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NBA

NBA: Die Toronto Raptors als Dark Horse auf den NBA-Titel? Von (fast) allen unterschätzt

Von Gianluca Fracalvieri
Können die Toronto Raptors um den NBA-Titel mitspielen?

Die Toronto Raptors haben mit dem Sieg gegen die Los Angeles Lakers bei ihrem Auftakt in Orlando ein Zeichen an die Konkurrenz gesetzt: Der amtierende Champion will wieder ein Wörtchen um den Titel mitreden! Dass es überhaupt so weit gekommen ist, hielten nur die wenigsten für möglich.

Heute Abend treffen die Raptors um 19.30 Uhr auf die Miami Heat - das Spitzenspiel der Eastern Conference könnt Ihr Euch live und kostenlos mit dem Gratis-Probemonat von DAZN anschauen.

"Unterschätze niemals das Herz eines Champions", lautet das vielzitierte Sprichwort, für das man an jedem Stammtisch einen Fünfer ins Phrasenschwein zahlen muss. Dass solche Sprichwörter aber oft ein mehr oder minder großes Fünkchen Wahrheit beinhalten, verdeutlichen die Raptors derzeit eindrucksvoll - auch wenn ihnen das partout (fast) niemand abnehmen möchte.

"Ich glaube nicht, dass uns irgendjemand viel Beachtung schenkt, niemand macht solche Anstalten, aber das ist okay", sagte Head Coach Nick Nurse kurz nach dem Sieg gegen die Lakers und fasste damit die derzeitige Situation der Raptors ziemlich gut zusammen.

Mit dem Abgang eines gewissen Kawhi Leonards im Sommer verflog auch der Hype um den amtierenden Champion. Die beiden Superteams in L.A., die Bucks um MVP Giannis Antetokounmpo oder die Dallas Mavericks mit ihrem aufstrebenden Superstar Luka Doncic rückten auf einmal in den medialen Fokus.

Im Schatten dessen mauserte sich Toronto unbekümmert von Sieg zu Sieg und steht zum Restart auf einmal auf Platz zwei der Eastern Conference, ohne dabei ihre Identität verloren zu haben. Im Gegenteil, die Raptors sind ein Paradebeispiel, wie man auch als Small-Market-Team in der heutigen NBA Erfolg haben kann.

Toronto Raptors: Die Defensive als Schlüssel zum Erfolg

"Offense wins Games, Defense wins Championships." Das Phrasenschwein freut sich erneut, doch die Raptors bestätigen auch dieses Sprichwort. Championship ist natürlich in diesem Fall etwas hochgegriffen, aber die Lakers haben schon einen Vorgeschmack darauf bekommen, zu was Toronto in der Lage sein kann.

Die Raptors hielten LeBron und Co. bei einer katastrophalen Feldwurfquote von 35,4 Prozent und einer Dreierquote von 25 Prozent. Am Ende holte The Six einen starken Sieg, obwohl sie selbst nur 41,7 Prozent aus dem Feld warfen und 14 Turnover produzierten. Das sollte der Liga definitiv zu denken geben.

"'Jeez, wir werfen 30 Prozent aus dem Feld und wir gewinnen'", erinnerte sich Nick Nurse, in einem Timeout gegen die Lakers gesagt zu haben. "Darum sollte es bei einer guten Defensive gehen, dass man solche Momente gut übersteht." Und die gute Defensive gegen die Lakers war alles andere als eine Eintagsfliege. Das zeigen auch die Zahlen.

Mit einem Defensiv-Rating von 104,7 Punkten liegt Toronto ligaweit auf Platz 2 hinter den allmächtigen Bucks und lassen dazu die zweitwenigsten Punkte in der Zone zu (42 pro Spiel, ebenfalls hinter den Bucks).

Das absolute Prunkstück der Defensive ist jedoch die Perimeter-Verteidigung, die Gegner der Raptors treffen im Schnitt 33,6 Prozent ihrer Dreier, das ist der niedrigste Wert aller Teams. Zufall? Wohl kaum! Das Zusammenspiel aus exzellentem Coaching, Einsatz und dem passenden Personal ist hier das Zauberwort.

Toronto Raptors: Pascal Siakam etabliert sich als Starspieler

"Wir lieben es, zu spielen und wir lieben es, uns zu messen. Wir wissen, dass wir schwer zu schlagen sind. Wir wissen das wirklich", fuhr der Coach fort, der einen enormen Anteil an den jüngsten Erfolgen hat.

Nicht nur, dass er Kanada in seiner ersten Saison als Head Coach den Titel schenkte, er schreckt auch nicht vor Herausforderungen zurück. Kaum ein Team hatte in dieser Saison so viele Verletzungssorgen zu verkraften wie die Raptors (Kyle Lowry, Fred VanVleet, Pascal Siakam, Marc Gasol, Serge Ibaka und Norman Powell verpassten alle mindestens 10 Spiele), aber Nurse zauberte jedes Mal eine Lösung aufs Parkett.

Seien es Chris Boucher, Terence Davies oder Patrick McCaw - unter dem 53-Jährigen Coach scheint jeder Spieler seine Rolle zu finden und sich gnadenlos in die Rotationen einzufügen. Die Teamchemie und die Einstellung stimmen einfach in Toronto.

Von Lowry über Ibaka verteidigt jeder Spieler in jeder Defensiv-Possession, als würde es um den Einzug in die Finals gehen. Die Hustle-Stats zeigen das deutlich. Die Raptors sind Top 5 in den Kategorien Steals, Deflections und Loose Balls recovered und haben dazu bei den zweitmeisten Dreiern der Liga eine Hand im Gesicht des Gegners (28,2 pro Spiel).

Dabei haben sie den Vorteil, mit Siakam und O.G. Anunoby zwei der besten Flügelverteidiger der Liga ihr Eigen zu nennen, die beide seit dem Abgang von Kawhi noch einmal einen gewaltigen Sprung gemacht haben.

Vor allem Siakam hat sich mehr und mehr als erste Option in der Offensive etabliert und sein Scoring auf 23,5 Punkte pro Spiel (+6,6 zur Vorsaison) nach oben geschraubt, wodurch er erneut ein realistischer Most-improved-Player-Kandidat ist.

Mit Serge Ibaka und Marc Gasol hat man dazu auf den großen Positionen zwei Spieler, die schon mehrfach in All-Defensive-Teams standen und auch VanVleet und Lowry sind unermüdliche Kämpfer. Das gepaart mit einer tiefen Bank, für die das Wort Defensive ebenfalls kein Fremdwort ist, ergibt eine brandgefährliche Konstellation.

Toronto Raptors - LeBron James lobt: "Championship-DNA"

Dieser Umstand scheint nicht komplett an der Liga vorbeigegangen zu sein. "Ein großartiges Team, ohne Wenn und Aber. Sie sind gut gecoacht und haben Championship-DNA, das kannst du einem Team nie wegnehmen, das einen Titel gewonnen hat", musste auch LeBron anerkennen.

"Die Medien reden vielleicht nicht so viel über sie, weil Kawhi Leonard nicht mehr da ist, aber wir Spieler wissen, was für ein Team sie sind", fuhr der King mit seinen Lobpreisungen fort.

Ob die Raptors tatsächlich erneut um die NBA-Krone mitreden können, bleibt abzuwarten, schließlich kommt es in den Playoffs noch viel mehr auf die individuelle Klasse der Starspieler an. Wenn Siakam diese Rolle schon ausfüllen kann und die Defensive auf einem solch elitären Niveau bleibt, ist tatsächlich sogar die Titelverteidigung drin. Es wäre nichts Geringeres als eine Sensation.

Toronto Raptors: Der restliche Spielplan der Seeding Games

DatumUhrzeitGegnerÜbertragung
3. August19.30 UhrMiami HeatDAZN
6. August2 UhrOrlando MagicLeague Pass
8. August3 UhrBoston CelticsLeague Pass
9. August20 UhrMemphis GrizzliesDAZN
11. Agust0.30 UhrMilwaukee BucksDAZN
13. August0.30 UhrPhiladelphia 76ersLeague Pass
14. AugusttbaDenver Nuggetstba
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