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Olympia

Olympia: Maier holt nach Videobeweis Bronze im Skicross

SID
Daniela Maier

Bronze nach Videobeweis: Daniela Maier bekommt nach einem spannenden Finale die erste deutsche Olympia-Medaille im Skicross zugesprochen.
 

Das Warten schien keine Ende zu nehmen. Minutenlang stand Daniela Maier im Zielraum des Genting Snow Parks, sie war knapp geschlagen Vierte geworden im Kampf um die Medaillen im Skicross - und sie war sich völlig sicher: Nein, die Bewegung von Fanny Smith aus der Schweiz im packenden Finale würde nicht dazu ausreichen, ihre Konkurrentin zurückzustufen. Die Jury sah dies nach der Videoüberprüfung des Runs anders: Olympia-Bronze für Maier!

Die reagierte konsterniert. "Nein, nein, nein, nein nein", rief sie und schüttelte immer wieder den Kopf: "Das war ganz normales Skicross." Die "Gefühlsachterbahn" hatte sie auch eine Stunde später nicht verarbeitet. "Ich brauche noch eine Weile, um das zu realisieren", sagte Maier, die als Olympia-Debütantin die erste deutsche Skicross-Medaille überhaupt holte. Bronze mit einem kleinen Beigeschmack. "Fanny hat mich im Ziel gleich getröstet, jetzt tut es mir für sie unglaublich leid", sagte Maier.

Während Ex-Weltmeisterin Smith die Entscheidung kaum fassen konnte, war sich Heli Herdt, der Sportliche Leiter der deutschen Skicrosser, sicher in seinem Urteil: "Die Bronzemedaille ist sicher", betonte er in der ARD, und "morgen", ergänzte er, "morgen fragt keiner mehr, wie die Medaille zustandegekommen ist." Als Maier fassungslos auf das Siegertreppchen stieg, flossen die Tränen.

Dass sie deutsche Skicross-Geschichte geschrieben hatte, bemerkte Maier erst, als die ersten Tränen getrocknet waren: "Das ist geil, weltklasse", sagte sie strahlend. Für die Ski-Freestyler war es erst die zweite Medaille nach 1998, als Tatjana Mittermayer in Nagano auf der Buckelpiste Silber holte.

Im Finale hatte es die bis dahin sehr clever und mutig fahrende Maier mit den Besten der Szene zu tun bekommen. Gold ging unbestritten an die große Weltcup-Dominatorin und zweimalige Weltmeisterin Sandra Näslund aus Schweden, Silber an Marielle Thompson, Olympiasiegerin von 2014. Smith hatte 2013 WM-Gold und 2018 Bronze bei Olympia in Pyeonchang gewonnen.

Im packenden Finale war Smiths linker Ski nach der letzten Welle in die Fahrspur der aufkommenden Maier gedriftet - die Jury wertete dies als Behinderung. "Ich werde mir das Video heute Nacht noch einige Male anschauen", sagte Maier: "Aber für so etwas haben wir eine Jury."

Eine harte, aber korrekte Entscheidung, wie der Sportliche Leiter Heli Herdt klarstellte. "Nach den Bildern kann man das so entscheiden", sagte er: "Wir waren schon oft auf der anderen Seite solcher Entscheidungen."

Bronze. Eine Genugtuung nach den vielen alpinen Enttäuschungen für den Deutschen Skiverband. "Das war für unsere Sparte sehr wichtig. Wir haben heute eine Medaille für Alpin geholt", sagte Herdt.

Und Maier? "Ich werde das erstmal sacken lassen", sagte sie: "Und dann gibt's vielleicht einen Sekt." - Den hatte sie sich nach der Gefühlsachterbahn im Schneegestöber redlich verdient.

 

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