Motorsport

Legende Stuck kündigt an: "Mache in Zukunft auch Sim-Racing"

Von SPOX
Hans-Joachim Stuck geht unter die Sim-Racer.

Hans-Joachim Stuck geht unter die Sim-Racer! Das kündigte die deutsche Motorsport-Legende exklusiv im neuen Talk-Format "Locked-In" von DAZN und SPOX an. Denn der 69-Jährige hat wie viele andere Rennfahrer auch durch die Corona-Krise die virtuelle Motorsport-Welt für sich entdeckt.

"Ich habe bemerkt, wie - sorry - scheiße es ist , wenn du nicht im Auto sitzen kannst", sagte der frühere Formel-1-Fahrer und DTM-Champion.

Er gibt zu, dass sich vor allem seine Frau darüber beschwerte, dass er durch die Abstinenz vom Motorsport unleidlich wurde. Deshalb steht der Plan, bald einzusteigen. "In der nächsten Winterpause fahre ich auch, dann mache ich auch Sim-Racing, damit kann man es besser überbrücken. Und es gibt einem etwas, es macht Spaß, man lernt immer etwas dazu und man kann etwas ausprobieren", so Stuck.

SPOX zeigt das fünfte Rennen der Digitalen Nürburgring Langstrecken-Serie powered by VCO am Samstag ab 13 Uhr im LIVESTREAM FOR FREE.

Wie gemacht ist für Stuck die Digitale Nürburgring Langstrecken-Serie DNLS, die am Samstag das fünfte Saisonrennen austrägt. Denn "Strietzel" ist auf der legendären Nordschleife groß geworden, fuhr im Alter von neun Jahren erstmals in der "Grünen Hölle". Noch heute dreht er in einem Audi R8 LMS seine Runden, wenn er bei sogenannten Taxifahrten Gästen die Herausforderungen und Tücken der Strecke näherbringt.

"Ich kenne keine Strecke, die physisch und psychisch so hart ist", weiß Stuck: "Das kannst du im Simulator natürlich nie erreichen. Du hast im Simulator trotzdem die Anspannung, den Reiz, dass du ans Limit gehst." Die Suche nach den Grenzen, das Austesten hat virtuell natürlich Vorteile: "Du tust dir nicht weh, wenn du abfliegst", so Stuck: "Das Tolle ist, wie wirklichkeitsnah das ist. Von der Strecke her, vom Gefühl her, ist es wahnsinnig nah beieinander."

Spengler: "Unglaublich nah am echten Motorsport"

Vor allem kann man als Profi-Rennfahrer noch etwas lernen, verrät der frühere DTM-Champion Bruno Spengler, der in der DNLS regelmäßig am Start ist. "Sim-Racing entwickelt mich als Rennfahrer und ich kann noch an meinem Fahrstil arbeiten. Es ist unglaublich nah am echten Motorsport. In jedem Rennen lerne ich etwas", sagte der Kanadier.

Natürlich gibt es Unterschiede zwischen der virtuellen und der echten Welt, wie die fehlende Bewegung und die G-Kräfte, die im Simulator nicht auf den Körper einwirken. Eine reelle Gefahr existiert beim Sim-Racing freilich auch nicht. Dafür sind Anspannung und Druck in der DNLS nicht geringer als in Wirklichkeit, wenn sich die Rennfahrer-Profis gemeinsam im Team mit den Sim-Cracks abwechseln.

"Du fährst mit zwei Sim-Profis, die viel schneller als du sind. Du weißt, du fährst die Quali und den Start. Und sie erwarten, dass das Auto heil bleibt. Druck ist im Sim-Racing deshalb auch da. Ich bin fast genauso nervös wie in echt", gibt Spengler zu.

Danny Giusa sieht im Mix nur Vorteile

Sim-Racer Danny Giusa sieht im Mix aus Rennfahrer und Sim-Profis nur Vorteile: "Dadurch werden wir nicht mehr so als Nische gesehen, sondern das validiert, dass die Sim-Racer mit den echten Rennfahrern eine gemeinsame Grundbasis haben und eine Welt von der anderen lernen kann. Dadurch wird Sim-Racing ernster wahrgenommen."

Doch wie ist es umgekehrt? Könnten die Sim-Stars auch in einem "echten" Rennauto bestehen? Giusa nahm 2014 an der Nissan-GT-Academy teil. Er betont, die Erfahrung aus dem Simulator und das Wissen über die Strecke und das Auto enorm helfe, wie weit man komme im Vergleich zu einem Profi-Rennfahrer, hänge aber ganz stark vom Sim-Racer persönlich ab, "doch ich würde nicht sagen, dass es unmöglich ist, dass ein Sim-Racer ins Rennauto steigt und gut performt."

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