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Starker Sturm fegt über "Hurrikan" hinweg

SID
Boxen, WBA, Sturm, Sylvester, Podolski
© Getty

Weltmeister Felix Sturm hat aus "Hurrikan" Sebastian Sylvester eine Ostseebrise gemacht und hofft nun auf ein Duell mit K.o.-Schläger Arthur Abraham.

Nach seinem souveränen Punktsieg über den Greifswalder Sylvester (118:110, 118:110, 119:109) in Oberhausen äußerte der 29 Jahre alte Mittelgewichtler aus Leverkusen Gefallen an deutschen WM-Duellen.

"So etwas brauchen wir öfter, einmal im Jahr - und nicht alle acht Jahre", meinte der WBA-Champion. Zuletzt hatten sich in einem deutschen WM-Kampf Dariusz Michalczewski und Graciano Rocchigiani im April 2000 gegenübergestanden.

Der Titelverteidiger hatte den Kampf vor 9200 Zuschauern in der ausverkauften König-Pilsner-Arena und 5,91 Millionen Fernseh-Zuschauern vom ersten Gong an diktiert und seinen Herausforderer mit einer beeindruckend hohen Schlagfrequenz und einem starken linken Jab durch den Ring getrieben.

Sylvester: "Das war nicht mein Tag"

"Er drückte und drückte und haute mir immer wieder die Linke rein. Das hatte ich mir anders vorgestellt", sagte Sylvester, der Sturm niemals in Bedrängnis bringen konnte. "Das war einfach nicht mein Tag."

Der 28-Jährige aus dem Berliner Wiking-Stall, der vom Sauerland-Team promotet wird, vergaß am Ende gar die Stall-Order, seinen Rivalen provokativ bei dessen bosnischen Geburtsnamen Adnan Catic zu nennen.

Die verbalen Scharmützel in den Wochen zuvor, als sich beide ihrer gegenseitigen Abneigung versichert sowie Arroganz und Dummheit vorgeworfen hatten, spielten nach dem Duell kaum noch eine Rolle.

Party mit Podolski

"Was im Vorfeld geredet wurde, ist nicht so wichtig", meinte Sturm, der die Siegesfeier mit seinem Kumpel Lukas Podolski schon im Ring begann. Der Fußballprofi der Bayern war in die Halle gekommen wie auch sein Leverkusener Kollege, Nationaltorwart Rene Adler.

Ich denke, wir haben persönlich nichts gegeneinander, auch wenn wir keine dicken Kumpel mehr werden", erklärte der alte und neue Weltmeister.

Sylvester-Manager Winfried Spiering, der seinem Schützling aufgetragen hatte, Sturm in Wikinger-Manier zu jagen, zu rammen und zu versenken, gab am Ende des Abends eine neue Parole aus: "Jetzt werden wir den VIP-Raum entern." Die lustigen Wikinger-Kappen hatten sie da aber längst nicht mehr auf. Wohl auch, um nicht auch noch als die Gehörnten verspottet zu werden.

Kohl: "Sturm kann auch Abraham schlagen"

Universum-Chef Klaus-Peter Kohl bescheinigte Sturm Weltniveau. "Er kann jeden schlagen, auch Arthur Abraham." Nach Punkten sei sein Schützling vom IBF-Weltmeister aus dem Sauerland-Stall nicht zu besiegen.

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"Aber bei einem Puncher wie Abraham ist natürlich ein K.o. drin", räumte Kohl ein und befand: "Sturm gegen Abraham - das ist das reizvollste Duell überhaupt." Gleichwohl: Kohl wie auch Sauerland-Sportchef Hagen Doering bezweifeln, dass der Kampf mit zwei Top-Verdienern zu finanzieren ist.

Mindestens drei Millionen für Titel-Vereinigungskampf

Schon für seinen Auftritt gegen Sylvester kassierte Sturm 1,6 Millionen Euro. Bei einem Titel-Vereinigungskampf mit IBF-Champion Abraham würde sich keiner der Rivalen mit weniger als drei Millionen Euro zufriedengeben.

Zudem droht Streit zwischen den TV-Partnern der Boxställe um die Übertragungsrechte (Universum/"ZDF", Sauerland/"ARD"). Sturm sieht das gelassen: "Ich boxe jeden Mann, der zur Verfügung steht."

Gegen Abraham würde er gern antreten, realistischer aber sei "ein Kampf in den USA gegen Kelly Pavlik". Der Amerikaner ist WBC- und WBO-Weltmeister. "Arthur und ich - wir stehen jederzeit für diesen Kampf zur Verfügung", versicherte Sturm.

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