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NBA - Pro und Contra zum Streik von Sixers-Star Ben Simmons: Was glaubt er eigentlich, wer er ist?

Ben Simmons will mit seinem Streik offenbar einen Trade von den Sixers erzwingen.

Ben Simmons wird seine Drohung offenbar wahr machen und kommende Woche nicht zum Start des Training Camps der Sixers erscheinen. Ist das sein gutes Recht, um einen Trade zu erzwingen, oder muss sich der 25-Jährige zusammenreißen? Das Pro und Contra.

Pro: Philly hat sich selbst ins Simmons-Dilemma manövriert

Von Philipp Jakob

Die "Ben-Simmons-Saga" war in den vergangenen Wochen noch der neutralste Begriff, der in den US-amerikanischen Medien in Bezug auf die Trade-Spekulationen um den Sixers-Star zu finden war. Manche Journalisten gingen einen Schritt weiter. "Dilemma" titelte Forbes, die L.A. Times schrieb von einem "Schlamassel".

Simmons will raus aus diesem Schlamassel und das ist sein gutes Recht. In den vergangenen Monaten seit dem enttäuschenden Playoff-Aus, in dem freilich auch der 25-Jährige eine prominente Rolle spielte, wurde seine Situation in Philly immer verfahrener. Nun will er mit seinem Streik einen Trade erzwingen. Dass er sich zu dieser Eskalationsstufe gezwungen fühlt, ist auch die Schuld der Franchise.

Die Sixers waren angeblich bereits im Januar bereit, das Kapitel Simmons zu beenden. Laut Philadelphia Inquirer wurde der Australier sogar bereits von seinem Agenten informiert, dass er einen Trade erwarten müsse. Das Ziel der Sixers damals: James Harden. Der landete schlussendlich aber in Brooklyn, Simmons blieb in Philadelphia.

Der Eindruck, dass der eigene Arbeitgeber bereit für einen Schlussstrich ist, erhärtete sich auch nach den Playoffs. Die Sixers gingen bekanntermaßen in der zweiten Runde in sieben Spielen gegen die Atlanta Hawks baden, anschließend musste Simmons in den Medien hören, wie er von seinem eigenen Head Coach und seinem Star-Mitspieler vor den Bus geworfen wurde.

Sein verweigerter Dunk in den finalen Minuten von Spiel 7 sei "der Wendepunkt" der Partie gewesen, war sich Joel Embiid sicher - mit der Beziehung zwischen Embiid und Simmons soll es ohnehin nicht gut bestellt sein. Coach Doc Rivers antwortete vielsagend auf die Frage, ob Simmons der Point Guard eines Championship-Teams sein kann: "Ich weiß es nicht". Seinen Spieler schützen geht anders.

Ben Simmons in Philadelphia? Nicht mehr reparabel

Während Kritik aus den eigenen Reihen auf ihn einprasselte, pickten die Fans Simmons als Sündenbock heraus. Klar, auch selbstverschuldet. Sein fehlender Dreier, die zweitschlechteste Freiwurfquote in der Playoff-Geschichte (bei mindestens 50 Versuchen) und wie er in der Offense regelmäßig vor Verantwortung zurückschreckte, waren eines selbsternannten Stars nicht würdig. Simmons verpasste es in den vergangenen Jahren, sich in diesen bekannten Problembereichen weiterzuentwickeln.

Inwiefern eine mentale Blockade dabei eine Rolle gespielt haben könnte, bleibt nur Spekulation - allerdings führte Simmons selbst dies als Grund für seine Freiwurfschwäche an. In Philadelphia ist dieser mentale Aspekt aber nicht mehr reparabel. In der manchmal hitzköpfigen Fanszene der Stadt der brüderlichen Liebe wird von letzterem nicht mehr viel für Simmons übrig sein.

Schon kurz nach dem Playoff-Aus schien eigentlich allen Beteiligten klar, dass dieses Team in dieser Konstellation keine Zukunft mehr hat. Teampräsident Daryl Morey hatte ziemlich genau drei Monate Zeit, um einen Deal einzufädeln, in den Verhandlungen mit rivalisierenden Teams war er allem Anschein nach aber zu gierig.

Erst im August erhöhte das Simmons-Camp um Klutch Sports den Druck auf Philadelphia. Zuvor hatte er sich zur Debatte nicht geäußert und Morey seine Arbeit machen lassen. Jetzt zu fordern, er müsse sich dem Willen des Teams beugen und erneut ins Sixers-Trikot schlüpfen, ist unangemessen - nach all dem, was zwischen Team und Spieler vorgefallen ist, und wohlwissend, dass er von den Fans ohnehin keine neue Chance bekommen würde.

Simmons ist dagegen nur konsequent. Er braucht einen Tapetenwechsel, für den ist er sogar bereit, happige Geldstrafen zu schlucken. Er braucht einen Neustart in einer unverbrauchten Situation und ein Team mit einem System, das seine zweifelsfrei vorhandenen Stärken maximiert. Wenn Philly kommende Saison um den Titel mitspielen will, dann ist auch für die Sixers ein Trade unausweichlich. Und das lieber heute als morgen. Warum sollte man ihn also überhaupt zurückbringen wollen?

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