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Olympia

Olympia-Traum für Fischer endgültig vorbei

SID
Birgit Fischer leidet an einer Herzmuskelentzündung und muss sich vom Leistungssport verabschieden
© Getty

Der Traum von der siebten Olympia-Teilnahme ist für Birgit Fischer endgültig geplatzt. Das bestätigte die achtmalige Kanu-Olympiasiegerin in einem Interview mit der Tageszeitung "Die Welt" (Freitagausgabe).

"Ich habe eine leichte Herzmuskelentzündung und der Facharzt sagte mir klipp und klar, dass ich keine Starterlaubnis bekomme und Training nur in den alleruntersten Herzfrequenzbereichen machen darf, sozusagen nur noch Wohlfühlpaddeln", sagte die 50-Jährige, die inzwischen "klug genug" sei, auf die Ärzte zu hören: "Gesundheit ist wichtiger als jedes um die Wette paddeln und jede Medaille."

Fischer, die wegen Herzrhythmusstörungen bereits Anfang April die nationale Olympiaqualifikation in Duisburg absagen musste und nur noch eine theoretische Chance auf ein London-Ticket hatte, kennt seit Dienstag dieser Woche die Ursache für ihre Herzprobleme.

Husten als Ursache

"Ein von mir nicht richtig ernst genommener Reizhusten" im Trainingslager in Australien sei verantwortlich für "mein Herzstolpern", wie es die Ausnahmeathletin nennt. Und dieses mache einen Start bei Olympia unmöglich.

Ihr Fehler sei gewesen, den Husten zu lange nicht ernst genommen zu haben. "In der Euphorie meines Trainings und der super Leistungsentwicklung habe ich ihn einfach ignoriert. In dieser Trainingsphase die Belastung zu reduzieren, war für mich undenkbar. Und es war ja auch nur ein Husten. Zwar ein sehr heftiger, der mich auch nachts nicht schlafen ließ, aber ich dachte, mit den üblichen Hausmitteln bekomme ich das schnell in den Griff."

"Wieder ganz gesund" mit Wohlfühlpaddeln

Dass sich die Erkrankung letztlich zu einem ernsthaften Problem entwickeln könnte, daran hatte Fischer keinen Gedanken verschwendet.

Dabei sei sie "eher vorsichtig, jemand, der bei den ersten Anzeichen einer Krankheit oder anbahnenden Überlastung aus dem Training rausgeht", versicherte Fischer. Am Ende schlug sich die 50-Jährige aber neun Tage mit dem hartnäckigen Husten herum, ehe er besiegt war.

Nach den gründlichen Untersuchungen könne sie "einerseits nun aufatmen, andererseits bin ich ziemlich traurig", sagte Fischer. Die Teilnahme an den Olympischen Spielen in London sei zwar nicht die Triebfeder gewesen, sich noch einmal im Training zu quälen und die Qualifikation in Angriff zu nehmen.

Dennoch überwiege der Wehmut

"Mein Vorhaben war von Anfang an klar definiert und auch so von mir kommuniziert: Ich nehme das Training wieder auf, um zu sehen, wie fit ich noch einmal werden kann - wie schnell ich die 200 oder 500 Meter im Kajakeiner noch einmal fahren kann, wenn ich regelmäßig trainiere."

Dennoch überwiege der Wehmut, in London nicht dabei zu sein, "weil ich wirklich sehr gut in Form bin."

Um diese Form zu erreichen, habe sie in den vergangenen Monaten aber einfach "nicht genug auf mich geachtet". Schwerwiegende Folgen drohten der 50-Jährigen deswegen allerdings nicht. "Wenn ich nun die kommenden Monate beim Wohlfühlpaddeln bleibe, dann werde ich, laut Arzt, wieder ganz gesund."

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