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NBA

NBA Finals - LeBron James warnt trotz Lakers-Dominanz vor den Fehlern von 2011: "Es brennt bis heute in mir"

LeBron James warnte nach Sppiel 1 der Finals davor, den gleichen Fehler wie 2011 gegen Dirk Nowitzki und die Mavs zu machen.

Die Los Angeles Lakers haben Spiel 1 der NBA Finals mit einer dominanten Vorstellung 116:98 gewonnen. LeBron James warnte dennoch davor, sich nun zu sicher zu fühlen - auch aufgrund seiner eigenen Erfahrung. Hier geht es zu den Highlights des Spiels.

Beinahe fühlte man sich schon während des Spiels dazu verleitet, den Lakers vorzeitig zum Titel zu gratulieren und die Finals für beendet zu erklären. Miami hatte zwei Stars verloren, das Spiel war ihnen schon vorher entglitten. Auch die Lakers wirkten entspannt, verwalteten ihre 32-Punkte-Führung nur noch und ließen diese am Ende nochmal bis auf nur 13 zusammenschmelzen.

LeBron James war dann derjenige, der mit zwei Layups die endgültige Entscheidung herbeiführte und der zuvor schon ein ums andere Mal seine Teamkollegen für deren nonchalante Körperspannung in der Defensive rügte. Beides war kein Zufall; James wohnt quasi in den Finals, hat bei seinen zehn Trips schon jede Erfahrung gemacht, die ein NBA-Spieler auf dieser Bühne machen kann.

Dazu gehört definitiv auch die Gefahr, sich zu sicher zu fühlen; diesen Fehler beging James bei seiner zweiten Finals-Teilnahme, im Jahr 2011, beim bisher einzigen Mal, dass sein Team Spiel 1 der Serie gewinnen konnte. "Die Scheiße brennt bis heute in mir", gab der 35-Jährige nach dem 116:98-Auftaktsieg seines Teams unumwunden zu.

Los Angeles Lakers: "Job ist noch nicht erledigt"

Zur Erinnerung: LeBron hatte mit den Heat damals Spiel 1 gewonnen, in Spiel 2 schien sich das Ganze zu wiederholen. "D-Wade trifft einen Dreier direkt vor ihrer Bank, der uns entweder mit 13 oder 17 Punkten in Führung bringt", erinnerte sich James. "Von dem Moment an legte Dallas einen höllischen Run hin und Dirk Nowitzki schließt das Spiel mit einem linkshändigen Layup ab, um das Spiel zu klauen."

James erwähnte dabei nicht, dass Wade und er besagten Dreier damals zelebrierten und Dallas provozierten, als wäre die Meisterschaft schon gewonnen, aber die Botschaft kam an. "Ich rede immer darüber, dass der beste Lehrer im Leben die Erfahrung ist, und ich habe viele Erfahrungen gemacht. Das bringt mich dazu, der zu sein, der ich heute bin."

Die Fehler, die Miami damals gegen Nowitzki, der bei Spiel 1 als virtueller Fan neben unter anderem Ex-Präsident Barack Obama zuschaute, und die Mavericks machte, will LeBron nun gegen Miami tunlichst vermeiden. Auch deshalb betete nach dem deutlichen Sieg jeder Laker dasselbe Mantra herunter wie schon nach dem Erreichen der Serie: "Der Job ist noch nicht erledigt."

Die Lakers sind auf Geschäftsreise

Es ist neben dem individuellen Talent auch dieser Fokus, der dafür sorgt, dass die Lakers in dieser Postseason bisher so stark und auch gefestigt wirken. Jimmy Butler bezeichnete den gesamten Restart schon öfter als "Geschäftsreise" für sich und sein Team, mit der gleichen Mentalität treten auch die Lakers auf und widmen sich so jeder Aufgabe, einer nach der anderen.

Mit den Rockets und Nuggets besiegte Los Angeles bereits zwei vollkommen unterschiedlich spielende Teams mit angepassten Defensiv-Konzepten, Miami bietet mit seinem Off-Ball-Movement nun wieder eine andere Herausforderung. Es brauchte ein wenig, bis die Lakers damit zurechtkamen - in den ersten Minuten des Spiels zog Miami bis auf 13 Punkte weg, vor allem Dwight Howard hing dabei in der Pick'n'Roll-Defense einige Male komplett in der Luft.

Doch die Lakers absorbierten diesen Punch, wie sie es auch schon in den vorigen Runden getan hatten. "Wir waren am Anfang nicht physisch genug. Man muss erst ein Gefühl dafür bekommen, wie hart Miami spielt", sagte James. "Sie haben uns am Anfang aufs Maul gehauen und wir mussten das spüren. Wir haben dadurch verstanden, wie hart wir selbst spielen mussten, um hier zu gewinnen."

Podcast: Die Reaktion auf Spiel 1!

Anthony Davis feiert historisches Finals-Debüt

Die Lakers intensivierten in der Folge selbst ihren Druck in der Defense, dabei half es, dass Anthony Davis von der Vier auf die Fünf rückte, wodurch die Lakers weitaus beweglicher wurden. Dragic bekam weniger Platz zum Operieren, den Shootern (insbesondere Duncan Robinson) stand immer ein Laker auf den Füßen. Miami musste ab Mitte des ersten Viertels schlagartig unheimlich hart für seine Punkte arbeiten.

Auf der Gegenseite war Davis ebenfalls der wandelnde Matchup-Albtraum. Seine 34 Punkte waren die drittmeisten bei einem Finals-Debüt in der Lakers-Historie, unglaublich war dabei erneut die Vielseitigkeit, mit der er diese Punkte erzielte. Aus der Mitteldistanz, von der Dreierlinie oder direkt am Korb, dazu zog Davis auch noch zehn Freiwürfe (und traf sie alle).

Von Finals-Nervosität war also absolut nichts zu sehen. "Wenn der Ball in der Luft ist, geht alles weg und es ist einfach nur Basketball", sagte der 27-Jährige. "Aber alles davor ist sehr aufregend. Dein Adrenalin schießt am Anfang in die Höhe, weil du so froh darüber bist, einfach dabei zu sein. Es war eine großartige Erfahrung."

LeBron James: "Können so viel besser sein"

Zum heißersehnten Duell mit Heat-Center Bam Adebayo kam es dabei nur relativ sporadisch - zunächst versuchten es die Heat überwiegend mit Jae Crowder sowie häufigem Doppeln gegen Davis, dann verletzte sich Adebayo auch noch an der Schulter und kam am Ende nur auf 21:10 Minuten Einsatzzeit. Das passte bestens zu einem Horror-Tag für die Heat, an dem sich deren drei Playoff-Topscorer allesamt verletzten.

"Man will nie sehen, wie sich jemand verletzt", sagte Davis. "Es ist immer schlecht, wenn man nicht sicher ist, ob sie spielen und ob man die beste Version eines Teams bekommt. Aber wir können uns darum keine Sorgen machen. Wir müssen immer noch da rausgehen. Wir müssen uns um die Spieler sorgen, die spielen werden und versuchen, die Serie zu gewinnen."

Dafür haben die Lakers sich nun die Pole Position verdient, auch weil James keine Zeit verschwendete und die schwächeren Heat-Verteidiger Robinson und Tyler Herro gnadenlos attackierte, wann immer sich die Gelegenheit bot. Auch dabei ging er mit einem Fokus vor, den er in der Form 2011 noch nicht erreicht hatte.

Aber man lernt eben aus seinen Fehlern. "Ich kann es nicht erwarten, mir den Film anzusehen und zu analysieren, was wir vor allem im letzten Viertel falsch gemacht haben", sagte James. "Wir können so viel besser sein." Drei Siege fehlen noch, bis dahin bleibt alles geschäftlich.

Lakers vs. Heat: Die Finals 2020 im Überblick

SpielDatumUhrzeitTeam 1Team 2Ergebnis/Übertragung
11. Oktober3 UhrLos Angeles LakersMiami Heat116:98
23. Oktober3 UhrLos Angeles LakersMiami HeatDAZN
35. Oktober1.30 UhrMiami HeatLos Angeles LakersDAZN
47. Oktober3 UhrMiami HeatLos Angeles LakersDAZN
5*10. Oktober3 UhrLos Angeles LakersMiami HeatDAZN
6*12. Oktober1.30 UhrMiami HeatLos Angeles LakersDAZN
7*14. Oktober3 UhrLos Angeles LakersMiami HeatDAZN

*falls notwendig

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