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NBA Playoffs - "Zwei Jahre nicht viel Positives" - Blake Griffin als heimlicher Held der Brooklyn Nets in Spiel 1

Blake Griffin traf gegen die Bucks in Spiel 1 vier Dreier.

Der Auftakt in die mit Spannung erwarteten Eastern Conference Seminfinals ist für die Brooklyn Nets gelungen, zumindest aus sportlicher Sicht. Die Verletzung von James Harden ist ein großer Wehrmutstropfen, doch die Reaktion auf diesen Rückschlag war beeindruckend, wie auch die Nets selbst zufrieden feststellten.

"Das ist Scheiße", brachte Kevin Durant seine Gefühlswelt nach der Partie in Anbetracht des Ausfalls von Harden auf den Punkt. Der dritte Teil der Big Three der Nets musste bereits nach 43 Sekunden mit Problemen am rechten Oberschenkel ausgewechselt werden, eine genaue Diagnose der Verletzung ist noch nicht bekannt, sein Status für die weiteren Playoffs ungewiss.

Doch auch ohne den bärtigen Superstar holten sich die Nets schließlich einen ungefährdeten Auftaktsieg in der zweiten Playoff-Runde. Trotz des frühen Rückschlags ließ sich das Team nicht aus dem Konzept bringen, KD und Kyrie Irving führten die Nets mit starkem Scoring an, der Supporting Cast lieferte ebenfalls ab.

"Wir haben versucht, nicht zu emotional zu sein. Aber nachdem wir einen unserer Anführer im ersten Spielzug der Partie verloren haben, mussten wir uns erst einmal sammeln und herausfinden, wie es weitergeht", erklärte Durant. "Der Coaching Staff hat einen großartigen Job gemacht. Andere Jungs sind reingekommen und haben extrem hart gespielt. Wir haben uns um nichts anderes mehr gekümmert, als alles zu geben."

"Man bereitet sich natürlich auf ein Spiel vor und [Harden] ist so ein wichtiger Teil des Game Plans. Das kann dich aus der Bahn werfen", sagte auch Head Coach Steve Nash, der mit der Reaktion seiner Spieler aber äußerst zufrieden sein durfte. "Ich bin stolz auf die Jungs, dass sie nicht verunsichert waren. Sie haben gekämpft und sich den Sieg geholt."

Brooklyn Nets: Blake Griffin und Co. springen ein

Den Großteil der Verantwortung teilten die beiden verbliebenen Stars Durant und Irving unter sich auf. Letzterer war in Halbzeit eins kaum zu stoppen, in der er 20 seiner 25 Zähler erzielte. Als er nach dem Seitenwechsel nicht mehr so hochprozentig traf, nahm KD das Heft in die Hand.

Der Forward pickte die Schwachstellen in der Bucks-Defense, beispielsweise die Drop Coverage von Brook Lopez, die Durant einige relativ offene Würfe nach Screens ermöglichte, heraus und führte sein Team mit 29 Punkten (12/25 FG) zum Sieg - darunter ein persönlicher 7:0-Run gegen Ende des dritten Viertels, mit dem er den Nets-Vorsprung auf +16 ausbaute.

Doch das Star-Duo war nicht auf sich allein gestellt. Die Rollenspieler sprangen nach dem Harden-Ausfall in die Bresche, Joe Harris markierte 19 Punkte bei 5/9 Dreiern, Blake Griffin legte ein Double-Double auf (18 und 14 Rebounds) und Mike James kam auf 12 Punkte von der Bank.

Vor allem Griffin präsentierte sich mit seiner Gefahr aus der Distanz (4/9 Dreier) sowie zahlreichen Hustle Plays als wichtiger Faktor. "Zwei Jahre lang habe ich nicht viel Positives gehört und wahrscheinlich auch berechtigterweise", blickte Griffin auf seinen Weg von einer von Verletzungen geplagten Zeit bei den Detroit Pistons bis zu seinem ersten Playoff-Double-Double seit 2016 zurück.

"Es ist verrückt, wie schnell es passieren kann. Ich bin einfach dankbar für diese Chance", sagte der 32-Jährige, der sich zudem ein Sonderlob von Coach Nash abholen durfte: "Er hat gute Zahlen aufgelegt, aber wichtig war vor allem seine Energie und sein Kampf. Es ist toll, ihm beim Arbeiten zuzusehen."

Bucks erwischen katastrophalen Shooting-Abend

Ähnlich stolz war Nash auch auf James, der die ersten Saisonmonate noch bei ZSKA Moskau verbrachte und erst im April nach Brooklyn wechselte. Nun war er in den Playoffs 30 Minuten gefordert und überzeugte mit einem Plus/Minus-Wert von +12. "Wer hätte vor dem Spiel gedacht, dass er 30 Minuten spielen wird?", so Nash. "Er hat gescort, gereboundet und gekämpft. Es ist großartig zu sehen, wie die Jungs, die lange nicht in der Rotation waren, eine Chance bekommen und gut spielen."

Genau dieser Aspekt fehlte bei den Bucks. Giannis Antetokounmpo legte zwar starke 34 Punkte bei 16/24 aus dem Feld auf (dazu 11 Rebounds und 4 Assists bei 5 Turnover) war aber über weite Strecken der Partie zu sehr auf sich allein gestellt. Von Khris Middleton (13, 6/23 FG) oder Jrue Holiday (17, 7/19 FG) kam zu wenig, auch die Rollenspieler konnten kaum überzeugen.

Lopez verbuchte immerhin 19 Punkte, war aber defensiv anfällig. Zudem war der gegnerische Korb von Downtown wie vernagelt, Milwaukee traf katastrophale 6/30 aus der Distanz (20 Prozent). Zudem verwunderte Coach Mike Budenholzer teils mit seiner Rotation, Jeff Teague stand beispielsweise knapp 14 Minuten auf dem Parkett, obwohl er defensiv kontinuierlich attackiert und auseinandergenommen wurde. Giannis spielte derweil nur etwas mehr als 35 Minuten.

"Ich glaube, unsere Jungs haben alles gegeben. Jeder will natürlich 48 Minuten spielen. Giannis, Khris und Jrue wollen nie rauskommen. Aber wir haben ein tiefes Team und müssen daraus einen Vorteil ziehen", sagte Coach Bud. Das klappte in Spiel 1 nicht.

Kyrie warnt: "Sie werden nicht nochmal so werfen"

"Wir müssen defensiv besser arbeiten, egal wer auf dem Court steht, auch in der Offense", betonte Budenholzer. "Man muss [den Nets] ein Lob aussprechen, sie haben gut gespielt. Und wir müssen besser sein. Und wir werden am Montag besser sein." Ähnlich äußerte sich auch Antetokounmpo. "Wir müssen wir selbst bleiben, weiter zusammenspielen. Wir werden in Ordnung sein."

Dass Brooklyn ganze neun Dreier mehr traf als die Gäste aus der Bierstadt, machte Coach Budenholzer letztlich als einen der entscheidenden Faktoren aus. "Griffin hat eine Handvoll Dreier getroffen, Harris und James ebenfalls ein paar. Natürlich werden Irving und Durant auf ihre Punkte kommen. Sie haben von der Dreierlinie gut getroffen und wir nicht, das ist ein großer Teil des Spiels."

Giannis führte die Pause von einer Woche seit dem Sweep gegen die Miami Heat als einen möglichen Grund für die schwache Shooting-Performance der Bucks an. Das kann in Spiel 2 aber natürlich ganz anders laufen, dessen sind sich auch die Nets bewusst. "Das war nur ein Spiel. Sie werden nicht nochmal so werfen", sagte Irving. "Sie werden fokussiert sein und noch bessere Würfe nehmen. Darauf müssen wir vorbereitet sein."

Höchstwahrscheinlich wird Brooklyn in Spiel 2 in der Nacht auf Dienstag (1.30 Uhr) erneut ohne Harden auskommen müssen. Immerhin ist das keine unbekannte Situation, The Beard verpasste bereits im April mehr als einen Monat mit einer Zerrung im erneut lädierten Oberschenkel. "Wir mussten in dieser Saison viel verkraften", erklärte Nash. "In gewisser Weise sind wir gut darauf vorbereitet." Mit Verletzungen kennen sie sich in Brooklyn in dieser Saison schließlich bestens aus.

Brooklyn Nets vs. Milwaukee Bucks: Die Serie im Überblick

SpielDatumUhrzeitHeimAuswärtsErgebnis
16. Juni1.30 UhrNetsBucks115:107
28. Juni1.30 UhrNetsBucks
311. JunitbaBucksNets
413. Juni21 UhrBucksNets
5*16. JunitbaNetsBucks
6*18. JunitbaBucksNets
7*20. JunitbaNetsBucks
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