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MLB: Playoff-Erweiterung, universeller DH und Corona - Erkenntnisse einer besonderen Saison

Die einzigen Zuschauer in der MLB 2020 waren auch Pappe.
© getty
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Kadererweiterung auf 28 Spieler

Die Saison begann mit der Idee, die aktiven Kader auf 30 Spieler zu erweitern, dann nach zwei Wochen auf 28 zu gehen und wiederum zwei Wochen später auf die neu eingeführte Zahl von 26 zu kürzen - zuvor waren es stets 25 Spieler. Letztlich beschloss man jedoch, nach den zunächst 30 Spielern bei 28 zu bleiben.

Eine Maßnahme, die durchaus Sinn ergibt. So haben Manager mehr Möglichkeiten, sowohl taktischer Natur während der Spiele als auch bei der Schonung von Spielern über eine lange Saison. Es gibt mehr Alternativen, speziell auch beim Pitching, wo gerade zu Saisonbeginn die Belastungsteuerung immer ein großes Thema ist. 28 Spieler sind zudem eine gute Zahl, die es wiederum mehr Spielern ermöglicht, Major-League-Luft zu schnuppern und nebenbei auch ihre Servicetime anzusammeln, um ultimativ schneller Free Agents zu werden.

Verkürzte Spiele bei Doubleheadern

Wenn normalerweise zwei Spiele an einem Tag stattfinden, dann sind dies einfach zwei normale Spiele nacheinander. 2020 jedoch gingen Spiele, die Teil eines Doubleheaders waren, jeweils nur sieben Innings, um Zeit zu sparen, da der Terminplan eng wie nie war und es schlicht kaum Alternativtage gab.

Diese Spiele hatten jeweils ein komplett anderes Gefühl. Pitcher wurden früher ausgewechselt, zudem war eine andere Dringlichkeit zu erkennen. Letzteres mag ein Punkt für eine Beibehaltung des Konzepts sein. Aber auf der anderen Seite ist ein Sieben-Inning-Spiel eben etwas anderes als ein Neun-Inning-Spiel und unter normaleren Umständen wäre es sinnvoll, dass alles Spiele wieder gleichlang wären.

Nach der Pandemie wird der Terminplan wieder entspannter ausfallen, es wird deutlich weniger Absagen und Verschiebungen geben, sodass die Häufigkeit von Doubleheadern generell wieder zurückgehen wird, weshalb es dann eigentlich keine Sieben-Inning-Doubleheader mehr bräuchte. Und das wäre letztlich auch besser, zumal solche Doubleheader in dieser Saison naturgemäß ungleich verteilt waren. Um einen ausgeglichenen Wettbewerb zu gewährleisten, wäre es daher wünschenswert, wieder zu Neun-Inning-Spielen in Doubleheadern zurückzukehren.

Erweiterung der Playoffs

Die Playoffs wurden in der abgelaufenen Saison von sonst zehn auf 16 Teams erweitert. Hauptgrund dafür war, dass man dadurch eine Wildcard-Runde mit insgesamt acht Drei-Spiele-Serien einführen und diese extra vermarkten konnte. Das brachte Medienberichten zufolge zusätzliche TV-Einnahmen in Höhe von rund einer Milliarde Dollar.

Es war essenziell ein "Money Grab", um die verminderten Einnahmen aus der verkürzten Saison und des Ausschlusses von Zuschauern in den Ballparks irgendwie abzufedern. Doch nun stellt sich die Frage, ob das neue Format beibehalten wird.

"Jein", ist von Commissioner Manfred zu hören. Noch während der Playoffs erklärte er in der Radioshow "The Dan Patrick Show", dass "16 Teams nicht die richtige Zahl" sei. Ein größeres Playoff-Feld als die bisherigen zehn jedoch gefalle ihm sehr wohl.

Lange vor Covid war die Rede von einem Plan, auf 14 Teams aufzustocken. Die Idee war es, dass der jeweilige Top-Seed ähnlich wie in der NFL ein Freilos für Runde 1 hätte, während die Plätze 2 bis 7, bestehend aus den zwei weiteren Division-Siegern und den besten übrigen Teams der Saison, untereinander eine Wildcard-Runde mit insgesamt sechs Drei-Spiele-Serien austragen würden. Von da an ginge es dann im üblichen Format weiter. Sprich: Maximal fünf Spiele in den League Division Series und eben maximal sieben in League Championship und World Series.

Während nichts dagegen spräche, einfach weiterhin maximal fünf Teams pro Liga in die Playoffs zu lassen - bei 30 Teams in der Liga ist das eine gute Zahl, die wirklich die besten Teams einer Saison belohnt -, ist eine Erweiterung zumindest mal nicht komplett verwerflich. 16 Teams allerdings sind definitiv zu viele, denn das sind mehr als die Hälfte der Liga. Und so kommt es dann zu unschönen Situationen, in denen Teams mit negativer Bilanz an der Postseason teilnehmen, was sich einfach falsch anfühlt. Bei 60 Spielen nimmt man es unter den gegebenen Umständen hin, über 162 aber spräche das wirklich nicht für die Gesamtqualität des Wettbewerbs.

Unterm Strich ist eine Erweiterung der Playoffs aber mehr als nur denkbar, denn sie brächte wie nun schon gesehen eine deutliche Steigerung der TV-Einnahmen. Ein klarer Motivator für alle Beteiligten. Und das Produkt an sich war für den Zuschauer durchaus auch attraktiv mit den zahlreichen Spielen an einem Tag in Runde eins. Davon darf es gerne mehr geben.

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