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Radsport

Rasmussen: An Selbstmord gedacht

SID
Radsport, Rasmussen
© Getty

Den Haag - Der in der Nacht zum am 26. Juli aus der Tour de France ausgeschlossene Michael Rasmussen hatte Selbstmord-Gedanken. Das offenbarte der im Moment arbeitslose Däne in einem Interview mit der niederländischen Zeitung "de Telegraaf".

"Ich hatte die Königsetappe gewonnen und war nicht mehr von der Spitze des Gesamtklassements zu verdrängen. Am Abend wurde ich ausgeschlossen. Ich fuhr im Teamwagen auf einer Landstraße, saß hinten und weinte. Es kamen uns pausenlos Lastwagen entgegen. Ich dachte daran, die Tür zu öffnen, um mich herauszustürzen, damit der ganze Albtraum ein Ende hätte", schilderte der 33-jährige Rasmussen seine damaligen Gedanken.

Auf Druck der Tour-Direktion hatte ihn sein Team nach der 16. Etappe suspendiert, weil er die Teamleitung angeblich über den wahren Aufenthaltsort während seines Tour-Trainings im Juni angelogen hatte.

Kalkuliertes Risiko

Rasmussen, dem eine Verurteilung bevorsteht, hat seine Lügen über seinen Trainingsort als einen Akt des Selbstschutzes gerechtfertigt. Es sei "ein kalkuliertes Risiko" gewesen, um seine Privatsphäre zu schützen, sagte der Däne im "Telegraaf". Rasmussen hatte behauptet, in Mexiko zu trainieren, während er tatsächlich in den Dolomiten fuhr. Er war dadurch für unangemeldete Dopingkontrollen des Weltverbandes UCI nicht erreichbar.

Rasmussen rechtfertigte das Verwirrspiel in dem Interview mit privaten Gründen. Er habe Beziehungsprobleme gehabt, aber während der Vorbereitung für die Tour nicht damit konfrontiert werden wollen. Das Führungs-Personal seines Rabobank-Teams, Erik Breukink und Theo de Rooij, hätten aber Bescheid gewusst. "Ich habe niemandem in der Mannschaft erzählt, dass ich in Mexiko war", behauptete Rasmussen.

Falscher Zeitpunkt für Schwächen 

Der dänische Bergspezialist hatte während der Tour mit Nachdruck versichert, er habe in Mexiko, der Heimat seiner Familie, trainiert. Das erklärt er in dem Zeitungs-Interview so: "Ich war der Führende in der Tour, das war nicht der Zeitpunkt, Schwäche zu zeigen."

Die Pressekonferenz in Pau, in der die Mexiko-Lüge manifestiert wurde, sei von seinem Team schlecht vorbereitet gewesen. Das Management habe mit der Situation nicht umgehen können. "Die intelligenteste Person in der Mannschaft musste jeden Tag 200 Kilometer auf dem Rad fahren und sein Gelbes Trikot verteidigen", beschrieb Rasmussen sich selbst.

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