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Handball

HSV Hamburg in der Krise

SID
Martin Schwalb und der HSV Handball haben keine Chance mehr auf einen Titel
© getty

Der HSV Hamburg hat sich aus dem Titelrennen in der Handball-Bundesliga verabschiedet. Zehn Monate nach dem Triumph in der Champions League steckt der Klub in der Krise.

Die Finanzen in Schieflage, das Team vor dem Umbruch und nun auch noch der vorzeitige Meisterschafts-K.o.: Rund zehn Monate nach dem umjubelten Triumph in der Champions League ist Handball-Spitzenklub HSV Hamburg nur noch ein Schatten seiner selbst.

Mit der schmerzhaften 25:33 (11:15)-Niederlage in Magdeburg verspielte das Team von Trainer Martin Schwalb leichtfertig die letzte Titel-Chance der Saison und steckt in einer ernsten Krise.

"So hast du natürlich keine Chance in Magdeburg. Wir haben uns den Schneid abkaufen lassen", sagte Schwalb der Hamburger Morgenpost: "Wir haben zu viele Fehler im Spiel gehabt und viel zu viele Chancen vergeben." Die Konsequenzen könnten enorm bitter ausfallen: Platz drei und damit die erneute Teilnahme an der Königsklasse ist in Gefahr.

Rudolph aus Spanien angereist

Das hochbezahlte Team der finanziell angeschlagenen Nordlichter wirkte ungewohnt fahrig, ließ sich vom Lärm der 6832 Zuschauer in Magdeburg leicht aus der Ruhe bringen.

Dies allein auf die Unruhe der vergangenen Tage zu schieben, wäre jedoch zu einfach. Zumal Präsident Andreas Rudolph extra aus Spanien angereist war, um vor dem wichtigen Duell im Dialog mit seinen Profis die zunehmenden Gerüchte über eine angebliche Lizenz-Gefahr für den HSV zu zerstreuen.

"Deswegen bin ich hier. Um der Mannschaft ganz klar zu signalisieren, dass das nicht der Fall sein wird", sagte der 59-Jährige der "Bild": "Wir werden sowohl die Gehälter als auch die Verbindlichkeiten begleichen beziehungsweise erfüllen."

500.000 Euro Bringschuld

Neben den März-Gehältern der Spieler muss der Klub noch 500.000 Euro aufbringen, um die Hallenmiete für die Hamburger 02-World sowie zusätzliche Außenstände bei Lieferanten und Spielerberatern zu begleichen.

Größere Einnahmen winken dem Meister von 2011 dabei nicht mehr. Im DHB-Pokal und in der Champions League hatten die Hanseaten früh die Segel streichen müssen.

Nun folgte der nächste schwere Rückschlag. "Das sind solche Weltklasse-Spieler, sie haben schon so unfassbar gute Spiele gezeigt. Das war aber gar nichts", sagte Holger Liekefett bedient. Er hat Anfang März die schwere Aufgabe des Geschäftsführers bei den Hanseaten übernommen.

Auch kommende Saison Spitzenhandball

Der HSV, der seinen teuren Kader in der kommenden Saison deutlich verschlanken wird, ist weiterhin extrem von seinem Präsidenten abhängig. Seit 2004 hat Rudolph mehr als 20 Millionen Euro in den Klub gepumpt, zuletzt nahmen die Gerüchte zu, der Medizin-Unternehmer verliere langsam aber sicher den Spaß an dem lange erfolgreichen Projekt.

Doch dem widersprach Rudolph am Dienstag: "Der HSV wird auch in der nächsten Saison Spitzenhandball bieten." Ob dies allerdings auch in der Champions League der Fall sein wird, ist höchst ungewiss.

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