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NBA

Dank Dirk! Mavs siegen ohne Chandler

Von Martin Gödderz
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Weil Center Tyson Chandler mit Rückenproblemen ausfällt, läuft Dirk Nowitzki erstmals seit mehr als vier Jahren von Beginn an als Center auf. Dabei brilliert der Deutsche und führt seine Dallas Mavericks (22-10) zu einem extrem hart umkämpften 112:107-Sieg (BOXSCORE) gegen die Oklahoma City Thunder (15-17). Sorgen bereitet allerdings Monta Ellis, der sich gegen Ende des letzten Viertels womöglich ernsthaft verletzte.

Bereits früh im letzten Viertel hatte Dirk Nowitzki, der anstelle des verletzten Tyson Chandler als Center auflief, fünf Fouls auf seinem Konto. Das hinderte den Deutschen allerdings nicht daran, die Fäden in die Hand zu nehmen und nach der Verletzung von Monta Ellis den Sieg nach Hause zu bringen. Mit 30 Punkten (8/13 FG, 12/12 FT), 5 Rebounds und 2 Blocks war Nowitzki der überragende Mann auf dem Feld.

Unterstützt wurde der Deutsche vor allen Dingen von Chandler Parsons, der 5 von 9 Dreier traf und 26 Punkte auflegte. Monta Ellis (18 Punkte, 6/20 FG) kam bei einem Wurfversuch drei Minuten vor Schluss unglücklich auf seinem linken Fuß auf und blieb verletzt liegen. Anschließend humpelte der Shooting Guard vom Feld.

Point Guard Rajon Rondo dagegen spielte trotz einer blutenden Wunde am Auge bis zum Schluss durch, kam auf 15 Punkte, 7 Assists sowie 6 Rebounds, und verteidigte stark gegen Russell Westbrook. Der Spielmacher der Thunder kam so lediglich auf 18 Punkte (6/23 FG), 8 Rebounds, 9 Assists und 5 Turnover.

Der überragende Mann bei Oklahoma City war Serge Ibaka, der mit 26 Punkten (11/14 FG, 3/4 Dreier) einen neuen Saisonbestwert auflegte und dank seiner 10 Rebounds ein Double-Double verbuchte. Auch Reggie Jackson machte von der Bank kommend ein starkes Spiel und erzielte 19 Punkte (9/16 FG), leistete sich aber auch 6 Ballverluste.

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Die Reaktionen

Dirk Nowitzki (Mavericks): "Wir mussten ein paar Veränderungen vornehmen ohne Tyson, unseren Kämpfer, unseren Beschützer in der Zone. Und dann hatte ich schnell mit Foulproblemen zu kämpfen. Das bin ich nicht gewohnt, weil ich eigentlich nie wirklich foule. Also habe ich versucht weiter aktiv zu sein und lange draußen zu bleiben."

Chandler Parsons (Mavericks): "Es war wohl der unathletischste Frontcourt, den wir je in der Geschichte der NBA hatten mit Dirk auf der 5 und mir auf der 4. Die größte Schwierigkeit gab es schon bei der Frage, wer den Sprungball am Anfang macht."

Scott Brooks (Trainer Thunder): "Russell hat nicht gut geworfen, aber er hat wirklich gekämpft. Er hat uns in die Position gebracht, in der wir die Chance auf den Sieg hatten. Wir haben alles gegeben, was wir hatten."

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Vor dem Tip-Off: Schlechte Neuigkeiten schon vor dem Spiel für die Mavs. Tyson Chandler fällt mit Rückenproblemen aus und Rick Carlisle reagiert mit einer Smallball-Aufstellung am Anfang. Viel mehr bleibt dem Mavs-Coach auch nicht übrig. Es starten Rondo, Barea, Ellis, Parsons und Nowitzki. Bei Oklahoma City fällt Durant weiter aus, daher wieder die Startformation Westbrook, Roberson, Jones, Ibaka und Adams.

4.: Dallas beginnt enorm stark in der Offensive. Ellis vergibt zwar den offenen Dreier, doch J.J. Barea (!) holt sich den Offensivrebound, spielt raus zu Rondo, der leitet weiter zu Parsons. Dessen Dreier sitzt! Brooks nimmt die Auszeit bei 17:8 Mavs.

10.: Dallas rollt weiter. Erst bedient Harris per Zonenpass Greg Smith. Der haut den Monster Dunk über Westbrook in die Reuse. Die Thunder verlieren den Ball danach umgehend im Spielaufbau. Smith holt sich den Steal. Fastbreak über Harris, der spielt Parsons frei und der nagelt den nächsten krachenden Slam Dunk über Westbrook hinweg in den Korb. 31:20 Mavs.

17.: Nowitzki verwandelt über Collison hinweg aus der Mitteldistanz seinen vierten Feldwurf beim vierten Versuch. Mit neun Punkten Vorsprung bringt der Deutsche die Mavs in Front. Dann wird er ausgewechselt und die Thunder starten innerhalb von anderthalb Minuten den 9:2-Run, den Morrow per Korbleger im Fastbreak abschließt. 44:42 Mavs.

24.: Über die Freiwürfe kommen die Mavs wieder zurück. Dann klaut Rondo in der Defensive Gegenspieler Jackson den Ball und schickt Ellis auf Reisen. Dessen Korbleger wird zwar geblockt, hat vorher aber schon das Brett berührt. Goaltending. 64:58 Mavs.

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29.: Rondo bedient den offenen Nowitzki rechts vom Korb. Dirk zieht frei aus der Mitteldistanz ab und verwertet erneut. 18 Punkte schon für den Deutschen. 70:65 Mavs.

34.: Ibaka steht völlig frei in der Ecke und versenkt seinen Dreier. Während der Spanier sich noch über seinen verwandelten Wurf freut, haut Parsons auf der Gegenseite ebenfalls einen Dreier rein. Absolut enges Spiel zu diesem Zeitpunkt. 81:81.

38.: Steven Adams zieht mit Macht zum Korb und wird dabei von Nowitzki geblockt. Die Referees entscheiden auf Foul. Es ist schon das fünfte Foul für den Deutschen. Carlisle beordert ihn umgehend auf die Bank. Auf dem Videowürfel in der Arena läuft die Wiederholung der Szene, die zeigt, dass der Block von Nowitzki astrein war. 88:83 Thunder.

41.: Die Arena kocht dank Charlie V. Erst zieht Villanueva das Offensivfoul gegen Jackson, auf der Gegenseite verwandelt er den Korbleger über drei Leute. Nach einem Block von Greg Smith gegen Kendrick Perkins laufen die Mavs den nächsten Spielzug. Rondo findet Villanueva in der Ecke. Dreier über Ibaka. Drin! 92:90 Mavs.

45.: Mutig! Mit fünf Fouls auf dem Konto klaut Nowitzki keinem Geringeren als Russell Westbrook den Ball. Der Thunder-Guard leistet sich umgehend das Frust-Foul. Dirk wandert zur Freiwurflinie und verwandelt beide Versuche. 104:102 Mavs.

48.: Mit einem Traumpass spielt Nowitzki zu Rondo in die Zone. Der bringt die Mavs per Layup drei Punkte vor. Dirk macht danach an der Freiwurflinie fünf draus. Auf der Gegenseite zwingt Rondo Westbrook zum schlechten Pass. Parsons holt den Steal. Vorne vergibt Rondo den Korbleger, doch die Mavs verteidigen auch den Fadeaway von Jackson stark und haben Ball mit 12 Sekunden auf der Uhr. Rondo wird gefoult und vergibt beide Freiwürfe. OKC kommt zwar noch zu zwei Punkten durch Jackson, doch auf der Gegenseite ist Parsons frei und macht per Dunk alles klar. 112:107 Mavs.

Dallas Mavericks vs. Oklahoma City Thunder: Hier geht's zum BOXSCORE

Der Star des Spiels: Dirk Nowitzki. Was für eine Energieleistung des Deutschen. Zwar konnte er seinen Teamkollegen Chandler in der Defensive nicht gleichwertig ersetzen, doch Nowitzki machte ein bärenstarkes Spiel in der Offensive und ging an beiden Ende des Feldes als Leitwolf voran.

Trotz seiner fünf Fouls warf sich der Big Man in jeden Ball und zog so selbst etliche Fouls. Auch am Ende blieb er absolut cool von der Freiwurflinie und verwandelte jeden seiner 12 Versuche. Auch der Dreier fiel wieder (2/3). Zudem mit einem Zuckerpass auf Rondo und einem Steal gegen Westbrook mit zwei weiteren Big Plays in der heißen Phase des Spiels.

Der Flop des Spiels: Russell Westbrook. Zugegebenermaßen hat es der Point Guard ohne Kevin Durant an seiner Seite oft schwer, doch Westbrook wollte zu oft mit dem Kopf durch die Wand und hatte große Probleme mit der Defensive der Mavs.

RW3 traf lediglich 6 seiner 23 Wurfversuche und hätte noch viel häufiger den freien Mitspieler sehen müssen, dann wären auch mehr als die 9 Assists drin gewesen. Zwei Minuten vor Schluss warf er zudem einen grauenvollen Airball aus der Mitteldistanz.

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Das fiel auf:

  • Der Ausfall von Tyson Chandler hatte exakt die Auswirkungen auf das Spiel, die man erwarten konnte. Die Mavs suchten noch häufiger den Wurf außerhalb der Zone und spielten die langsameren Thunder mit ihren Drei-Guard-Lineups teilweise schwindelig. Dafür gab es hinten aber niemanden, der die zahlreichen OKC-Drives auch nur annähernd stoppen konnte. So suchten die Thunder logischerweise oft den Weg in die Zone und konnten dort nach Belieben punkten. Mit 58:38 Punkten ging das Duell in der Zone klar an Oklahoma City.
  • Eine weitere Folge der Chandler-Verletzung: Die Mavericks hatten enorme Probleme im Reboundduell. An den Brettern waren die Thunder deutlich überlegen (52:37 Rebounds) und holten doppelt so viele Offensivrebounds (14). Ohne ihren Center sind die Mavs ein anderes Team. Die Smallballvariante ist trotzdem auch für Spiele mit Chandler zweitweise eine Alternative, da sie eben auch offensive Explositivität und Schnelligkeit mit sich bringt.
  • Viel passte bei den Mavericks nicht in der Verteidigung, doch die Defensive gegen Westbrook war vorzüglich. Das lag vor allen Dingen an Rondo, der hinten wie eine Klette am OKC-Star klebte und zeigte, dass er noch immer ein enorm guter Verteidiger sein kann. Der Spirit übertrug sich auf das gesamte Team. In der Schlussphase holten sich die Mavs einige extrem wichtige Steals und waren dann in der Defensive voll da.
  • Generell war es ein sehr foulintensives und hart umkämpftes Spiel. Man merkte, dass es für die beiden Playoffanwärter ein richtungsweisendes Spiel war. Reggie Jackson bekam einen Ellenbogen von J.J. Barea ab, Rondo musste ebenfalls kurzzeitig blutend vom Feld. Ein Knackpunkt: Dallas nutzte seine Möglichkeiten von der Freiwurflinie fast perfekt aus und traf 24 seiner 28 Versuche (85,7 Prozent), während Oklahoma City nur 12 von 21 Freiwürfe (57,1 Prozent) verwandelte.
  • In seinem 1000. Spiel als NBA-Coach wechselte Rick Carlisle nach 15 Minuten Raymond Felton ein. Der Point Guard feierte so sein Debüt im Mavericks-Jersey, stand allerdings nur eine Minute auf dem Feld. Weil die Thunder in genau dieser einen Minute einen 7:0-Run starteten, saß Felton danach schnell wieder auf der Bank.

Der Spielplan im Überblick

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