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NBA

NBA - Kommentar zum Playoff-Verpassen der Los Angeles Lakers: Ein Versagen mit Ansage

Für LeBron James und die Lakers heißt es zum zweiten Mal in vier Jahren: keine Playoffs!

Es ist offiziell, die Postseason 2022 findet ohne die Los Angeles Lakers statt. Ohne LeBron James, ohne Anthony Davis, ohne Russell Westbrook. Manche Lakers-Fans atmen auf, manche Akteure sehen in diesem Team immer noch Championship-Potenzial. Das ist illusorisch und das war es schon lange. Das Lakers-Desaster ist ein Versagen mit Ansage. Ein Kommentar.

Genau 543 Tage ist es nun her, da war Los Angeles ein Tollhaus. Wäre es gewesen ohne die Coronavirus-Pandemie, besser gesagt. Das Virus verhinderte eine große, öffentliche Party in Hollywood, nachdem die Lakers in der Bubble von Orlando ihre 17. Championship eingetütet hatten. Nicht einmal 18 Monate später ist das nur noch eine trübe Erinnerung. Nicht einmal zwei Jahre nach dem großen Triumph sind die Lakers ein Scherbenhaufen.

Nach der Pleite gegen die Suns ist es offiziell, die Los Angeles Lakers werden 2022 nicht an der Postseason teilnehmen. Für das Team von LeBron James, Anthony Davis und Russell Westbrook hat es nicht einmal für das Play-In-Turnier gereicht. Statt Titeltraum heißt die bittere Realität Platz elf im Westen, noch hinter den San Antonio Spurs um Dejounte Murray, Jakob Pöltl und Keldon Johnson.

Bis zum Dienstag haben sich die Lakers zumindest intern noch Hoffnungen gemacht, zahlreiche Fans hatten die Saison aber schon längst abgeschenkt. Das vorzeitige Playoff-Aus hatte sich schon länger angedeutet. Spätestens nach der neuerlichen Niederlagenserie (sieben Spiele in Folge verloren im Saisonendspurt), aber auch schon früher nach heftigen Blowout-Pleiten gegen die Pelicans, Clippers, Suns oder Timberwolves kurz nach der All-Star-Pause.

Vielleicht auch noch früher, als das Verletzungspech bei LeBron und AD einsetzte. Oder als im Dezember ein Corona-Ausbruch das Team traf. Beides dient aber keinesfalls als Ausrede für das Debakel - anders ist diese Spielzeit für eine im Kreis der Titelfavoriten gestartete Franchise nicht zu beschreiben -, denn mit den gleichen Problemen musste sich auch die Konkurrenz herumschlagen. Man schaue beim Stichwort Verletzungspech nur auf die Nuggets und Clippers.

Nein, diese Enttäuschung haben sich die Lakers selbst zuzuschreiben. Es war ein Versagen mit Ansage.

NBA: Stand in der Western Conference mit den Los Angeles Lakers

RangMannschaftSp.SNPunkteDiff.%
1Phoenix Suns7963169087:846762079.7
2Memphis Grizzlies7955249120:863948169.6
3Golden State Warriors7950298746:833541163.3
4Dallas Mavericks7949308469:827619362.0
5Utah Jazz7947328963:852943459.5
6Denver Nuggets8047338980:879918158.8
7Minnesota Timberwolves8045359260:904621456.3
8Los Angeles Clippers7939408522:8593-7149.4
9New Orleans Pelicans7935448614:8680-6644.3
10San Antonio Spurs7934458944:89123243.0
11Los Angeles Lakers7931488814:9072-25839.2
12Sacramento Kings8029518831:9267-43636.3
13Portland Trail Blazers7927528459:9073-61434.2
14Oklahoma City Thunder7924558216:8775-55930.4
15Houston Rockets8020608769:9445-67625.0

Los Angeles Lakers: Die Quittung für die Kaderplanung

Auch mit bester Gesundheit hätte dieses Konstrukt nichts gerissen, auch wenn das AD nicht wahrhaben will. Es ist zwar richtig, dass das Star-Duo bestehend aus LeBron und Davis nur in 22 Spielen auf dem Parkett stand, doch auch da reichte es nur für eine Bilanz von 11-11 und ein negatives Net-Rating (-2,5 in 576 gemeinsamen Minuten).

Davis hatte immer wieder behauptet, man müsse nur gemeinsam fit werden, dann habe dieses Team alles, um einen Titel zu gewinnen. Die Zahlen und vor allem der Eye-Test sprechen da eine andere Sprache, die Davis' Aussagen fast illusorisch erscheinen lassen.

Von einer Big Three waren die Lakers meilenweit entfernt, die drei großen Namen haben zusammen einfach nicht funktioniert. Diese Bedenken wurden bereits kurz nach dem Trade für Westbrook im Sommer 2022 von vielen Seiten geäußert: zu wenig Shooting, zu wenig Platz für die drei Stars, ein Point Guard, der mit mittlerweile 33 Jahren viel seiner ehemals überragenden Athletik eingebüßt hat.

Dazu ein Supporting Cast, für den das ehemalige Erfolgsrezept namens Defense fast komplett eingestampft wurde, um weitere (ehemals) große Namen an Land zu ziehen. Der Westbrook-Trade steht da nur sinnbildlich für weitere Fehler in der Kaderplanung, die viele Rollenspieler weit über ihren Zenit brachte (Melo, Ariza, Bradley). Das Team bestand zum Saisonstart aus neun Spielern über 32 Jahren, fünf davon hatten sogar bereits die 35 überschritten.

LeBron bat in der Offseason in einem schnell wieder gelöschten Tweet die Zweifler sogar darum, weiter zu zweifeln. Er wollte die Kritik in Motivation umwandeln. Es war letztlich nur die Wahrheit.

Los Angeles Lakers: Absturz in nur zwei Jahren

So standen die Lakers mit zwei teils verletzten All-Stars da und ansonsten kaum einem Spieler mit Starter-Kaliber, auch Westbrook wurde in einer schwachen Saison mehrfach im vierten Viertel auf die Bank gesetzt. Die Lakers belegen defensiv Platz 24, offensiv Platz 23. In der Meistersaison 2019/20 stellte L.A. noch die drittbeste Defense in der regulären Saison.

Seither ist die Franchise abgestürzt. Ob nun General Manager Rob Pelinka die Hauptschuld trägt oder doch LeBron, der im Hintergrund zweifelsfrei seinen Einfluss hat, ist zum aktuellen Zeitpunkt nicht eindeutig zu sagen, letztlich aber auch unwichtig.

Die Lakers hatten einen Trade für Buddy Hield auf dem Tisch, der schon damals als auf dem Papier besserer Fit als Westbrook angesehen wurde. Womöglich hätten dann auch Kentavious Caldwell-Pope und Alex Caruso, zwei wichtige Spieler des Championship-Runs 2020, eine Zukunft in L.A. gehabt oder vielleicht wäre DeMar DeRozan in seine Heimat zurückgekehrt, auch wenn das finanziell sicherlich seine Schwierigkeiten mitgebracht hätte.

Los Angeles Lakers: Ein King reicht nicht

Am Ende entschieden sich die Verantwortlichen für den großen Namen, den Fit verlor man aus den Augen. Die Titelchancen wurden Purple-and-Gold hauptsächlich deshalb zugerechnet, weil viele davon ausgingen, LeBron und Davis würden das Ding schon schaukeln. Der King lieferte tatsächlich eine individuell herausragende Saison, meldete sich teils aber auch mental ab und konnte nicht fit bleiben.

Eine komplette 82-Spiele-Saison sollte man von einem mittlerweile 37 Jahre alten Superstar, der bereits mehr Meilen auf dem NBA-Parkett abgespult hat als kaum ein anderer vor ihm, vielleicht auch nicht erwarten. Bei Davis ist das Thema Verletzungsanfälligkeit ohnehin kein unbekanntes.

Der Kader lieferte zu wenig Unterstützung, zu wenig Auffangnetze, sollte einer der Stars - oder beide - ausfallen. Das hatte sich schon früh angedeutet. Und dafür haben die Lakers die Quittung kassiert.

Los Angeles Lakers: Die Bilanzen seit der Ankunft von LeBron James

SaisonBilanzPlatzPlayoffs
2018/1937-4510.verpasst
2019/2052-191.Champion
2020/2142-307.Aus in Runde eins
2021/2231-4811.verpasst
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