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Leichtathletik

Sex-Test bei Semenya schon vor WM

SID
Geschlecht unklar: Caster Semenya aus Südafrika
© Getty

Der Geschlechts-Test bei Caster Semenya hat schon vor der Leichtathletik-WM angefangen. Man habe es der 18-Jährigen aber nicht gut erklärt, so Ex-Südafrika-Coach Wilfred Daniels.

Der Sex-Test bei Südafrikas "Golden Girl" Caster Semenya, mit dem ihr Geschlecht bestimmt werden soll, hat bereits vor ihrem überraschenden 800-m-Triumph bei der Leichtathletik-WM in Berlin begonnen. Die Funktionäre des nationalen Verbandes ASA haben der 18 Jahre alten Aufsteigerin aber offenbar nie gesagt, weshalb sie in eine Klinik nach Pretoria zu Blut- und Urintests musste.

"Die Tests wurden ihr nicht vernünftig erklärt", sagte der ehemalige südafrikanische Nationaltrainer Wilfred Daniels. Stattdessen sei Semenya im Glauben gelassen worden, es handele sich um standardmäßige Dopingkontrollen.

"Mein Gewissen hat mich geplagt"

Daniels hatte seinen Posten in der vergangenen Woche wegen der Kontroverse um Semenya aufgegeben: "Ich musste gehen. Ich habe mich selbst angeschaut und nicht gemocht, was ich da sah. Ich habe mich gefragt, ob ich mein Leben so weiter genießen könnte. Mein Gewissen hat mich geplagt."

Schon während der WM hatte die Schweizer Zeitung "Blick" berichtet, die Tests hätten ergeben, dass Semenya nachweislich ein Zwitter mit der Chromosomen-Kombination XY - ein sogenannter Hermaphrodit - sei.

Coach Daniels berichtete, mit den Tests sei begonnen worden, nachdem Semenya Ende Juli aus dem Nichts heraus in Bambous/Mauritius in 1:56,72 Minuten eine Weltklassezeit gelaufen war. Bei der WM ließ sie dann sogar 1:55,45 folgen. Daniels sagte, IAAF und ASA hätten die Situation total vergeigt. Das Management sei miserabel gewesen.

Protestwelle in Südafrika

Der vom Weltverband IAAF in Berlin wenige Stunden vor dem 800-m-Finale eingeräumte Sex-Test bei Semenya hatte ihren WM-Sieg (1:55,45 Minuten) überschattet und in Südafrika eine Welle des Protests losgetreten.

Der IAAF wurde Rassismus vorgeworfen. Südafrika kündigte an, sich bei der Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen zu beschweren.

Wie es nun weitergeht, ist völlig offen. Selbst wenn sich herausstellen sollte, dass Semenya ein Zwitter ist, heißt das laut IAAF nicht, dass ihr automatisch die Goldmedaille aberkannt wird und Titelverteidigerin Janeth Jepkosgei (Kenia) nachrücken würde.

Semenya heldenhaft empfangen

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