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Golf

Phil Mickelson: Der King of Augusta

Von SPOX
Phil Mickelson hat zum dritten Mal in seiner Karriere das Masters in Augusta gewonnen
© Getty

Phil Mickelson ist zum dritten Mal nach 2004 und 2006 Masters-Champion! Der Amerikaner setzte sich in einer an Dramatik nicht zu überbietenden Finalrunde vor dem Engländer Lee Westwood und seinem Landsmann Anthony Kim durch. Tiger Woods landete bei seinem Comeback auf dem geteilten vierten Platz.

Der Finaltag im Augusta National Golf Club hat alles gehalten, was er versprochen hatte. Was die besten Golfer der Welt spielten, war ganz großes Kino. Im Mittelpunkt standen dabei wie nicht anders zu erwarten war vor allem Phil Mickelson und Tiger Woods.

Mickelson begann die Finalrunde auf den ersten Blick relativ unspektakulär mit sieben Pars, ehe er an der 8 sein erstes Birdie des Tages notierte. Dass er so lange warten musste, lag auch an einer unfassbaren Szene, die sich am zweiten Loch abgespielt hatte.

Mickelson zaubert an der 13

Genau in dem Moment, als Mickelson zu seinem Birdie-Putt ausholte, fiel eine Kiefernnadel vom Baum genau in seine Putt-Linie hinein. Der Ball hoppelte über die Kiefernnadel und hatte natürlich keine Chance, ins Loch zu fallen. Man stelle sich vor, Mickelson hätte deswegen am Ende ein Schlag zum Sieg gefehlt.

So sollte es aber nicht kommen. Mickelson spielte absolut fehlerfreies Golf und holte sich mit Birdies an der 12, 13 und 15 den entscheidenden Vorsprung heraus. Wer gedacht hatte, dass Mickelsons Eagle-Traumschlag an der 14 in Runde drei der Schlag des Turniers sein würde, der sah sich getäuscht, als er sah, was Mickelson am Sonntag an der 13 auspackte.

Nach einem schlechten Abschlag lag Mickelson hinter einem Baum in den Pinien. Jeder normale Mensch hätte den Ball jetzt vorgelegt. Nicht so Mickelson. Lefty nagelte den Ball aus der misslichen Lage über das Wasserhindernis eineinhalb Meter an die Fahne. Ein Schlag aus einer anderen Welt.

Mickelson mit stylischem Finish

Den kurzen Eagle-Putt setzte er zwar vorbei, aber das war auch so mit das einzige, was an diesem Tag nicht klappen sollte.

Mickelson leistete sich auch auf den letzten Löchern keinen Fehler und sorgte mit einem Birdie an der 18 sogar noch für ein stylisches Finish. Am Ende stand eine 67 zu Buche, was einen beeindruckenden Siegesscore von 16 unter Par bedeutete. "Dieses Turnier zu gewinnen, ist ein unglaubliches Gefühl. Es war ein besonderer Tag für mich, an den ich für den Rest meines Lebens zurückdenken werde. Es ist sehr emotional für mich", sagte ein bewegter Mickelson, der am 18. Grün von seiner an Brustkrebs erkrankten Frau Amy in Empfang genommen wurde.

Mit drei Schlägen Rückstand belegte Lee Westwood (71) bei 13 unter Par Rang zwei. Der Engländer spielte wahrlich nicht schlecht, aber er wird sich wieder anhören müssen, dass er in der entscheidenden Phase nicht die kritischen Putts locht. Westwood muss weiter auf seinen ersten Major-Sieg warten.

US-Jungstar Anthony Kim katapultierte sich durch eine herausragende 65er-Runde (Birdie, Birdie, Eagle, Birdie von der 13 bis zur 16) noch auf den dritten Rang. Tiger Woods brachte zum Abschluss eine 69 ins Clubhaus und musste sich bei seinem Comeback gemeinsam mit K.J. Choi (KOR/69) bei elf unter Par mit dem geteilten vierten Rang zufrieden geben. Klingt unspektakulär, aber es war alles andere als das.

Woods mit Katastrophen-Schlägen

Woods bot den Fans ein unglaubliches Drama. Schon an der 1 ging es los, als er seinen Abschlag meilenweit nach links aufs neunte Fairway verzog - ein absoluter Katastrophen-Schlag.

Und es wurde erstmal nicht besser. Woods spielte einen schlechten Schlag nach dem anderen. Konsequenterweise setzte es an der 4 und 5 zwei weitere Bogeys, Woods schien ganz früh schon völlig weg vom Fenster.

Doch dann kam eine sensationelle Wende. Zunächst lochte Woods seinen zweiten Schlag an der 7 sensationellerweise zum Eagle, dann legte er mit Birdies an der 8 und 9 nach. Plötzlich war er wieder mittendrin im Geschehen.

Woods einfach nicht gut genug

Auf den zweiten neun Löchern wurde es dann noch wilder. Vor allem die 11. Bahn hatte es in sich. Woods feuerte seinen Tee-Shot in den Wald, traf dann mit voller Wucht einen Baum, nur um dann den dritten Schlag - er war immer noch im Wald - zwei Meter an die Fahne zu knallen. Ein irrer Golfschlag. Bezeichnenderweise verpasste Woods aber seinen Par-Putt.

Es folgte ein Birdie an der 13, dann kam ein mieses Bogey nach einem blamablen Dreiputt an der 14, als er aus Ärger über seinen verpassten Birdie-Versuch aus 30 Zentimetern zu leichtsinnig an die Sache heranging und der Putt auslippte. Woods gab aber nicht auf - er spielte an der 15 sein viertes Eagle der Woche und stellte damit einen Masters-Rekord ein.

Es kam nur alles zu spät. Auch ein toller Abschluss mit einem Birdie an der 18 änderte nichts mehr an der Tatsache, dass Woods einfach nicht gut genug war, um das Turnier zu gewinnen. Nicht gegen einen so grandios aufspielenden Phil Mickelson.

"Je länger die Woche gedauert hat, desto schlechter habe ich den Ball getroffen. Ich wollte das Turnier gewinnen, aber das habe ich nicht geschafft, weil ich zu viele Fehler gemacht habe. Ich werde jetzt ein bisschen Pause machen und dann schauen, wie es weitergeht", sagte Woods.

Tag 3: Der pure Masters-Wahnsinn!

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