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Olympia

Olympia: Weltsport bangt bei Tokio-Absage um Milliarden

SID
Die olympischen Spiele in Tokio sollen am 23. Juli 2021 beginnen.

Das Szenario einer Absage der Olympischen Spiele in Tokio schwebt wie ein Damoklesschwert über den internationalen Sportverbänden und der Olympischen Bewegung. Nicht nur für die Sportler wäre ein Ausfall fatal, die wirtschaftlichen Folgen wären immens. Es geht um Milliarden.

"Das wäre der finanzielle Super-GAU", sagte Sportmarketingexperte Dennis Trautwein, Geschäftsführer Deutschland der Consulting- und Full Service-Agentur Octagon, dem SID, "Ertragsquellen würden wegbrechen, Verbände, Organisationen und Sportler gerieten in Existenzängste."

Rund Dreiviertel der IOC-Einnahmen stammen aus den TV-Rechteerlösen, allen voran NBC. Finden keine Spiele statt, fehlt dem US-Sender die Gegenleistung. "Die Medieneinnahmen sind das größte Risiko", sagte Trautwein, "damit entstünde ein signifikantes Finanzierungsloch."

Im Olympiazyklus von 2013 bis 2016 mit den Spielen in Sotschi (Winter) und Rio (Sommer) nahm das IOC 5,7 Milliarden Dollar ein. Rund 90 Prozent gab das IOC weiter, vor allem an die 32 Weltverbände und die Nationalen Olympischen Komitees.

Deutscher Olympischer Sportbund bangt um 30 Millionen Euro

Täglich fließen rund 3,4 Millionen Dollar vom IOC an den Weltsport. "Wenn dies wegfällt, wäre das weltweit zu spüren", sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann. Auch "sein" Deutscher Olympischer Sportbund hätte mächtig zu knabbern. Der deutsche Dachverband erhält 30 Millionen Euro pro Olympiade.

Noch größer wären die Sorgen bei den Weltverbänden, vielen würde der K.o. drohen. Thomas Weikert, der deutsche Präsident des Internationalen Tischtennis-Verbandes ITTF, sagte dem SID: "Wir erhalten in einem Olympia-Zyklus 18 Millionen Dollar vom IOC. Das macht 20 Prozent unseres Etats aus. Wir würden zwar nicht untergehen, müssten aber bei unseren weltweiten Aktivitäten deutlich sparen."

Die ITTF steht damit vergleichsweise gut da. "Ich weiß von Weltverbänden, da machen die IOC-Zuwendungen bis zu 90 Prozent des Etats aus", sagte Weikert. Aufzufangen wäre dies kaum.

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