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NBA

NBA - Der Aufstieg der Miami Heat aus dem Mittelmaß zum Titel-Anwärter: Das Meisterstück des Paten

Von Ruben Martin
Die Miami Heat hat stark beeindruckt in ihren ersten beiden Playoff-Serien mit Jimmy Butler im Team.

Die Miami Heat waren nach dem Abgang von LeBron James über Jahre im Mittelmaß gefangen. Durch das Aushändigen einiger schlechter Verträge schien die Zukunft düster für die stolzen Heat. Pat Riley fand jedoch zur richtigen Zeit sein goldenes Händchen und baute das Team in Windeseile so um, dass Jimmy Butler, Bam Adebayo und Co. plötzlich ans Tor zu den Finals klopfen. Wie konnte das gelingen?

Hatte Pat Riley auf seine alten Tage sein glückliches Händchen verloren? Seit 1995 hatte der frühere Lakers-Coach, der zusammen mit Magic Johnson Showtime begründete, am South Beach sein persönliches Paradies geschaffen. Über fast 20 Jahre baute Riley gleich drei verschiedene Teams auf, die zumindest die Conference Finals im Osten erreichten.

1997 scheiterten Alonzo Mourning, Tim Hardaway und Jamal Mashburn an Jordans Bulls, knapp zehn Jahre später setzte sich der junge Dwyane Wade mit Shaquille O'Neal die Krone auf.

Als größter Riley-Coup gilt jedoch die Tatsache, dass er 2010 LeBron James und Chris Bosh nach Florida lockte. Mit der Big Three standen vier Finals-Teilnahmen und zwei Titel zu Buche, in der Retrospektive eigentlich zu wenig bei dieser Qualität in der Spitze.

Nach LeBrons Abgang 2014 versanken die Heat jedoch im Mittelmaß einer schwachen Eastern Conference. Wades Knie wurden schwächer, Bosh machte wegen Blutgerinnsel in der Lunge und im Bein nur noch knapp 100 Spiele. Der Wille, neue Stars, große Namen zu holen, blieb allerdings. Das ist Riley, er denkt groß. So gewann er in verschiedensten Funktionen in seiner Karriere insgesamt neun NBA-Titel.

Miami Heat: Die großen Free Agents machten einen Bogen

Bei der Jagd nach Kevin Durant im Sommer 2016 vergaß Riley allerdings seine eigenen Schäfchen, sodass Ikone Wade seine Heimat Chicago den Heat vorzog. Im Nachhinein sprach der Pate von Miami von einem großen Fehler.

Es war nicht Rileys einziger Ausrutscher. Nach Durant machte Gordon Hayward einen Bogen um die American Airlines Arena, stattdessen zahlten die Heat viel zu viel Geld für Spieler aus den eigenen Reihen, die eine gute halbe Saison spielten.

Hassan Whiteside (4 Jahre, 98 Mio.), James Johnson (3 Jahre, 43 Mio.) oder auch Dion Waiters (4 Jahre, 52 Mio.) profitierten alle von der vielzitierten Heat Culture und etablierten sich als gestandene NBA-Spieler und wurden von den Heat mit großen Verträgen ausgestattet.

Mit zu großen Verträgen. Miami verbaute sich den Salary Cap und stand nach Jahren voller großer Namen plötzlich ohne echten Star, fast ohne Picks, dafür aber aber mit einer dicken Pay Roll da. Was zwischen Wades Abgang 2016 und dessen Karriereende im vergangenen Jahr - glücklicherweise für alle Fans doch wieder im Heat-Trikot - folgte, war das Verpassen der Postseason 2017, ein Erstrunden-Aus 2018 (1-4 gegen die Sixers) und ein weiteres Jahr ohne Playoff-Basketball 2019.

Miami Heat: Keine hohen Lottery Picks

Gleichzeitig war das Team aber auch zu gut für den Tabellenkeller, sodass sich die Franchise in einer Position wiederfand, in der eigentlich keiner sein will - gefangen im Mittelmaß. Von Tanking, also absichtlichem Verlieren, hielt Riley nie etwas. Seit 1996 pickten die Heat nur viermal unter den ersten Zehn und nur zweimal unter den ersten Fünf: Dwyane Wade (2003, 5. Pick) und Michael Beasley (2008, 2. Pick).

Und dennoch sind die Heat, sechs Jahre nach LeBrons Abgang, wieder zurück in der Spitzengruppe des Ostens. Der Weg dorthin ist vorbildlich, vielleicht womöglich nicht replizierbar, aber doch eine Vorlage für andere Teams, wie man Tanking vermeiden und gleichzeitig doch ein Spitzenteam aufbauen kann - basierend auf drei Säulen.

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