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NBA - MVP-Ranking im November: Historischer Jokic, der beste Durant - doch einer spuckt ihnen in die Suppe

Stephen Curry und Kevin Durant liefern sich ein packendes Fernduell um den Platz an der Sonne im MVP-Ranking.

Etwas mehr als einen Monat ist die Saison 2021/22 alt und das MVP-Rennen hat bereits ordentlich an Fahrt aufgenommen. Der amtierende Würdenträger spielt eine historisch starke Saison, Kevin Durant den besten Basketball seiner Karriere - und doch spuckt einer allen Konkurrenten in die Suppe.

Kaum war die neue NBA-Saison ein paar Tage alt, schon wurden über die MVP-Chancen der Stars spekuliert. Fast schon traditionell wurden voreilige Schlüsse gezogen und Prognosen angestellt, sodass in manch einem Blog sogar ein Miles Bridges nach einem brandheißen Start in die MVP-Diskussion gehievt wurde. Absolut nichts gegen Bridges, aber das war dann doch etwas überhastet.

Mittlerweile ist jedoch das erste Saisonviertel fast in den Büchern und es kristallisieren sich die ersten "echten" Favoriten auf den Award des wertvollsten Spielers der Saison heraus. Höchste Zeit für den ersten SPOX-Check. Ab sofort werfen wir jeden Monat einen Blick auf das MVP-Rennen.

Der wertvollste Spieler muss dabei nicht zwingend der beste Basketballer der Welt sein, ohnehin hat fast jeder Fan seine eigene Definition, was einen MVP ausmacht. Bei uns spielen sowohl die individuellen Leistungen, als auch der Einfluss auf die komplette Mannschaft und somit der Teamerfolg in die Wertung mit hinein - und ganz ohne Subjektivität kommt man ohnehin nicht aus.

Bevor es an unsere Top 5 geht: Wo ein Ranking, da auch Snubs. Knapp nicht auf die Liste geschafft haben es unter anderem Paul George (Clippers), DeMar DeRozan (Bulls), Chris Paul (Suns), Ja Morant (Grizzlies), Luka Doncic (Mavericks) oder Rudy Gobert (Jazz). Doch wem gebühren Stand jetzt die MVP-Ehren?

PLATZ 5: JIMMY BUTLER (MIAMI HEAT)

Teambilanz: 12-7, Platz 2 in der Eastern Conference

Stats 2021/22: 23,9 Punkte, 5,9 Rebounds, 5,3 Assists und 1,9 Steals bei 52,7 Prozent aus dem Feld und 23,1 Prozent Dreierquote (16 Spiele)

Glückwunsch zum Platz am MVP-Tisch möchte man Butler eigentlich zurufen. Nur wäre das verschenkte Liebesmühe, dem 32-Jährigen scheint diese Ehre vollkommen egal zu sein. "Ich brauche das nicht. Wir brauchen eine Championship, darum mache ich mir Sorgen. All diese individuellen Auszeichnungen können sie behalten", sagte Butler in der vorigen Woche.

Die Aussage könnte auch aus einem Werbeprospekt zur #HeatCulture stammen, man kauft sie Butler aber zweifelsfrei ab. Der Teamerfolg steht bei ihm und seinen Heat-Kollegen an vorderster Stelle, und sie liefern ab. Miami ist nach Siegen das zweitbeste Team im Osten, nach Offensiv-Rating das achtbeste der Liga (111,6 Punkte pro 100 Possessions ohne Garbage Time laut Cleaning the Glass) und nach Defensiv-Rating das fünftbeste (104,7). Und Butler ist derjenige, der den Ton angibt.

Als Two-Way-Spieler übernimmt Butler gerne auch mal den besten Flügelspieler des Gegners, während er Miami auf der anderen Seite des Courts in Sachen Scoring anführt. Dieser Aspekt des Spiels gelingt ihm so gut wie noch nie in seiner Karriere, auch weil er seit der Ankunft von Kyle Lowry weniger Playmaking-Pflichten übernehmen muss.

In dieser Saison hat Butler bereits fünf Partien mit 30+ Punkten gesammelt - genauso viele wie in der kompletten Vorsaison. Seine 23,9 Punkte im Schnitt stellen einen persönlichen Karrierebestwert ein, auch seine True-Shooting Percentage von 62,5 Prozent (obwohl er keine Dreier trifft) sowie sein Player Efficiency Rating (28,4, Platz 3 ligaweit) sind Career-Highs. Als wäre all das noch nicht genug, belegt er teamintern jeweils Rang 2 bei den Rebounds sowie Assists und führt die Heat bei den Steals an (Platz 7 ligaweit). Ob es ihm gefällt oder nicht, Butler gehört auf diese Liste.

PLATZ 4: GIANNIS ANTETOKOUNMPO (MILWAUKEE BUCKS)

Teambilanz: 11-8, Platz 6 in der Eastern Conference

Stats 2021/22: 27,2 Punkte, 11,7 Rebounds, 5,9 Assists und 1,9 Blocks bei 51,0 Prozent aus dem Feld und 27,5 Prozent Dreierquote (18 Spiele)

Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die Bucks in der Eastern Conference weiter Boden gutmachen und sich nach und nach Richtung Top 3 schieben. Der Teamerfolg ist der einzige Aspekt, der Giannis in diesem Ranking etwas schadet, seine individuellen Zahlen sind auf einem ähnlichen Level wie in seiner ersten MVP-Saison 2018/19, auch wenn die Effizienz noch nicht ganz auf dem dominanten Niveau von damals ist.

Dass die Bucks zwischenzeitlich bei einer Bilanz von 6-8 standen, ist keineswegs die Schuld von Antetokounmpo. Die Verletzungssorgen seiner Co-Starter wie Khris Middlezon (8 von 19 Spielen verpasst), Jrue Holiday (6) oder Brook Lopez (18) spielten durchaus eine Rolle. Giannis wehrt sich trotzdem mit gewohnt brachialer "Freakiness". Mit ihm auf dem Court legen die Bucks ein Net-Rating von +14,0 auf - ohne ihn: -18,9! Bei keinem Spieler aus der MVP-Top-5 ist die Differenz größer.

Durch den Ausfall von Lopez kommt auf Giannis zudem eine noch größere Verantwortung als Ringbeschützer in der Defense zu, die er mit Bravour meistert - zugegeben, das ist keine große Überraschung. In Ringnähe treffen Antetokounmpos Gegner nur 45,7 Prozent ihrer Versuche, der Durchschnitt liegt bei 60,3 Prozent. Der 26-Jährige bewegt sich damit in den Gefilden eines Rudy Gobert.

Seit der Rückkehr von Middleton und Holiday hat der amtierende Champion übrigens fünf Spiele in Folge gewonnen, in denen der Greek Freak im Schnitt 29 Punkte, 12,6 Rebounds, 5,8 Assists und 2,4 Blocks auflegte. Gar nicht mal so schlecht. Mit Giannis ist auch in dieser Saison im MVP-Rennen zu rechnen, gut möglich, dass er in den kommenden Wochen genau wie die Bucks im Osten in diesem Ranking klettern wird.

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