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Wintersport

Vierschanzentournee: Kamil Stoch gewinnt Tournee zum dritten Mal - Karl Geiger nach Aufholjagd Zweiter

SID
Karl Geiger wurde Zweiter in der Tournee-Gesamtwertung.

Im Showdown der "Geister-Tournee" belohnte sich Karl Geiger mit einem Happy End. Kamil Stoch holte nach der Blitz-Quarantäne den dritten Tourneesieg.

Karl Geiger stieß überglücklich einen lauten Jubelschrei unter dem Mund-Nasen-Schutz aus, dann scherzte der Oberstdorfer auf dem Siegerpodest ausgelassen mit "Tournee-König" Kamil Stoch. Geiger gelang zum Abschluss der "Geister-Tournee" in Bischofshofen ein wahres Happy End, der Skiflug-Weltmeister belohnte eine grandiose Aufholjagd von Platz vier mit dem zweiten Gesamtrang.

Tagessieger Stoch durfte derweil am Dreikönigstag nach 2017 und 2018 zum dritten Mal den begehrten Goldadler entgegennehmen. Für Geiger, der sich seinen Pokal unter dem Applaus seiner Teamkollegen genauso wie Stoch selbst abholen musste, war es nach Platz drei im Vorjahr das beste Tournee-Ergebnis seiner Karriere.

Entsprechend erleichtert war der 27-Jährige nach dem gelungenen Abend an der Paul-Außerleitner-Schanze. Der Abschluss sei "gelungen, definitiv gelungen", sagte der Skiflug-Weltmeister zufrieden im ZDF: "Ich bin megaglücklich und echt froh, dass ich das heute hinbekommen habe."

Mit Sprüngen auf 138,0 und 133,5 m überflügelte Geiger als Tagesdritter mit einer Gesamtpunktzahl von 1062,5 seine Konkurrenten um Titelverteidiger Dawid Kubacki (1057,8) und den Norweger Halvor Egner Granerud (1057,4). "Ich bin überglücklich", sagte Geiger, der Stoch gratulierte: "Das war wahnsinnig gemacht."

Auch Bundestrainer Stefan Horngacher zog ein positives Fazit. "Karl ist mental unglaublich stark und super gesprungen", betonte der Österreicher: "Am Ende ein toller zweiter Platz." Stoch sei in dieser Form einfach unschlagbar gewesen.

Kamil Stoch auch in Bischofshofen nicht zu schlagen

Der dreimalige Olympiasieger Stoch blieb auch in Bischofshofen eiskalt und siegte mit Flügen auf 139,0 und 140,0 m überlegen vor dem Norweger Marius Lindvik. Die Tournee gewann Stoch mit einem riesigen Vorsprung von 48,1 Punkten (1110,6), der 33-Jährige krönte sich außerdem zum zweitältesten Champion nach Sepp Bradl bei der Premiere 1953.

Erneut Tourneesieger, "das klingt großartig, ich bin wirklich glücklich", sagte Stoch: "Es ist emotional, weil wir alle unter großem Stress standen. Heute werden wir feiern." Auch Sportdirektor Adam Malysz war entzückt. "Wooow, mir fehlen die Worte", schrieb die polnische Skisprung-Legende in den Sozialen Medien.

Stoch gelang das Kunststück, aus der Quarantäne zum Dreifach-Triumph zu springen. Denn eigentlich war die Tournee für das gesamte polnische Team schon vor dem ersten Springen in Oberstdorf verloren. Nach dem positiven Coronatest bei Klemens Muranka mussten Stoch und seine Kollegen in Quarantäne und wurden vom Auftaktspringen ausgeschlossen.

Das skisprungverrückte Land war empört, nach mehreren negativen Tests und Einwirken der Politik klappte es doch noch mit der Starterlaubnis. Das Corona-Chaos ließ Stoch kalt, beflügelte ihn gar. Mit seinem ersten Saisonsieg in Innsbruck übernahm er die Gesamtführung und ließ in Bischofshofen nichts mehr anbrennen.

"20 Jahre nach Sven Hannawald lässt sich besser schreiben"

Eine bittere Enttäuschung erlebte indes Markus Eisenbichler, der nach einem Sprung auf nur 120,5 m gar den zweiten Durchgang verpasste. "Es ist bitter. Ich habe sowas aber schon oft erlebt, da rege ich mich nicht mehr auf", sagte der Bayer nach einer verpatzten Tournee mit Gesamtrang 16.

Horngacher spendete direkt Trost, "mir ist es lieber, dass er Vollgas gibt und es in die Hose geht, als dass er lauwarm über die Schanze fährt", sagte er. Die DSV-Adler reisen nun ohne Pause direkt weiter zum Weltcup nach Titisee-Neustadt am Wochenende.

Für die deutschen Skispringer heißt es außerdem: Weiter warten auf den ersten Tourneesieg seit Sven Hannawald vor 19 Jahren. "Vielleicht nächstes Jahr - 20 Jahre nach Sven Hannawald lässt sich auch besser schreiben als 19 Jahre", sagte der ARD-Experte im SID-Gespräch.

Und Geiger versicherte: "Wir werden nächstes Jahr auf jeden Fall wieder alles geben."

Vierschanzentournee: Das Ergebnis des Springen in Bischofshofen

PlatzSpringerNationPunkte
1Kamil StochPolen300,7
2Marius LindvikNorwegen280,4
3Karl GeigerDeutschland277,3
4Stefan KraftÖsterreich275,9
5Robert JohanssonNorwegen274,8
6Michael HayböckÖsterreich274,6
7Piotr ZylaPolen273,9
8Andrzej StekalaPolen272,2
9Yukiya SatoJapan270,5
10Daniel HuberÖsterreich268,9

Vierschanzentournee: Die Gesamtwertung im Überblick

PlatzSpringerNationGesamtstand
1Kamil StochPolen1110,6
2Karl GeigerDeutschland1062,5
3Dawid KubackiPolen1057,8
4Halvor Egner GranerudNorwegen1057,4
5Piotr ZylaPolen1032,7
6Andrzej StekalaPolen1032,5
6Ryoyu KobayashiJapan1032,5
8Stefan KraftÖsterreich1019,1
9Peter PrevcSlowenien1018,0
10Daniel HuberÖsterreich1014,7
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