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Tennis - Ex-Profi Alexandr Dolgopolov in Ukraine-Krieg eingezogen

Von SPOX
Der ehemalige Tennis-Profi Alexandr Dolgopolov ist in den Krieg in der Ukraine eingezogen, um sein Heimatland gegen Russland zu verteidigen.

Der ehemalige Tennis-Profi Alexandr Dolgopolov ist in den Krieg in der Ukraine eingezogen, um sein Heimatland gegen Russland zu verteidigen. Der 33-Jährige hat nun tiefe Einblicke gewährt.

"Das ist mein Zuhause. Jemand muss es verteidigen. Ich bin es mir schuldig, hier zu sein! Ich konnte nicht länger tatenlos zusehen", erklärte die einstige Nummer 13 der Weltrangliste im Interview mit der L'Équipe: "Ich habe in der Türkei eine Woche lang Schießen gelernt, weil ich vorher noch nie eine Waffe angerührt hatte. Ein ehemaliger Soldat brachte es mir bei. Ich kann jetzt mit einer Pistole umgehen und mit guter Präzision auf ein Ziel schießen."

Er sei "in der Lage, eine Person sicher zu treffen und ich habe mehr Selbstvertrauen", ergänzte Dolgopolov im Gespräch mit Eurosport. "Ich kenne Freunde, deren gesamte Familie ausgelöscht wurde! Sie töten unsere Kinder, sie töten unsere Frauen. Ich bin also bereit, auf einen Russen zu schießen. Im normalen Leben würde ich das natürlich nicht tun. Aber das hier ist Krieg. Wenn du ihn nicht erschießt, wird er dich töten", sagte er.

Dolgopolov erlebte bereits einen großen Schreckmoment. Seine Freundin und die gemeinsame Tochter wurden im Auto angeschossen, als sie versucht hatten, aus Kiew zu fliehen. "Direkt vor ihnen wurde ein Auto zerstört. Gott sei Dank gelang es ihnen noch, das Land zu verlassen", berichtete er. Seine Rückkehr mit alten Bekannten in die ukrainische Hauptstadt war ebenfalls einem Hollywood-Streifen ähnlich.

"Wir kauften thermische Monokulare, damit die Soldaten auch nachts etwas sehen können. Wir kauften auch kugelsichere Westen, Ausrüstung und so weiter. Aber am Ende ging ich allein", sagte Dolgopolov und fügte an: "Ab der Grenze sind überall bewaffnete Leute. Sie halten jeden an und durchsuchen alle Autos."

Dolgopolov: "Aber ich habe ja eine kugelsichere Weste"

Anschließend fuhr er mit dem Zug weiter. In Kiew hatte er Freunde anrufen müssen, "damit sie mich mit Waffen ausgestattet vom Bahnhof abholen. Wenn du hier draußen auf den Straßen bist, kannst du von Ukrainern als Feind betrachtet werden. Das machen sie, damit feindliche Gruppen nicht ruhig durch die Stadt laufen können. Auf dem Weg dorthin sahen wir einige Raketen vorbeifliegen."

Aktuell macht Dolgopolov, der seine aktive Karriere im Frühjahr beendete, riskante Touren, "um Material in andere Städte zu liefern. Das ist sehr riskant, man kann in einen Kampf geraten. Aber ich habe ja eine kugelsichere Weste."

An eine Rückkehr auf den Platz denkt er derzeit nicht. Russische Spieler, die bislang unter neutraler Flagge antreten dürfen, sollten laut ihm aber ausgeschlossen werden. "Die Spieler sagen: 'Ich bin für den Weltfrieden.' Das ist doch Scheiße! Komm in die Ukraine und sag mir das ins Gesicht. Zu sagen, dass die russischen Spieler mit all dem nichts zu tun haben, ist nicht wahr."

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