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NBA, Rookie Watch: Die Probleme von Anthony Edwards und die Top 10

Anthony Edwards sucht noch seine Rolle bei den Minnesota Timberwolves.

In der vergangenen Nacht wurde die zweite Saisonhälfte eröffnet, ein guter Zeitpunkt, um mal wieder auf die Rookies zu blicken. Im Fokus steht dabei die bisher holprige Saison von Top-Pick Anthony Edwards mit den Parallelen zu Andrew Wiggins. Dazu gibt es wie immer die Top 10 mit gleich drei neuen Gesichtern. Die Rookie Watch.

Kein Spiel fasste die Saison von Anthony Edwards so gut zusammen wie die Partie an einem Samstagabend Mitte Februar gegen die Toronto Raptors. Es war jenes Spiel, als der Top-Rookie Yuta Watanabe als Springbock missbrauchte, letztlich aber nur 3/14 aus dem Feld traf. Minnesota verlor die Partie, was folgte, war eine Twitter-Diskussion um NBA-Nerds, nachdem Experte Nate Duncan nach dem Dunk eben auf die katastrophale Statline hinwies.

Beide Lager hatten im Prinzip recht. Einerseits sieht man einen solchen Dunk nicht alle Tage, andererseits bleibt Edwards' Effizienz ein großes Problem, insbesondere weil die große Stärke des Guards eigentlich dessen Scoring sein sollte.

Zunächst einmal ist es nicht ungewöhnlich, dass Flügelspieler wie Edwards in ihrem Rookie-Jahr solche Probleme haben. Die Situation in Minnesota hilft ebenfalls wenig, da das Team durch Verletzungen (Towns, Russell), COVID (Towns), Sperren (Malik Beasley) und suboptimale Kaderzusammenstellung mal wieder durch die Niederungen der Western Conference irrt.

Edwards nimmt nach Russell die zweitmeisten Würfe des Teams pro 36 Minuten, was bei dessen Ineffizienz ein Rezept für Desaster ist. Nur zwei Spieler mit mindestens 20 Minuten Einsatzzeit im Schnitt haben ein schlechteres True Shooting als Edwards (46,6 Prozent). Das sind Ish Smith und Draymond Green, die stattdessen mit ihrem Playmaking ihren Mannschaften helfen, was sich von Edwards nicht behaupten lässt.

Edwards bleibt bisher frustrierend, weil er eigentlich alle Anlagen besitzt, um auch jetzt schon ein solider Scorer zu sein. Allerdings zeigt er zu selten seine Hesitation-Dribbles und den Willen zum Korb zu kommen, wie eben gegen Toronto gesehen. 37 Prozent seiner Abschlüsse am Ring sind kein schlechter Wert, doch im Vergleich zu einem Ja Morant (fast 50 Prozent) klafft eine große Lücke. Hier ein Beispiel, wie es viel häufiger zu sehen sein könnte.

Anthony Edwards: Wie sehr liebt er Basketball?

Stattdessen ist ein Viertel von Edwards' Versuchen ein Mitteldistanz-Wurf, eher ein Wurf für echte Stars, der mit 25 Prozent (32/121 FG) bisher gruselig schlecht fällt. Es zeigt, dass die Balance und auch das Verständnis für eine NBA-Offense bisweilen noch fehlt. In Verbindung mit Aussagen, dass er Basketball im TV kaum schaue, weil er es langweilig finde, darf die Frage gestellt werden, ob er jemals einen solchen Punkt erreichen wird. Dies war bereits vor dem Draft ein Umstand, der Teams Magenschmerzen bereitete (und wohl auch ein Grund, warum Minnesota den Pick bis kurz vor Ultimo traden wollte).

Edwards begann erst spät mit Basketball, individuell wusste er dennoch meist zu glänzen. Das Problem war, dass seine Teams auf AAU- als auch auf dem College-Level nie gut waren beziehungsweise es Edwards nie schaffte, sie besser zu machen. Es war klar, dass dies auch bei den Wolves nicht umgehend der Fall sein würde, doch die aktuellen Zahlen sollten bedenklich stimmen, auch wenn die Counting Stats für Edwards Monat für Monat besser werden.

Das liegt gewissermaßen auch an der Situation der Wolves. Mit Russell und Beasley fehlen die zwei besten Guards, sodass sich Edwards nun nach Belieben austoben kann, auch mit dem Wissen, dass der Playoff-Zug (11 Spiele auf Platz zehn) bereits abgefahren ist. Pikant ist nur, dass Minnesota den eigenen Pick 2021 an Golden State verliert (der Wiggins-Trade!!), wenn man nicht unter die Top 3 in der Draft Lottery kommt.

Anthony Edwards: Parallelen zu Andrew Wiggins

Apropos Wiggins. Auch er war mal ein Top-Pick (wenn auch von Cleveland gezogen), der in Minnesota die großen Erwartungen nie erfüllen konnte. Wiggins wurde damals allerdings in seinem ersten Jahr positiver gesehen und wurde schließlich auch zum Rookie of the Year gewählt.

Wie Wiggins hat auch Edwards die körperlichen Vorzüge, um ein starker Verteidiger gegen und abseits des Balles zu sein - zu sehen war das bisher aber nur in den seltensten Fällen. Heißt das, dass Edwards einen ähnlichen Weg wie Wiggins gehen wird? Natürlich nicht, aber es gibt gewisse Tendenzen, die Minnesota Sorgen bereiten sollten.

Edwards vs. Wiggins: Der Rookie-Vergleich

MinutenPunkteFG%3P%ReboundsAssistsSteals
Wiggins36,216,943,731,04,62,11,0
Edwards29,114,937,130,24,02,50,9
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