Basketball

Basketball-WM - Dennis Schröder im Mediengespräch: "Ich nehme das komplett auf mich"

Dennis Schröder und das DBB-Team haben sich bei der WM blamiert.

Dennis Schröder und der DBB hatten vor der WM in China höhere Erwartungen als das Ausscheiden in der Vorrunde. Nach einer kurzen Nacht stellte sich der deutsche Anführer nun den Fragen der Medien und übernahm Verantwortung. Auch über seine Zukunft im Dress des DBB sprach der Spielmacher der Oklahoma City Thunder.

Tag eins nach dem Debakel vom Vortag mit der Niederlage gegen die Dominikanische Republik, die das frühe Ausscheiden aus der WM besiegelte. Es warten dennoch noch drei Spiele auf die deutsche Mannschaft, ein Gruppenspiel, dazu zwei Platzierungsspiele gegen den Senegal und Kanada.

Auch einige deutsche Fans werden die Mannschaft weiter nach Shanghai begleiten, am Vormittag Ortszeit folgten die Schlachtenbummler der Einladung des DBB und konnten im noblen Hotel Intercontinental mit den Spielern reden, Autogramme holen oder auch Fotos machen. Die Stimmung war dabei ein wenig gedrückt, dennoch ging die Veranstaltung reibungslos über die Bühne.

Während die Fans mit ihren Lieblingen sprachen, veranstaltete der DBB im Nebenraum auch noch eine kleine Pressekonferenz mit Bundestrainer Henrik Rödl, Danilo Barthel und auch Dennis Schröder, der am Vortag die Journalisten noch hatte warten lassen. Hier gibt es das niedergeschriebene Gespräch mit dem Anführer der deutschen Mannschaft.

Frage: Herr Schröder, wie ist die Stimmung im Team nach dieser Niederlage gestern?

Dennis Schröder: Natürlich nicht gut. Das Spiel war aber gestern, es ist Vergangenheit und wir müssen nach vorne schauen. Wir haben jetzt noch drei Spiele, die sind sehr wichtig für das Team. Wir müssen uns jetzt zusammenraufen und diese drei Spiele gewinnen.

Haben Sie gestern etwas anderes vom Team und von Ihnen selbst erwartet?

Schröder: Nicht nur gestern, sondern auch bereits gegen Frankreich. Wir brauchen uns vor niemandem zu verstecken. Die erste Halbzeit sind wir schlecht gestartet, nach dem Wechsel war es etwas besser, aber es hat am Ende leider nicht gereicht. Auch gestern hätten wir gar nicht erst so in Rückstand geraten dürfen. Das ist enttäuschend, da ist jeder daran schuld. Ich nehme das aber komplett auf mich, schließlich bin ich der Leader dieser Mannschaft. Das ist kein Problem für mich. Wir müssen nun einen Weg finden, damit wir alle an einem Strang ziehen und die letzten Aufgaben erfolgreich lösen.

Das Team wirkte nervös, man hat nicht die Freude, bei einer WM dabei zu sein, wie bei anderen Mannschaften gesehen. Waren vielleicht die Erwartungen, die sie als Team selbst hatten, einfach zu hoch?

Schröder: Ich habe bereits größere Spiele als ein erstes Gruppenspiel bei einer WM bestritten. Für mich kann ich da also nicht sprechen. Ich habe versucht, alles zu geben, so wie jedes andere Spiel auch. Wir haben als Team ja auch phasenweise gut gespielt, gut verteidigt. Andere Teams hatten mehr Energie als wir und haben sich füreinander gefreut. Auch die Bankspieler bei den beiden Gegnern waren immer happy, wir haben das leider nicht so gemacht. Ich will das aber nicht nur darauf beschränken, es ist nur eine Sache, die mir aufgefallen ist.

Sie haben es gesagt, drei Spiele gibt es noch. Mit drei Siegen kann das olympische Vor-Turnier noch erreicht werden. Wie schaffen Sie das nun als Anführer dieser Mannschaft, dass dieses Team wieder zu sich findet?

Schröder: Jeder hier weiß, dass wir nun drei Siege brauchen. Das sind alles Profis bei uns im Team. Da muss ich nicht zu jedem einzelnen hingehen. Wir sind professionell genug, um zu wissen, dass die drei Spiele wichtig sind und wir dabei alles auf dem Feld lassen müssen.

Sie haben gemeint, dass sich andere Teams mehr gefreut hätten. Woran lag das?

Schröder: Ich weiß es nicht. Die Chemie innerhalb des Teams war gut. Wir waren im Training zusammen immer positiv, aber im Spiel war es anders und jeder hat ein bisschen mit sich selbst gekämpft. Das war schade und das merkt man natürlich auch. Ich würde aber nicht sagen, dass es nur daran gelegen hat. Das würde zu weit gehen.

In beiden Spielen lief das Team schnell einem Rückstand hinterher. War das Team darauf nicht richtig eingestellt? In der Vorbereitung gab es schließlich Kritik an der Auswahl von zu leichten Gegnern.

Schröder: Das stimmt, wir haben nie gut begonnen. Ich kann aber auch nicht erklären, woran das gelegen hat. Ich habe mir die Spiele noch einmal angeschaut und ich finde, dass wir gegen Frankreich einigermaßen gut verteidigt haben. Wir haben dagegen einfach unsere Würfe nicht getroffen. Du willst, dass sie reingehen, aber das kann man nicht kontrollieren. Was man aber kontrollieren kann, ist die Verteidigung. Ich denke, das haben wir in der zweiten Halbzeit gut gemacht und waren auch sofort dran. Hätten wir das von Beginn an gemacht, wäre das alles überhaupt kein Problem gewesen. Das haben wir aber nicht gemacht, das passiert leider im Basketball. Darum geht so ein Spiel nicht 0:0 aus, entweder man gewinnt oder verliert.

Sie wurden nach dem ersten Viertel gegen die Dominikanische Republik am Rücken behandelt. Hat Sie das eventuell beeinträchtigt?

Schröder: Ich suche da keine Gründe für solche Spiele. Mir geht es gut.

Ein kleiner Blick in die Zukunft, mal unabhängig davon, ob die Qualifikation für ein Vor-Turnier oder für Olympia gelingt. Können Sie sich dennoch vorstellen, weiter als Leader der deutschen Mannschaft bei der Heim-EM 2021 aufzulaufen?

Schröder (denkt lange nach): Ja, natürlich. Nur weil ich bis jetzt noch kein erfolgreiches Turnier mit dem DBB gespielt habe, werde ich jetzt nicht sagen: "Ich bin nicht mehr dabei." Das werde ich nicht machen, dazu bin ich ein zu großer Kämpfer. Wir haben weiter ein junges Team mit viel Potenzial. Wir können viel erreichen, aber da müssen auch alle mitziehen. Solange wirklich alle mitziehen, dann bin ich auch dabei.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung