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NBA

Krimi-Sieg! Golden State wirft Denver raus

Von Marc-Oliver Robbers
Andrew Bogut (M.) sammelte gegen die Denver Nuggets insgesamt 21 Rebounds
© getty

Die Golden State Warriors haben erstmals seit 2007 wieder eine Playoff-Serie gewonnen und in Spiel 6 der Serie die Denver Nuggets mit 92:88 (BOXSCORE) ausgeschaltet. Insgesamt geht die Serie mit 4:2 an die Kalifornier. In einem verrückten Spiel feiern die Nuggets ein großes Comeback, aber Golden State rettet das Spiel über die Zeit.

Es war kein Spiel für schwache Nerven im Oracles Center in Oakland. Die Denver Nuggets hatten die Partie bis zur Halbzeit gut im Griff, aber dann startete Stephen Curry erneut eine große Show und brachte sein Team durch 14 Zähler im dritten Viertel mit 11 Punkten in Front. Die Warriors zogen gar auf 18 Punkte davon, zeigten dann aber eine unglaubliche Nervenschwäche. Denver konnte den Rückstand auf 2 Punkte verkürzen und hatte in Person von Wilson Chandler sogar die Chance zum Ausgleich, aber der Swing Man der Nuggets vergab den Korbleger. Golden State sicherte sich Sieg und Serie und trifft nun auf die San Antonio Spurs.

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Andrew Bogut zeigte eine ganz starke Partie für die Warriors und kam auf 14 Punkte, 21 Rebounds und 4 Blocks. Curry erzielte 22 Punkte und 8 Assists, leistete sich aber auch 7 Turnover, davon 4 im letzten Viertel. Bei Denver war Andre Iguodala der beste Mann. Der Guard traf 5 seiner 8 Dreierwürfe, schnappte sich 9 Rebounds und verteilte 6 Assists. Am Ende hatte er 24 Punkte auf seinem Konto. Ty Lawson sammelte 17 Zähler für die Nuggets. JaVale McGee zeigte vor allem defensiv eine starke Partie.

Die Reaktionen:

Mark Jackson (Coach Warriors): "Wenn wir in den Locker Room gehen, springen wir herum, umarmen uns, wir sind einfach andere Leute dann. Das ist großartigste Ansammlung von Typen, die ich je in meinem Leben gesehen habe."

Andrew Bogut (Warriors): "Es ist sehr emotional für mich, weil ich ein Alptraum-Jahr hatte."

George Karl (Coach Nuggets): "Wir haben die Serie nicht heute verloren. Es ist eine Niederlage, auf die man stolz sein kann. Wir haben die Serie in den ersten beiden Spielen verloren. Wir haben nicht gut genug gespielt, um unser Selbstbewusstsein zu erhalten. Wir haben das erste Spiel durch einen Last-Second-Layup gewonnnen. Im zweiten Spiel, haben wir alles vermissen lassen, was uns in 57 Siegen in diesem Jahr ausgezeichnet hat. Und das liegt an mir."

Stephen Curry (Warriors): "Es letztendlich geschafft zu haben, ist ein komisches Gefühl. Einfach ein befreiendes Gefühl nach der Art und Weise wie wir am Ende gespielt haben."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tip-Off: Warriors-Coach Mark Jackson nimmt eine Veränderung vor. Power Forward Landry startet für Guard Jarrett Jack. Dazu spielen Curry, Thompson, Barnes und Bogut. Völlig überraschend steht zudem David Lee wieder im Kader. George Karl lässt seine Starting Five unverändert. Das bedeutet auch, dass McGee wieder als Center startet. Außerdem spielen Lawson, Iguodala, Chandler und Faried.

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8.: Was war denn das? Die Shot Clock tickt runter, Koufos bemerkt das eigentlich zu spät, lässt dann aber den Dreier fliegen und der sitzt. Green antwortet mit einem Dreier auf der anderen Seite. 17:14 für die Nuggets.

9.: Lawson kommt ins Laufen. Der Guard macht 6 schnelle Punkte in Serie. Jackson nimmt die Auszeit. 23:18 für Denver.

9.: Und da ist er wieder! Jackson nutzt die Auszeit und bringt Lee. Nur 12 Tage nach einem Riss im Hüftbeuger in Spiel 1 steht der Big Man wieder auf dem Feld.

21.: Wow, was für ein Move! Lawson lässt Curry mit einem Crossover ganz alt aussehen und nimmt dann den weiten Zweier. Der Guard hat bereits 12 Punkte auf seinem Konto. Denver führt 40:33!

23.: Monsterblock von Bogut! Der Center räumt hier richtig ab. Es ist bereits der 4. Block des Australiers. Dazu kommen 10 Rebounds und 8 Punkte.

27.: Und da läuft er wieder heiß! Unfassbar dieser Curry! Die ersten beiden Punkte muss er sich noch an der Freiwurflinie erkämpfen, aber dann nagelt er zwei Dreier in Serie rein und auf einmal führen die Warriors mit 6 Punkten.

31.: Das Spiel ist komplett gedreht! Curry bedient Landry in der Zone und der legt den Ball mit Foul rein. Auch der Freiwurf sitzt. 64:53 für die Warriors!

38.: Jetzt geht es aber richtig dahin! Green versenkt den Dreier aus der Ecke, Thompson legt noch einen Midrange-Jumper nach und plötzlich steht es 80:62 für Golden State. Das dürfte es gewesen sein!

42.: Denkste! McGee wird von Miller bedient und der Center schließt per Dunking ab. 11:0-Lauf! Auf einmal sind es nur noch 7 Punkte Rückstand. Ein verrücktes Spiel!

48.: Chandler legt den Korbleger zum Ausgleich daneben. Auf der anderen Seite macht Jack beide Freiwürfe rein. Die Warriors retten den Sieg und gewinnen die Serie! 92:88!

Warriors vs. Nuggets: Hier geht's zum BOXSCORE

Der Star des Spiels: Andrew Bogut. Sicherlich war Curry der Mann, der die Partie im dritten Viertel gedreht hat, aber durch seine krassen Ballverluste im Schlussviertel, trug er auch zur Aufholjagd der Nuggets bei. Bogut dagegen zeigte über die gesamte Spielzeit eine richtig starke Partie. Bereits in der ersten Hälfte war es der Australier, der der Dominanz der Nuggets unter den Brettern als einziger Warrior etwas entgegenzusetzen hatte. Der Center stellte mit 21 Rebounds einen neuen persönlichen Playoff-Rekord auf, blockte zudem noch 4 Würfe und erzielte 14 Punkte.

Der Flop des Spiels: Ty Lawson. Eigentlich war der Point Guard der Nuggets gut drin im Spiel. Sein Wurf fiel vor der Halbzeit und mit seinem Drive zum Korb stellte er die Warriors immer wieder vor Problemen, aber anders als Gegenspieler Curry tauchte Lawson nach der Pause völlig ab. Nur 5 Punkte gelangen ihm im zweiten Durchgang und als er in der Crunchtime gebraucht wurde, war er nicht zur Stelle. Am Ende fanden nur ein Drittel seiner Würfe (7/21) das Ziel. Vom Perimeter blieb er gänzlich ohne Treffer.

Analyse: Nach Spiel 5 und vor Spiel 6 wurde viel geredet. Über das harte Spiel der Nuggets, die Flagrant Fouls der Warriors oder Mark Jacksons Verschwörungstheorien. Es war klar, dass auch das sechste Spiel der Serie physisch werden würde. Die Nuggets hauten sich sofort richtig in die Partie und waren äußerst aggressiv unter den Körben.

Die Folge waren viele Hustle Plays und viele Offensiv-Rebounds (allein 13 in der ersten Hälfte). Das brachte Denver natürlich Unmengen an Second-Chance-Opportunities. Die Nuggets warfen im ersten Durchgang 14 Mal häufiger auf den Korb als Golden State. Zudem forcierten sie durch ihr aggressives Spiel viele Turnover bei den Warriors. Bis zur Pause waren es 10, aus denen 12 Punkte resultierten.

Die Warriors mussten sich erst auf das Spiel einstellen. Curry und Thompson fanden nur schwer ins Spiel, trafen anfangs zusammen nur 2 von 13 Würfen. Es war an Bogut, dagegen zuhalten. Der Center zeigte offensiv wie defensiv eine starke Performance und bekam anfangs Unterstützung von der Bank. Green und Jack glichen die Schwäche des Starting-Backcourts aus.

Denver gelang es nicht wirklich, aus ihrer Überlegenheit Profit zu schlagen. Sie trafen in der ersten Halbzeit nur schwache 34 Prozent aus dem Feld. Einzig Lawson konnte eine ansehnliche Quote aufweisen. Der Guard zog immer wieder mit Tempo zum Korb und stellte die Warriors vor große Probleme. Dennoch betrug der Vorsprung zur Pause nur 2 kümmerliche Punkte.

Und dann war da noch die Geschichte mit Lee. Der Forward zog sich im ersten Spiel der Serie eine Muskelverletzung am Hüftbeuger zu und sollte eigentlich die gesamten Playoffs ausfallen. Doch auf einmal stand er an der Seitenlinie zur Einwechslung bereit. Nur gut eine Minute ließ Jackson seinen Big Man auf dem Feld, aber es reichte um das Publikum in der Oracle Arena, noch einmal richtig heißzumachen.

Es musste sich wie ein Déjà-vu anfühlen, was da nach der Pause passierte. Nachdem Curry in der ersten Halbzeit nichts getroffen hatte, legte er nach dem Wechsel eine ähnlich unglaubliche Vorstellung wie in Spiel 4 hin. Der Guard erzielte 14 Punkte und traf 4 von 4 von Downtown.

Die Partie war völlig auf den Kopf gestellt. Vorbei war Denvers Dominanz unter den Brettern, die Offensiv-Rebounds holten jetzt die Warriors. Zudem schenkten sie den Ball nicht mehr her. Während ihres Laufs kassierten sie nur einen Turnover.

Die Warriors kamen ins Laufen, Curry verteilte klug die Bälle und setzte immer wieder Bogut ein. Die Nuggets ließen sich schlicht und einfach von Golden State den Schneid abkaufen. Die Kalifornier sicherten sich das Viertel mit 33:20 und gingen mit einer 11-Punkte-Führung ins letzte Viertel.

Nachdem Golden State die Führung zügig auf 18 Punkte ausgebaut hatte, dachte sicherlich kaum jemand mehr an ein Comeback, aber die Nuggets kamen zurück - und wie! Mit einem 13:0-Run war Denver auf einmal wieder dran. McGee, der bis zur Halbzeit eine gute Partie zeigte, aber im dritten Viertel nicht zum Einsatz kam, brachte die Aggressivität zurück ins Spiel der Nuggets.

Und bei Golden State brach die fehlende Erfahrung eklatant durch. Gleich 10 Ballverluste leisteten sich die Warriors im Schlussviertel. Curry, Green und Jack waren für 9 davon verantwortlich. Bis auf zwei Punkte kam Denver heran, aber Chandler vergab die Chance zum Ausgleich. Golden State rettete das Spiel über die Zeit und gewinnt die Serie mit 4:2. Jetzt warten die erfahrenen San Antonio Spurs. Ein Team das jeden Fehler des Gegners erbarmungslos ausnutzt.

Ergebnisse und Spielplan im Überblick

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