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NBA

NBA-Kolumne Above the Break: Anthony Edwards ist der beste Running Back der NBA - und ein Problem für Ja Morant

Anthony Edwards (r.) legte in Spiel 1 gegen die Memphis Grizzlies eine überragende Partie hin.

Anthony Edwards hat in seinem ersten Playoff-Spiel direkt Geschichte geschrieben und die Minnesota Timberwolves zum Sieg geführt. Was den Ant-Man so besonders macht, was ihn von Ja Morant unterscheidet - und warum Minnesota diese Serie durchaus gewinnen könnte ...

Spektakel wurde erwartet zwischen Memphis und Minnesota. Spektakel wurde in Spiel 1 geliefert. Vor allem Anthony Edwards und Ja Morant lieferten eine echte Show ab, gerade im Kontrast mit dem vorigen, im Treibsand steckenden Spiel zwischen Dallas und Utah zeigte sich, was für Ausnahmeerscheinungen die beiden explosiven Jungstars sind.

Ant vs. Ja, das sah bisweilen aus wie eine andere Sportart und gab einen schönen Vorgeschmack auf diese Serie - und vielleicht auch darüber hinaus. Während Morant bereits im erweiterten MVP-Kreis unterwegs ist und als mögliches künftiges Gesicht der Liga gilt, ist auch der erst 20-jährige Edwards ein Spieler, der im Prinzip alles für diese Rolle mitbringt.

Beim 130:117-Sieg seines Teams demonstrierte er das eindrucksvoll - es war knapp gesagt eines der besten Playoff-Debüts der Geschichte, nur Luka Doncic, John Williamson und George Mikan erzielten in ihrem ersten Auftritt mehr als Edwards' 36 Punkte. Und das nur wenige Tage, nachdem er im Play-In auch gegen die gefürchtete Clippers-Defense 30 Zähler erzielt hatte.

Edwards ist bereit für den Moment, wie es scheint. Er ist nicht der beste Spieler seines Teams, das ist Karl-Anthony Towns - aber sein Potenzial ist es, das die Wolves erst so richtig interessant macht. Dabei spielen die Parallelen, aber auch die großen Unterschiede im direkten Vergleich mit Morant eine Rolle.

Morant und Edwards: Athleten vom anderen Stern

Morant und Edwards gehören aktuell zu den fünf explosivsten Athleten der Liga. Beide sind eine permanente Gefahr für den besten In-Game-Dunk aller Zeiten, zumal beide große Freude daran haben, über und durch alles und jeden Gegner zu springen (einfach bei Kevin Love oder Yuta Watanabe nachfragen).

Beide sind dabei aber sehr unterschiedlich, auch körperlich. Morant ist shifty wie niemand sonst, er hat eine unheimliche Schnelligkeit und Sprungkraft, wirkt dabei aber bisweilen sogar filigran. Er sieht schmal aus, was seine Dominanz bei den Punkten in der Zone umso beeindruckender macht.

Edwards hingegen ist schwer zu vergleichen mit Spielern, die vor ihm kamen. Was auch kein Zufall ist, denn als Kind war Edwards ein Running Back und sieht noch immer so aus. Er kann an Spielern vorbei-, aber auch durch sie durchgehen. Er hat diese seltene Kombination, dass er schneller, explosiver und stärker ist als jeder Spieler, der ihn verteidigen muss - ein bisschen wie LeBron James, nur eben als Shooting Guard.

Edwards scheint selbst erst nach und nach zu verstehen, wie schwer zu verteidigen ihn sein Körper gepaart mit seinem Antritt macht - er macht "nur" etwas mehr als 8 Punkte pro Spiel in der Zone (bei Morant sind es fast 17) und zieht knapp vier Freiwürfe, dabei sieht es oft genau so aus, wenn er zum Korb geht. Gegen die Clippers gab es ebenfalls etliche dieser Beispiele.

Anthony Edwards: Der Wurf ist schon eine Waffe

Ein Unterschied zu Ja: Edwards ist als Scorer weniger auf diese Abschlüsse angewiesen. Auch er hat noch keinen elitären Sprungwurf, sieht diesen aber eher als Waffe an als Morant und kann regelmäßig heiß laufen, was vor seiner Rookie-Saison noch angezweifelt wurde. Auch in Spiel 1 gegen Memphis traf er vier Dreier und mehrere weitere Midrange-Jumper, und wichtig ist dabei auch die Art dieser Würfe.

In der Defense gegen Morant ist es nach wie vor erwünscht, dass er wirft, weil die Angst vor seinem Drive so groß ist. Edwards' Jumper wird gefühlt etwas ernster genommen, er wird ihn aber auch gegen gute Contests los. Auch in Spiel 1 waren acht seiner zwölf Field Goals von der Defense contested, wenn der Wurf "on" ist, spielt das jedoch des Öfteren keine große Rolle.

Edwards hat im Prinzip sogar ein Faible für schwierige Würfe - es wäre oft zu wünschen, dass er noch mehr den Weg zum Korb und zu leichten Punkten sucht. Gleichzeitig kann dies auch hoffnungsvoll stimmen, denn es ist einer von vielen Bereichen, in denen der Nr.1-Pick von 2020 durch kleine Anpassungen ein noch viel besserer Spieler werden kann.

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