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Olympia

Doping-Verdacht bei Harting-Trainer

SID
harting, leichtathletik, diskus
© Getty

Peking - Der Deutsche Olympische Sport-Bund (DOSB) wird die Olympia-Nominierung von Leichtathletik-Trainer Werner Goldmann wegen der in einem "ZDF"-Bericht erhobenen Doping-Vorwürfe prüfen.

Dies kündigte DOSB-Generaldirektor Michael Vesper nach Informationen des Senders an. In der "ZDF"-Dokumentation "Mission Gold: Wie sauber sind die Spiele?" beschuldigt der ehemalige DDR-Kugelstoßer Gerd Jacobs seinem Ex-Trainer Goldmann, von ihm Anfang der 80er Jahre das Anabolikum Oral-Turinabol bekommen zu haben.

Goldmann ist heute Coach von Diskus-Vizeweltmeister Robert Harting. In der Sendung bestreitet er die Vorwürfe. Er behauptet, niemanden geschädigt zu haben.

Der 46-jährige Jacobs, einst Trainingspartner vom ehemaligen Kugelstoß-Weltrekordler Ulf Timmermann, ist vom Bundesverwaltungsamt als Dopingopfer anerkannt.

Harting stellte sich schützend vor seinen Trainer. "Ich finde es schade, das so wenig Rückhalt aus den Gremien kommt. Dieser Mann arbeitet jetzt schon 18 Jahre lang für die BRD und hat sich nichts mehr zu Schulden kommen lassen. Uns wird hier die Arbeit zerstört, denn die hat mit damals nichts mehr zu tun", schrieb der 23-Jährige auf seiner Homepage.

"Leute die eindeutig hinter ihm (Goldmann) gestanden haben, wenden sich jetzt feige ab, obwohl sie ihn nominiert haben", schreibt Harting weiter. Mit dem 46-jährigen Jacobs wolle Harting bei einem möglichen Treffen "das wie ein Mann mit ihm klären und dort wird nicht viel geredet."

Schon Ende der 90er hatte die Berliner Staatsanwaltschaft unter anderem gegen Goldmann wegen der Verabreichung von Dopingmitteln ermittelt. Laut "ZDF" wurde ein Strafverfahren gegen ihn 1999 nach Zahlung von umgerechnet 2000 Euro eingestellt.

Goldmann unterschrieb Ehrenerklärung

Die Nominierungsrichtlinien für die Peking-Spiele sehen vor, dass dopingbelastete Betreuer und Ärzte nicht für die Olympia-Mannschaft berücksichtigt werden.

Wie DOSB-Leistungssportdirektor Bernhard Schwank bestätigte, hat Goldmann eine Ehrenerklärung unterschrieben, dass er nie etwas mit Doping zu tun gehabt hat. Wenn die Doping-Vorwürfe zuträfen, "und er das bestätigt, hätte er etwas unterschrieben, was er nicht hätte unterschreiben dürfen", sagte Vesper.

Nach Überprüfung der Anschuldigungen wird die Präsidialkommission des DOSB mit Präsident Thomas Bach, dem Vizepräsidenten Leistungssport Eberhard Gienger und Vesper über Ausschluss oder Verbleib von Goldmann im deutschen Olympia-Team entscheiden.

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