-->
Cookie-Einstellungen
Suche...
NBA

Mavs besiegt - aber nicht am Boden

Von Für SPOX in Dallas: Tobias Rochau / Florian Bogner
Nowitzki gewann das Duell gegen Garnett - ging aber dennoch als Verlierer vom Parkett
© Getty

Trotz 37 Punkten von Dirk Nowitzki haben die Dallas Mavericks ihr Heimspiel gegen Meister Boston Celtics mit 92:99 verloren und damit einen Prestige-Erfolg in der NBA verpasst. (Die Highlights im Video bei ESPN) Doch der Niederlage können die Mavs auch Positives abgewinnen.

Denn ganz anders als bei der 100:124-Niederlage im vergangenen Monat in Boston waren die Mavericks diesmal lange Zeit ebenbürtig: Dallas lag sogar Mitte des dritten Viertels noch mit 15 Punkten in Front. Dann kam aber der Schlussspurt der Celtics.

Vor allem Finals-MVP Paul Pierce drehte im Schlussviertel auf, als er 18 seiner insgesamt 31 Punkte erzielte. Zum Vergleich: Die Mavericks kamen im letzten Viertel nur auf 17 Punkte. Erst fünf Minuten vor Schluss ging der Meister durch einen Freiwurf von Pierce erstmals in Führung (85:84) und gab diese dann nicht mehr ab.

"Art und Weise macht uns Mut"

Nowitzki stellte zwar mit einem Dreier nochmal auf 89:89, dann hatten die Mavericks aber nichts mehr entgegenzusetzen.

"Die Celtics haben gezeigt, warum sie die aktuellen Champions sind", sagte Nowitzki gegenüber SPOX. "Ich bin trotzdem stolz auf die Jungs, die Atmosphäre in der Arena war wie bei den Playoffs." Josh Howard ergänzte: "Ein Sieg wäre wichtig gewesen, aber die Art und Weise, wie wir gespielt haben, macht Mut und die Niederlage nicht ganz so schmerzhaft."

Rivers der Halle verwiesen

Neben Nowitzki, der außer dem Top-Scorer-Wert noch 8 Boards abgriff, war Howard mit 17 Zählern Dallas' bester Werfer. Der Small Forward erlebte das Ende der Partie allerdings ebenso wenig wie Celtics-Coach Doc Rivers.

Howard musste vier Minuten vor Schluss ausgefoult Platz nehmen. Rivers war zu diesem Zeitpunkt nach zwei technischen Fouls im Anschluss an ein Wortgefecht zwischen Nowitzki und Kevin Garnett Ende des dritten Viertels gar nicht mehr in der Halle.

Triple-Double für Rondo

Bei Boston (44-11 Siege) überzeugte neben Pierce vor allem Rajon Rondo, der im American Airlines Center sein zweites Triple-Double der Saison aufstellte. Am Ende standen für den 22-Jährigen starke 19 Punkte, 15 Rebounds und 14 Assists zu Buche - und ein dickes Kompliment von Mavs-Point Guard Jason Kidd.

"Rondo hat ein Riesenspiel gemacht. Er sollte eigentlich beim All-Star Game dabei sein. Bei dem Druck, den er hat, ein Championship-Team zu führen, macht er das riesig", sagte der 35-Jährige.

Garnett, der früh in Foulprobleme geriet, beendete die Partie mit 16 Punkten und 5 Rebounds. Ray Allen steuerte 20 Zähler bei.

Carlisle nimmt Schuld auf sich

Nach dem Spiel nahm Mavericks-Coach Rick Carlisle die Schuld für die Niederlage auf sich. "Wenn man auf dem Trainerstuhl sitzt, muss man manchmal Manns genug sein, sich einzugestehen, dass man es verbockt hat", sagte Carlisle. "Wir hätten Pierce doppeln sollen, das war mein Fehler."

Laut Jason Kidd ging der Headcoach nach der Partie in die Kabine und entschuldigte sich beim Team. "Ich habe den Spielern gesagt, dass sie aufopferungsvoll gekämpft haben und es wirklich verdient gehabt hätten, als Sieger vom Court zu gehen", so Carlisle.

Cuban greift Schiedsrichter an

Weniger mit sich selbst als mit den Schiedsrichtern haderte derweil Mavs-Besitzer Mark Cuban. Der Stein des Anstoßes: die ruppige Gangart gegenüber Nowitzki.

"Wenn bei Dirk so gepfiffen werden würde wie bei Paul Pierce, hätte er zehn Freiwürfe pro Spiel mehr. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass Boston der Champion ist - es ist einfach unglaublich, dass Dirk so viel einstecken muss und trotzdem nicht denselben Respekt der Schiedsrichter bekommt."

Scharmützel zwischen Nowitzki und Garnett

Dabei hatte es in der ersten Hälfte so gar nicht nach Bostons neuntem Auswärtssieg in Folge ausgesehen. Die Mavericks dominierten das Spiel zwei Viertel lang, lagen nie in Rückstand und gingen mit einem Elf-Punkte-Polster (51:40) in die Pause.

Im dritten Viertel stellte Antoine Wright mit einem Dreier sogar auf 65:50, ehe es zum Scharmützel zwischen Nowitzki und Garnett und den anschließenden Verwünschungen von Doc Rivers kam. Garnett hatte Nowitzki gefoult, anschließend tauschten beide All-Stars "Nettigkeiten" aus und bekamen jeweils ein technisches Foul.

Nur 10 Sekunden später wurde Garnett gegen Nowitzki erneut zurückgepiffen, was Rivers auf die Palme brachte - das nächste Technische. Nachdem Nowitzki den Freiwurf sicher verwandelt hatte, schimpfte Rivers immer noch mit den Schiedsrichtern - und flog.

Das schien vor allem die Celtics wachzurütteln. Bis zur letzten Viertelpause startete der Meister einen 14:4-Run und ging mit 69:75 ins letzte Viertel. Nowitzki war gefordert - und traf nicht.

Seit zwei Jahren ohne Sieg gegen Boston

Nur 2 seiner 8 Würfe im Schlussviertel fanden den Weg ins Ziel, dafür traf Pierce plötzlich alles.

Mit zehn Punkten binnen sieben Minuten brachte er Boston in Führung (85:84). Als Nowitzki 1:42 Minuten vor dem Ende nochmal ausglich, war es wieder Pierce, der mit vier Zählern in Serie Boston in Front brachte und das Spiel damit eintütete.

Dallas (31-21 Siege), das zuletzt sechs von sieben Spielen gewonnen hatte, bleibt damit im zweiten Jahr in Folge ohne Sieg gegen die Celtics und rutschte in der Western Conference vom fünften auf den siebten Platz ab. Boston baute derweil die Führung im NBA-Osten aus und bleibt bestes Team der Liga.

Nowitzki: "Haben sehr hartes Restprogramm"

Nun steht aber erstmal das All-Star-Wochenende an. Zeit für Nowitzki und Co., um die Akkus ein wenig aufzuladen."Dieses Jahr sehe ich das All-Star Game mehr als Pause an. Es war ein langer Sommer für mich", sagte Nowitzki zu SPOX. "Die Pause tut allen sehr gut. Ein bisschen relaxen und dann geht es am Mittwoch gegen New Jersey wieder in die Vollen."

30 Spiele sind es für die Mavericks noch - und der Kampf um die Playoff-Plätze im Westen ist so eng, dass man sich keine Durststrecke mehr erlauben darf. Nowitzki: "Wir haben ein sehr hartes Restprogramm. Wenn man auf die Tabelle schaut, kann sich mit einem Sieg oder einer Niederlage von Platz vier bis neun alles tun. Es wird hart."

Dirk Nowitzkis großes Jubiläum: Zehn Jahre NBA

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung