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NBA

John Wall: Der Junge mit dem Burger-Tick

Von Florian Regelmann
John Wall erzielte in der letzten Saison im Schnitt 16,6 Punkte und 6,5 Assists für Kentucky
© Getty

Power Forward

Kevin Seraphin (Chalet/Frankreich)

Derrick Favors (Georgia Tech), Greg Monroe (Georgetown), Ed Davis (North Carolina), Patrick Patterson (Kentucky), Ekpe Udoh (Baylor) - die Liste der wirklich guten Talente ist auf der Power-Forward-Position besonders lang. Aber man sollte auch ein Auge auf Kevin Seraphin haben. Obwohl er sich gerade von einer Knieverletzung erholt, steigen die Aktien Seraphins vor dem Draft quasi stündlich.

Der 20-Jährige, der als Fußballer begann und erst mit 15 anfing, Basketball zu spielen, wurde in Cayenne, Französisch Guyana geboren und ist vor allem eines: ein irrwitzig starker Athlet mit unglaublich langen Armen. Seraphin spielte in der französischen Liga für Cholet, denselben Klub, der auch Mavs-Rookie Rodrigue Beaubois herausbrachte. Und wie stark Beaubois ist, das weiß man mittlerweile.

Seraphin hat einen NBA-Body, blockt alles weg, ist beweglich und stark am Korb. Sein Problem ist, dass er außerhalb der Zone nichts taugt und Scouts zufolge wenig vom Spiel versteht. Und seine Zahlen in der französischen Liga (6 Punkte und 4 Rebounds pro Spiel) hauen auch niemanden um. Dennoch ist er allein aufgrund seiner Athletik einen Pick wert. Nicolas Batum wurde zu spät gedraftet, bei Beaubois haben einige Teams geschlafen, sie sollten es beim nächsten Franzosen lieber nicht tun. Sowohl Seraphin als auch Batum und Beaubois werden im Übrigen von Bouna Ndiaye gemanagt. Der Typ scheint Ahnung zu haben. Und der Typ wohnt übrigens in Dallas...

Experten-Meinung: "Freunde, ich will nur nicht, dass ihr schon wieder den gleichen Fehler macht." (Seraphins Manager Bouna Ndiaye preist seinen Schützling bei den GMs an)

Center

Dexter Pittman (Texas)

DeMarcus Cousins (Kentucky) und Cole Aldrich (Kansas) werden sichere Top-10-Picks, davon kann Dexter Pittman nur träumen. Trotzdem ist Pittman seinen Center-Kollegen in einem Punkt deutlich voraus: Gewicht.

Als Pittman die High School verließ, soll er unglaubliche 176 Kilogramm gewogen haben. Beim Pre-Draft-Camp hat er sich jetzt immerhin auf 137 Kilogramm heruntergehungert. Das Negative: Pittman ist dennoch nach wie vor ohne Zweifel fett, sodass er aufgrund seiner konditionellen Defizite kaum mehr als fünf Minuten am Stück auf dem Feld stehen kann.

Außerdem beschreiben ihn Experten als einen "Foul-Magneten epischen Ausmaßes". Genauso zweifelsfrei wie seine Schwächen ist aber sein Talent. In seinem letzten College-Jahr erzielte er im Schnitt 10,4 Punkte und traf 65,4 Prozent aus dem Feld. Er hat vor allem sehr softe Hände und hat viele GMs mit seiner Arbeitseinstellung beeindruckt. Es scheint so einige Teams zu geben, die ihn gerne nehmen würden, weil sie glauben, dass er mit dem richtigen Konditions- und Fitnessprogramm in ein paar Jahren ein Monster werden könnte.

Experten-Meinung: "Er ist ein weiterer dieser fetten Jungs, die einen reizen. Aus einigen von ihnen wird jemand wie Big Baby Davis, aber aus vielen wird einfach gar nichts." (nicht genannter NBA-Scout)

Wer pickt die Deutschen? Was macht Dallas?

Selten war ein Draft aus deutscher Sicht so interessant. Gleich zwei Jungs dürfen sich Hoffnungen machen, gezogen zu werden. Während Tim Ohlbrecht hoffen muss, dass gegen Ende der zweiten Runde ein Team auf ihn steht, ist die Sache bei Pleiß klarer: Der Bamberger Center wird auf jeden Fall gedraftet werden.

Entweder früh in der zweiten Runde - oder sogar schon spät in der ersten. Die Oklahoma City Thunder, bei denen Pleiß am höchsten im Kurs stehen soll, haben in der ersten Runde den 18., 21. und 26. Pick - den letzteren könnten sie eventuell für Pleiß nutzen.

Den 32. Pick, den Oklahoma ursprünglich auch mal hielt und der im Bezug auf Pleiß interessant gewesen wäre, haben sie jetzt kurz vor dem Draft nach Miami getradet. In der zweiten Runde haben die Thunder noch den 51. Pick - zu spät für Pleiß? Der Draft ist völlig unvorhersehbar.

Und dann gibt es ja noch die Möglichkeit, dass die Dallas Mavericks besonders scharf auf Pleiß sind. "Der Junge kann schießen", äußerte sich Mavs-GM-Donnie Nelson begeistert über Pleiß. Es ist auch kein Geheimnis, dass Nelson vor kurzem in Deutschland war, um sich Pleiß anzuschauen.

Wenn man außerdem bedenkt, dass die Mavs-Verantwortlichen offen gesagt haben, dass sie sich gerne hochtraden würden, entweder in die frühe zweite Runde oder wenn möglich in die erste Runde, dann ist es wohl klar, dass Pleiß auf ihrer Prioritätenliste zumindest eine Rolle spielt.

Momentan haben die Mavs nur den 50. Pick. Sollten sie sich nicht hochtraden, ist es pure Spekulation, wen sie so spät bekommen könnten. Pittman wäre ein Steal, aber dass er so weit fällt, ist eigentlich unvorstellbar. In allen Mock-Drafts holen sich die Mavs verschiedene Spieler: Sylven Landesberg (SG - Virginia), Marc Koshwal (PF - DePaul), Nemanja Bjelica (PG/SG/SF - Belgrad), Darington Hobson (SG - New Mexico) oder Dwayne Collins (PF/C - Miami) - alles scheint möglich.

Auch Latavious Williams (SF/PF - D-League), Derrick Caracter (PF - UTEP), Luke Harangody (PF - Notre Dame) und Brian Zoubek (C - Duke) werden als Möglichkeiten genannt. Man darf gespannt sein.

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