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NBA

MIAMI IST CHAMPION! James MVP!

Von Florian Regelmann
2. Titel für die Miami Heat - 1. Titel für LeBron James!
© Getty

Die Miami Heat sind zum zweiten Mal in der Franchise-Geschichte NBA Champion. Die Heat gewinnen Spiel 5 der Finals gegen die Oklahoma City Thunder nach einer überaus beeindruckenden Vorstellung klar mit 121:106 und entscheiden die Best-of-seven-Serie nach dem vierten Sieg in Folge mit 4-1 für sich. LeBron James wird einstimmig zum Finals MVP gewählt.

LeBron James' großer Moment ist gekommen. In seinem neunten Jahr in der NBA holte der Superstar seine erste Championship. Nach dem Spiel bekam James von Bill Russell die MVP Trophy überreicht. James krönte seine sensationellen Finals in Spiel 5 mit einem Triple-Double: 26 Punkte (9/19 FG, 8/9 FT), 13 Assists, 11 Rebounds.

James ist nach Magic Johnson, Larry Bird, James Worthy und Tim Duncan erst der fünfte Spieler in der Geschichte, der bei einem entscheidenden Sieg zum Titel ein Triple-Double aufgelegt hat.

Nach seinen Krämpfen gegen Ende von Spiel 4 stand James diesmal wieder 44 Minuten auf dem Feld. Drei Minuten vor Schluss konnte ihn Head Coach Erik Spoelstra aber schon vom Court nehmen, so früh war das Spiel in der American Airlines Arena gelaufen.

James war überragend, aber er hatte auch eine überragende Unterstützung seiner Teamkollegen. Chris Bosh steuerte 24 Punkte bei, Mike Miller lief von der Dreierlinie (7/8) unfassbar heiß und lieferte in 23 Minuten 23 Punkte, Dwyane Wade kam auf 20 Punkte, 8 Rebounds, 3 Assists und 3 Blocks. Auch Shane Battier (11) und Mario Chalmers (10) punkteten zweistellig.

Mit 14 Dreiern stellte Miami den NBA-Finals-Rekord ein. Topscorer der Thunder war Kevin Durant mit 32 Punkten (13/24 FG) und 11 Rebounds, Russell Westbrook und James Harden verbuchten jeweils 19 Zähler.

Reaktionen:

LeBron James (Miami): "Es war verdammt noch mal Zeit. Es war verdammt noch mal Zeit. Das ist der schönste Tag meines Lebens. Es bedeutet mir alles. Ich habe eine schwierige Entscheidung getroffen, als ich Cleveland verlassen habe, aber ich wusste, was das Beste für meine Zukunft ist. Ein Traum wird für mich wahr. Jetzt hat es sich alles ausgezahlt."

Kevin Durant (Oklahoma City): "Es tut weh. Wir sind alle wie Brüder in unserem Team, es tut einfach weh, so zu verlieren. Wir haben es bis in die Finals geschafft, das war cool für uns, aber wir wollten mehr. Leider haben wir verloren, deshalb ist es sehr hart."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tipoff: Beide Teams beginnen so, wie man das kennt. Chalmers, Wade, James, Battier und Bosh starten für die Heat, Westbrook, Sefolosha, Durant, Ibaka und Perkins für die Thunder.

7.: James geht an Harden vorbei, zieht mit aller Macht zum Korb und trifft gegen Ibaka den Layup, and one! Sensationeller Drive. Schon 7 Punkte für LeBron (3/3). 16:10 Heat. OKC schießt 3/13 aus dem Feld. Timeout.

12.: Harden mit dem Pass raus an die Baseline zu Durant - KD geht zum Korb und schließt per Monster-Slam ab. Das hat gekracht, halleluja! James' Dreier mit dem Buzzer fällt nicht. 31:26 Heat nach dem 1. Viertel.

20.: Miller for three! 4/4 von Downtown. Dann klaut Chalmers Durant den Ball, James im Fastbreak, unstoppable! 53:36 Heat! 19:4-Run von Miami. Das Dach der AAA fliegt gleich weg. Wahnsinn!

24.: Immer wieder LeBron. Er nimmt keine Jumpshots, sondern zieht immer wieder energisch zum Korb und ist im Finish einfach unwiderstehlich. Durant dann noch mal mit einem feinen Bank-Shot. Die Thunder haben sogar die Chance, mit dem letzten Angriff den Rückstand in den einstelligen Bereich zu schrauben, aber Westbrook verdaddelt es. Halbzeit. 59:49 Heat.

27.: Es ist aus Thunder-Sicht einfach nicht zu glauben. Da hat OKC die Chance, auf 3 oder 2 Punkte heranzukommen, Durant aber mit dem Turnover in Transition, die Folge ist ein Chalmers-Dreier aus der Ecke. Dann blockt Wade einen Sefolosha-Dreier und auf der anderen Seite findet James Battier für den nächsten Dreier. Dreier, Dreier, Dreier. Miami 9/16 von Downtown. Es wurde gerade eng, jetzt sind die Heat wieder auf 11 weg. 67:56.

34.: Harden von ganz weit draußen, fällt nicht. Dafür netzt BOSH den Dreier! James blockt Westbrook weg, Harden bekommt das Offensiv-Foul. Miller for three! 5/5! 88:63 Heat! 19:1-Run! 25 Punkte Führung! Die Arena explodiert!

38.: MIKE MILLER IS IN THE ZONE! Sein 7. Dreier. Miller mit 23 Punkten in 17 Minuten. Der spinnt doch! 101:74 Heat.

45.: Bosh noch mal mit dem Jumper, James noch mal mit dem Layup! 118:96 Heat. Und jetzt ist es soweit: James und Wade werden drei Minuten vor Schluss auf die Bank geholt. Standing Ovation, logisch! Was ein Moment das für LeBron sein muss.

Das Spiel zum Nachlesen im LIVE-TICKER

Der Star des Spiels: LeBron James. Dass er seinen MVP-Award mit einem Triple-Double gekrönt hat, passt. James ist ohne Frage einer der uneigennützigsten NBA-Superstars aller Zeiten. Die Finals-Pleite 2011 hat ihn verändert. Unreif sei er gewesen, gab James zu. In dieser Saison war er auf einer Mission und hat sie zu Ende gebracht, wie man es beeindruckender nicht tun kann. Das muss selbst der größte James-Kritiker neidlos anerkennen und ihm Respekt zollen. 28,6 Punkte, 10,2 Rebounds und 7,4 Assists legte James in den Finals im Schnitt auf - und er stand pro Spiel 44 Minuten auf dem Feld. In den gesamten Playoffs kam James sogar auf einen Schnitt von 30,5 Punkten. Die Zeiten, in denen er sich mit langen Jumpshots zufrieden gab, sind lange vorbei - James war mit seinen ständigen Attacken in Richtung Korb und seinen exquisiten Finisher-Qualitäten für die Thunder nicht zu stoppen.

Dadurch, dass er ständig gedoppelt werden musste, machte es James mit seinen Pässen auch seinen Teamkollegen möglich, dass sie ihn so gut unterstützen konnten. In Spiel 5 galt das natürlich in erster Linie für Mike Miller. In den ersten vier Finals-Spielen hatte der Scharfschütze, der seit längerem aufgrund von diversen Verletzungen schwer angeschlagen ist und teilweise kaum stehen kann, insgesamt nur 21 Minuten gespielt und dabei nur 8 Punkte erzielt. Einen Dreier hatte er noch gar nicht verwandelt (0/3). Und dann liefert Miller mit seinen sieben Dreiern eine der besten Shooting-Leistungen der Finals-Geschichte ab. Chalmers in Spiel 4, Miller in Spiel 5, dazu wieder sechs Spieler im zweistelligen Bereich. Die Championship der Heat ist eine Championship des gesamten Teams - das klingt angesichts der Big-Three-Thematik fast schon absurd. Ist aber wahr.

Der Flop des Spiels: Russell Westbrook. Nach seiner epischen 43-Punkte-Gala in Spiel 4, bei der Westbrook 20/32 aus dem Feld getroffen hatte, lief es diesmal grauenvoll beim Thunder-Point-Guard. Seine Quote stand am Ende bei 4/20. Westbrook erarbeitete sich zwar immer wieder Freiwürfe (11/13), aber das war dann auch schon das einzig Positive an seiner Leistung. Vor allem der fehlende Dreier (0/5, 13,6 Prozent in den Finals) bleibt eine große Schwäche. Westbrook steht dennoch nur sinnbildlich für das schwache Auftreten des kompletten Thunder-Teams in Spiel 5.

Während Miami mit Team-Basketball glänzte, war Durant völlig auf sich allein gestellt. Und selbst Durant war wahrlich nicht frei von Fehlern (7 Turnover). James Harden zeigte sich zwar verbessert, die benötigte Explosion blieb aber aus. Erst in der Garbage-Time schönte der Sixth Man of the Year seine Statistik noch ein wenig. Dazu kommt der Nummer-eins-Kritikpunkt, dass die Thunder mit dem Rücken zur Wand stehend in der Defense total hilflos wirkten und nur dabei zuschauten, wie Miami über sie hinwegrollte. 121 Punkte zuzulassen, wenn die Heat gewollt hätten, hätten es sicher auch 130 sein können, ist Wahnsinn. Die Unerfahrenheit war am Ende doch ein großer Faktor.

Die Analyse: Vier Spiele lang waren die Finals eine extrem enge Angelegenheit. Wenn man so will, hieß es vor Spiel 5: 389:384 Miami. Die drei Niederlagen kassierten die Thunder insgesamt nur mit 16 Punkten Differenz. Dass die Heat den Sack in Spiel 5 jetzt zugemacht haben, ist nicht der Schocker. Wie es passiert ist, aber sehr wohl.

Zum ersten Mal in den Finals erwiesen sich die Heat schlicht und ergreifend als das klar bessere Team. Duell der Superstars, Duell der Rollenspieler, Duell der Coaches - Miami war in allen Belangen überlegen. Die Heat-Offense kam dank einem extrem guten Ball-Movement von Beginn an ins Rollen - OKC wurde von einem Dreierfeuerwerk platt gemacht.

Dass der zwischenzeitlich auf 17 Zähler angewachsene Rückstand zur Pause nur bei 10 Punkten lag, musste für OKC schon als Erfolg angesehen werden - angesichts dessen, dass Miami gefühlt so gut wie alles traf und bei den Thunder nichts klappte. Es war die Fähigkeit der Thunder, Fouls zu ziehen und an die Freiwurflinie zu marschieren (17/18 in Halbzeit eins), die sie am Leben hielt.

Als OKC dann noch gut in die zweite Halbzeit startete und bis auf 5 Punkte verkürzte (56:61), schien ein Comeback-Sieg absolut wieder möglich. Aber nur kurz, dann brach die nächste Heat-Lawine über sie herein. Dank der Dreier-Show von Miller und Co. war das Spiel schon Ende des dritten Viertels gelaufen - der Rest war nur noch ein Warten auf die große Party.

Die Heat schossen am Ende als Team 52 Prozent aus dem Feld, 54 Prozent von der Dreierlinie (14/26) und 82 Prozent von der Freiwurflinie - zum vierten Mal gewannen sie außerdem das Rebounding-Duell und verbuchten mehr Points in the Paint.

Schlüssel zur gesamten Serie waren aber die Dreier. Denn während die Heat ihre Dreier hochprozentig trafen, fiel bei den Thunder in der gesamten Serie nichts von draußen. Nimmt man das bedeutungslose letzte Viertel von Spiel 5 weg, hat OKC in den Finals nur 26,6 Prozent (25/94) seiner Dreier getroffen. 11 Prozent schlechter als ihre Playoff-Leistung vor den Finals und nicht zu kompensieren.

So heißt der Champion jetzt Miami. Und der Sieger der Sieger LeBron James. Er hat seine Talente nach South Beach gebracht und dort nach einer langen Reise seinen Titel geholt.

NBA: Die Playoffs im Überblick

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