Male drückte Curry selbst erfolgreich ab.

Boston verteidigte mal wieder in Drop Coverage und war immer zu spät, dies setzte sich auch mit Jordan Poole fort, der nach sechs schwachen Vierteln endlich Einfluss nahm und diesmal seinem Ruf als Mini-Curry gerecht wurde. Auch er war kurz darauf aus dem High-PnR erfolgreich. Erst bediente er Kevon Looney nach einem Drive, dann drückte er Daniel Theis einen tiefen Dreier ins Gesicht, als dieser Poole etwas zu viel Platz gelassen hatte.

Der Wurf von der Mittellinie zum Abschluss des Viertels war dann die Krönung des 19:2-Laufs der Warriors über die letzten 4:17 Minuten, welcher das Spiel vorzeitig entschied.

2. Die Celtics-Schützen sind nicht mehr offen

Die Rollenspieler wie Derrick White, Al Horford oder Marcus Smart waren es in Spiel 1 noch, die Golden State das Leben so schwer machten. 15 Dreier verwandelten sie, die meisten davon sehr offen, weil die Warriors zu viel rotierten und aushalfen. Als Beispiel hatten wir in der Vorschau auf Spiel 2 Draymond Green herausgepickt, der Horford immer wieder frei stehen ließ.

Wie vermutet wechselten die Dubs ihre Matchups aber ein bisschen durch und Green verbrachte viel Zeit im Matchup gegen Jaylen Brown, der nach einem starken Start (13 Punkte im ersten Viertel) nicht mehr zur Geltung kam und nur noch 4 Zähler mehr verbuchte (1/11 FG). Noch wichtiger aus Warriors-Sicht: Die Rollenspieler bekamen kaum offene Würfe.

Jayson Tatum und Brown nahmen in den ersten 36 Minuten 18 der 27 Versuche von Downtown, das oben angesprochene Trio kam nur auf eine Ausbeute von 2/7, wobei Horford keinen einzigen Versuch nahm. Die Warriors schafften es zudem, die Zone abzuriegeln. Nur 14 Zähler (7/24 FG) in 36 Minuten in diesem Bereich für Boston sind eine unfassbar schwache Ausbeute.

Golden State verteidigte im Eins-gegen-Eins besser, schickte selten unnötige Hilfe und setzte das um, was eigentlich auch der Game Plan von Beginn an gegen die Celtics sein sollte. Tatum und Brown können wunderbare Scorer sein, verstricken sich aber gerne einmal in Isolations und erfolglosen Drives.

Zugegeben, die Warriors profitierten auch das eine oder andere Mal von der sehr langen Leine der Referees, doch dass die Celtics in den ersten beiden Spielen überhaupt erst 14 Würfe in direkter Ringnähe verbuchen konnten, spricht erneut für die Dubs (und für die eigenwillige Erhebung der Stats im Chase Center).

Dazu lohnt auch ein Blick darauf, was die Warriors für Dreier abgaben. 37 Distanzwürfe für Boston sind zwar nur vier weniger als in Spiel 1, doch die Qualität der Versuche war deutlich geringer. Zum Auftakt nahmen die Celtics 36 Würfe aus dem Catch-and-Shoot von Downtown, in Spiel 2 waren es in den ersten drei Vierteln gerade einmal 15, wovon sie 6 trafen. Dass Bostons Quote dennoch gut war, lag vor allem an Tatums erfolgreichen Pullup-Versuchen, damit werden die Dubs im Laufe der Serie aber sicherlich leben können.

NBA Finals - Warriors vs. Celtics: Die Serie im Überblick (1-1)

SpielDatumUhrzeitHeimAuswärtsErgebnis
13. Juni3 UhrGolden State WarriorsBoston Celtics108:120
26. Juni2 UhrGolden State WarriorsBoston Celtics107:88
39. Juni3 UhrBoston CelticsGolden State Warriors-
411. Juni3 UhrBoston CelticsGolden State Warriors-
514. Juni3 UhrGolden State WarriorsBoston Celtics-
6*17. Juni3 UhrBoston CelticsGolden State Warriors-
7*20. Juni2 UhrGolden State WarriorsBoston Celtics-

*falls nötig

Werbung
SPOX Fallback Ads, Eigenwerbung
Werbung
SPOX Fallback Ads, Eigenwerbung