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NBA

NBA Finals: Golden State Warriors greifen nach dem Titel! Andrew Wiggins springt für historisch schwachen Stephen Curry in die Bresche

Von Robert Arndt
Trotz der Off-Night von Stephen Curry gewinnen die Warriors Spiel 5.

Den Golden State Warriors fehlt nur noch ein Sieg zu einer weiteren Championship. In Spiel 5 der NBA Finals blieb Stephen Curry zwar blass, dafür sprang vor allem Andrew Wiggins in die Bresche. Die Warriors gewinnen trotz einiger Dürrephasen am Ende recht souverän mit 104:94 und führen nun in der Serie mit 3-2.

Stephen Curry kam nur auf 16 Punkte (7/22 FG, 0/9 Dreier) und 8 Assists, dafür schwang sich Andrew Wiggins (26, 12/23, 13 Rebounds) mit einem abermals starken Double-Double zum besten Scorer der Gastgeber auf. Klay Thompson (21, 5/11 Dreier) hatte ebenfalls gute Phasen, Draymond Green (8, 3/6, 8 Rebounds, 7 Assists) zeigte sich stark verbessert, foulte aber drei Minuten vor dem Ende aus.

Bei Boston war Jayson Tatum (27, 10/20, 10 Rebounds) der beste Scorer, im vierten Viertel ging aber auch ihm die Luft aus. Jaylen Brown (18, 5/18, 9 Rebounds, 5 TO) und Marcus Smart (20, 7/15, 4 TO) fielen dagegen eher durch katastrophale Ballverluste auf. Gerade im Schlussviertel, welches die Celtics mit 20:29 abgaben, war keinerlei Rhythmus erkennbar.

Auch den Start in die Partie hatten sich die Celtics ganz anders vorgestellt. Mit erstickender Defense zogen die Gastgeber ihnen schnell den Zahn, Boston erspielte sich keine offenen Würfe, Tatum blieb lange ohne Wurf. Für Golden State war Green deutlich aktiver, auch Wiggins und Thompson begannen stark. Nach einer kleinen Pause fand Tatum etwas Rhythmus, Curry (4, 2/6) war für seine Verhältnisse unauffällig - dennoch führten die Warriors mit 27:16.

Boston arbeitete sich wieder ins Spiel, vor allem weil Golden State ohne Curry nicht viel einfiel. Zeitweise blieben die Dubs 4:30 Minuten ohne Punkte, Boston erzielte aber auch nur 8 Zähler, weil erst der 13. Dreierversuch saß (Tatum). Die Warriors fanden erst durch Wiggins wieder Offense. Der frühere Top-Pick traf Jumper und zog entschlossen zum Korb. Bei Boston summierten sich dagegen wieder die Turnover, dazu schmerzten vergebene Freiwürfe. Golden State führte zur Pause mit 51:39.

Andrew Wiggins führt Warriors zum Matchball gegen Celtics

Es dauerte aber nur knapp sechs Minuten, bis Boston plötzlich vorne war. Tatum lief heiß, die Celtics ließen es Dreier regnen (inzwischen 8 am Stück). Die Warriors vergaben dagegen 14 in Serie, erst Thompson brach den Bann. Klay brachte die Offense wieder zum Laufen, während Curry nun bei Tatum abgemeldet war. Es ging hin und her, so war es nur passend, dass Jordan Poole mit der Sirene wie schon in Spiel 2 von knapp hinter der Mittellinie einen Buzzerbeater versenkte. 75:74 Warriors vor dem Schlussabschnitt.

Dies brachte den Warriors endgültig wieder das Momentum, welche die ersten 10 Zähler des Viertels erzielten. Boston verlor den Faden, Smart holte sich ein T ab und verstrickte sich in Nebenkriegsschauplätze. Die Warriors erzwangen reihenweise Turnover und konnten sich weiter auf Wiggins verlassen. Der Vorsprung wuchs auf 16 Zähler an, Boston kam nicht mehr in Schlagdistanz, ein mächtiger Slam von Wiggins zwei Minuten vor dem Ende war das letzte Ausrufezeichen dieser Partie (99:84).

Die Warriors haben somit den ersten Matchball und können in der Nacht auf Freitag ihren vierten Titel in der Curry-Ära sichern. Tip-Off ist 3 Uhr deutscher Zeit.

Die wichtigsten Statistiken

Golden State Warriors (W3) vs. Boston Celtics (E2) 104:94 (BOXSCORE), Serie: 3-2

  • Die Celtics spielten eine richtig schwache erste Halbzeit und verfielen mal wieder in alte Muster. 9 Turnover resultierten in 13 Warriors-Punkten, dazu trafen die Gäste nur vier ihrer neun Freiwürfe. Auch aus der Distanz ging fast nichts, die ersten zwölf Versuche klatschten nur auf den Ring, lediglich die letzten drei Würfe vor der Pause saßen. Aber auch die Warriors waren kalt, 18 Prozent von Downtown waren nach 24 Minuten kein Ruhmesblatt.
  • Curry blieb in diesem Spiel ohne einzigen verwandelten Dreier - ein historisches Ereignis. Das war dem Chefkoch in den Playoffs noch nie passiert. Damit riss seine Rekordserie von 132 Playoff-Spielen mit einem verwandelten Distanzwurf. Platz 2 belegt übrigens Klay Thompson mit gerade einmal 54 Partien am Stück. Und noch eine Curry-Serie riss: Inklusive Regular Season hatte der 34-Jährige sogar 233 Spiele mit mindestens einem Dreier beendet.
  • Boston bekam absolut nichts von seiner Bank. Grant Williams hatte zumindest defensiv ein paar lichte Momente (u.a. blockte er einen Curry-Dreier von hinten), das war es dann aber auch schon. Die drei Bankspieler der Celtics verbuchten zusammengerechnet 4 Punkte (1/9) - und das in rund 42 Minuten Spielzeit. Für die Dubs brachten dagegen Poole (14) und Gary Payton II (15) etwas Punch.
  • Noch ein Stat zur Turnover-Problematik der Celtics. Wenn Boston maximal 15 Turnover hat, haben sie in den Playoffs 14 von 16 Partien gewonnen. Liegen sie drüber, wurden alle sechs Spiele verloren, in Spiel 5 kam das Siebte hinzu, da 18 Ballverluste im Statistikbogen vermerkt wurden. Und die Warriors? Die schmissen den Ball nur sechsmal weg, kein einziges Mal im vierten Viertel.

NBA Finals - Warriors vs. Celtics: Die Stimmen zum Spiel

Draymond Green (Warriors) über Wiggins: "Coach Tom Thibodeau hat uns nach dem Trade erzählt, dass Jimmy Butler Wiggins geliebt hat. Und wir alle wissen, wie Jimmy ist, wenn er auch nur ein Anzeichen von Schwäche in jemandem sieht ..."

Al Horford (Celtics): "Wir stehen nun mit dem Rücken zur Wand. Nun müssen wir uns tief in die Augen schauen, weil es kein Morgen mehr gibt. Es wird sich zeigen, aus welchem Holz wir geschnitzt sind."

Steve Kerr (Head Coach Warriors): "Ich glaube, dass so ein Spiel von Steph einfach mal fällig war. So gut wie er zuletzt getroffen hat, musste auch mal ein Ausreißer nach unten kommen. (...) Mir gefällt aber die Idee, dass er aus dieser Position in Spiel 6 gehen wird."

Der Star des Spiels: Andrew Wiggins

Es war diesmal nicht die Curry-Show und der Kanadier sprang vor allem in der ersten Halbzeit in die Bresche, als im zweiten Viertel nichts zusammen laufen wollte. So aggressiv wie in diesen Finals haben wir den Forward sonst nur gegen seine Ex-Teams gesehen, diesmal liefert Wiggins konstant und ist der X-Faktor der Dubs.

Der Flop des Spiels: Jaylen Brown

Ganz schwacher Auftritt von Brown, der viel zu kopflos agierte und immer wieder mit dem Kopf gegen die Wand der Warriors krachte. Der Wurf fiel nicht, dazu ließ er auch in Korbnähe viel zu viel liegen. Es hätten dazu auch noch mehr als 5 Turnover sein können, die Refs drückten bei einigen "Moves" die Augen zu und verzichteten auf Travel Calls.

Die Szene des Spiels

Jordan Poole und das Ende des dritten Viertels im Chase Center - das passt einfach. Wie schon in Spiel 2 traf der Guard mit der Sirene von der Mittellinie, diesmal sogar ohne jegliche Balance. Auch in der Regular Season war Poole bereits ein solch tiefer Dreier zum Ende eines Viertels gelungen.

NBA Finals - Warriors vs. Celtics: Die Serie im Überblick (3-2)

SpielDatumUhrzeitHeimAuswärtsErgebnis
13. Juni3 UhrGolden State WarriorsBoston Celtics108:120
26. Juni2 UhrGolden State WarriorsBoston Celtics107:88
39. Juni3 UhrBoston CelticsGolden State Warriors116:100
411. Juni3 UhrBoston CelticsGolden State Warriors97:107
514. Juni3 UhrGolden State WarriorsBoston Celtics104:94
617. Juni3 UhrBoston CelticsGolden State Warriors-
7*20. Juni2 UhrGolden State WarriorsBoston Celtics-

*falls nötig

 

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