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Darts

Darts-Weltmeister Rob Cross im Interview: "Für einen zweiten Platz trete ich gar nicht erst an"

Rob Cross ist Darts-Weltmeister 2018.

SPOX/DAZN: Bevor Sie Ihre Darts-Karriere gestartet haben, haben Sie als Elektriker gearbeitet. Was war die größte Veränderung in dieser Zeit?

Cross: Der Unterschied ist gar nicht so groß: Ich war diszipliniert und habe hart gearbeitet. Als Elektriker habe ich täglich acht bis zehn Stunden gearbeitet. Jetzt trainiere ich jeden Tag, die Zeit gleicht sich nicht aus. Wenn du am Darts-Board trainierst, musst du genauso viel investieren. Es war immer mein Traum, professioneller Darts-Spieler zu werden. Diesen Traum habe ich verwirklicht und ich bin bei fast jedem Turnier dabei, das ist toll.

SPOX/DAZN: Werden Sie mittlerweile auf der Straße erkannt?

Cross: Ja, hin und wieder. Es wird ein wenig dauern, bis ich mich daran gewöhnt habe. (lacht)

SPOX/DAZN: Ihre Darts-Karriere ging direkt durch die Decke und von außen gesehen ging es 2017 nur nach oben. Gab es in dieser Zeit auch Rückschläge?

Cross: In den ersten drei Monaten auf der Tour habe ich das Schlimmste befürchtet. Dann habe ich meinen ersten Sieg auf der Pro Tour eingefahren und mir gedacht, dass es nicht so schlimm ist wie erwartet. Von da an lief es wie am Schnürchen. Aber der World Grand Prix im letzten Jahr war noch ein Rückschlag. Ich bin in der ersten Runde ausgeschieden und habe nicht gut gespielt. Ich habe davor gut gespielt, aber der Modus mit Double-in hat mich zurückgeworfen, das kannte ich nicht. Aber als ich nach Hause kam, war das für mich ein Wendepunkt. Ich wusste, dass ich besser spielen muss und von da an lief es besser und ich spielte ich bei den TV-Turnieren konstant einen 100er Average.

SPOX/DAZN: Das große Highlight gab es dann bei der WM 2018. Auf dem Weg zum Triumph haben Sie unter anderem Michael van Gerwen geschlagen. Erwarten Sie in den nächsten Jahren einen Zweikampf zwischen Ihnen beiden?

Cross: Der Hauptunterschied zwischen Michael und mir ist, dass er deutlich mehr Erfahrung hat als ich. Auch wenn es als Weltmeister vielleicht komisch klingt, muss ich noch viel lernen. Es wird sich garantiert eine Rivalität zwischen uns entwickeln - und das hoffe ich auch.

SPOX/DAZN: Das erste Wiedersehen gab es am ersten Spieltag der Premier League, als van Gerwen Sie mit 7:2 besiegte. Führt überhaupt ein Weg an ihm vorbei?

Cross: Michael ist definitiv der Favorit bei der Premier League. Allein wenn man auf die Anzahl der Titel letztes Jahr schaut, ist er der Favorit. Deshalb hat er auch mehr Druck als ich. Gleichzeitig wusste ich bei der Weltmeisterschaft aber auch nicht, was mich erwartet und trotzdem habe ich die WM gewonnen. Das Gleiche kann bei der Premier League passieren: Ich weiß, dass ich viel lernen muss, aber trotzdem kann ich sie gewinnen. Für einen zweiten Platz trete ich gar nicht erst an. Das würde ich wirklich nicht. Ich weiß, dass das nicht gut klingt, aber das hat für mich keinen Sinn.

SPOX/DAZN: Sie betonen immer wieder, dass Familie für Sie an erster Stelle steht. Nun kommt die Premier League (alle Sessions live auf DAZN) dazu und Sie sind wieder einige Tage in der Woche unterwegs.

Cross: Ich möchte einfach bestmöglich für meine Familie sorgen. Meine Familie ist meine Motivation und gibt mir die Inspiration, immer besser zu werden und weiterzumachen. Ohne sie würde ich wahrscheinlich nicht mal mehr Darts spielen und wieder zurück zur Arbeit gehen.

SPOX/DAZN: Am Donnerstag wird die Premier League in Berlin Halt machen. Wie sehen Sie den deutschen Darts-Markt?

Cross: Ich hab das Gefühl, dass ich Deutsch lernen muss. (lacht) Es ist eine gute Entscheidung, die Möglichkeiten in Deutschland sind groß. Wir spielen ja bereits viele European-Tour-Events in Deutschland und die Zuschauer sind toll. Es ist immer ausverkauft und die Leute lieben Darts. Um ehrlich zu sein glaube ich, dass es dumm wäre, wenn die PDC nicht mit der Premier League dort hingehen würden.

SPOX/DAZN: Trotz der guten Entwicklung in Deutschland gibt es noch keinen Top-32-Spieler. Wie schätzen Sie das Potenzial von Max Hopp und Martin Schindler ein?

Cross: Max und Martin sind beide sehr jung und wenn man ihnen Zeit gibt, werden sie sich gut entwickeln. Aber dafür müssen sie selbst bereit sein. Sie lernen noch - da sind sie nicht anders als ich.

SPOX/DAZN: Sie sehen sich selbst noch in der Lernphase. Wie wichtig ist es für Sie, auch mal von Darts abzuschalten und was machen Sie dafür?

Cross: Meine Entspannung geht Hand in Hand mit meiner Familie und den Kindern. Wir gehen spazieren, an den Strand und mein kleiner Junge ist verrückt nach Golf. Meine Frau ist zwar nicht wirklich begeistert, aber er liebt es. Er besiegt mich immer. Am liebsten verbringe ich einen entspannten Tag mit meiner Familie, es muss gar nichts Besonderes sein. Wenn man so viel Zeit unterwegs ist, ist es manchmal einfach nur schön, daheim zu sein, in seinem eigenen Bett zu schlafen und alle zu sehen.

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