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NBA

Sie jagen Nowitzki

Von Philipp Dornhegge
Portlands Roy in dieser Saison: 22,5 Punkte, 5,1 Assists, 4,8 Rebounds
© Getty

Wer sind eigentlich die Topscorer der NBA? Klar, Dwyane Wade, LeBron James und Kobe Bryant kennt jeder: Sie sind die drei absoluten Superstars der Liga. Jeder weiß, dass sie die meisten Punkte erzielen. Dann ist da noch Dirk Nowitzki. Der Deutsche ist Dauergast beim All-Star-Game und liegt auf Platz vier der Scorerliste. Aber was kommt danach?

Na klar: Allen Iverson, Carmelo Anthony, Amare Stoudemire, Dwight Howard oder Tim Duncan. Könnte man meinen. Aber weit gefehlt. Chris Paul auf Platz elf ist der einzige Star, der an der Top Ten schnuppert. Die Topscorer hinter den Topscorern heißen anders. SPOX stellt sie vor.

Der Most Improved Player: Da wäre zunächst Danny Granger. Der Forward der Indiana Pacers spielt seine vierte Saison und konnte seinen Punkteschnitt bisher jedes Jahr deutlich steigern: 7,5 waren es 2005, 16,9 im Jahr darauf. Vergangene Saison erzielte Granger 19,7 Punkte im Schnitt, dieses Jahr sind es 25,6.

Vor dieser Saison war der 25-Jährige also noch einer von vielen. Kein Wunder, dass der in New Orleans geborene Scharfschütze (39,9 Prozent Dreier, 88,6 Prozent Freiwürfe) bisher weitgehend unbekannt war. Zumal die Pacers auch nicht gerade im Rampenlicht stehen. Mit seiner ersten All-Star-Nominierung dürfte sich das ändern.

Der Jungstar: Kevin Durant von den Oklahoma City Thunder wurde schon an der University of Texas dank 25,8 Punkten und 11,1 Rebounds wie ein Superstar gefeiert. College-Fachmann Dick Vitale verglich den 20-Jährigen schon früh mit Nowitzki und Kevin Garnett. Selbstredend wurde der Small Forward zum "College Player of the Year" gewählt.

2007 wurde Durant an zweiter Stelle von Seattle gedraftet, erzielte 20,3 Punkte im Schnitt und wurde als "Rookie of the Year" ausgezeichnet. Der Jungstar erzielt 25,5 Punkte, aber da er seinen Punkteschnitt jeden Monat steigern konnte, ist Durant ein heißer Kandidat für die Top Four.

Das Dark Horse: Al Jefferson ist der Geheimtipp in den Top Ten. Im Tausch für Garnett nach Minnesota geschickt, erzielt der 24-Jährige in seiner zweiten Saison bei den Timberwolves 23,1 Punkte und 11 Rebounds. Neben Dwight Howard, Tim Duncan und Chris Paul ist Jefferson der einzige Spieler im elitären 20-10-Klub.

In drei Jahren in Boston scheiterte der Center vor allem an seiner Physis. Der 120-kg-Brocken verpasste insgesamt 47 Spiele mit Verletzungen, seitdem kein einziges mehr. Offenbar war sein Körper einfach noch nicht bereit für die NBA. Schließlich kam Jefferson direkt von der Prentiss High School in Missouri in die NBA.

Der verkannte Superstar: Topscorer zu sein, war für Chris Bosh nie ein Ziel. Viel lieber würde er regelmäßig gewinnen.  Vor zwei Jahren noch als Team der Zukunft gefeiert, liegen die Toronto Raptors auf dem vorletzten Platz im Osten. Mit dem Olympiateam in Peking hat Bosh die Erfahrung gemacht, was es heißt, am Ende ganz oben zu stehen.

Mit vier All-Star-Nominierungen ist der Power Forward längst eine bekannte Größe in der NBA: 22,7 Punkte und 9,5 Rebounds sprechen für sich. Aber um ein echter Superstar zu werden, müsste der Linkshänder wohl zu einem Klub wechseln, der mehr im Fokus steht: Die Kanadier werden von den Medien schlicht vernachlässigt.

Der geschliffene Diamant: Obwohl Brandon Roy erst seine dritte Saison spielt, wirkt der 24-Jährige schon wie ein alter Hase. Kaum ein NBA-Spieler beherrscht die Basics wie Roy, kaum einer macht so wenig Fehler. "Polished player" nennen so was die Amerikaner. Roy tritt als Leader der Blazers auf und ist mit 22,4 Punkten der Topscorer, dazu teilt er 5,1 Assists aus.

Seinen Coach Nate McMillan lernte Roy übrigens schon 1990 bei einem Basketball-Camp für Kinder kennen. Die Fans lieben ihren "B-Roy": In Seattle geboren, in Seattle zur Uni gegangen, jetzt die NBA-Heimat Portland: Roy ist im Nordwesten der USA ein echter Local Hero.

Der Go-to-Guy: Joe Johnson ist der erfahrenste Spieler auf der Liste: Seit acht Jahren macht der Shooting Guard die Liga unsicher, mit 11,1 Millionen Euro ist der All Star der Topverdiener in Atlanta. Seinen Punkteschnitt schraubte der inzwischen 27-Jährige von anfangs 6,3 auf 21,4 in diesem Jahr, vor zwei Jahren erzielte Johnson pro Spiel sogar 25 Zähler.

Aber nicht nur das: Auf seiner Position ist Johnson hinter Wade (7,1) auch der zweitbeste Passgeber der Liga (6,1). Für Johnson gilt Ähnliches wie für Roy. In spannenden Partien sorgt Johnson für die Entscheidung. Ob Jumper, Zug zum Korb oder Aufposten: Johnson hat alles drauf.

NBA: Ergebnisse und Tabellen

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