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Fussball

Stolz statt Ärger in Berlin nach dem Aus

SID
Hertha-Trainer Lucien Favre ist trotz der Klatsche gegen Piräus mit der Hinrunde zufrieden
© Getty

Nach dem bitteren Aus im UEFA-Cup ließ Dieter Hoeneß mit seiner Bankettrede im Athener Fünf-Sterne-Hotel "Royal Olympic" erst gar keine schlechte Stimmung aufkommen.

"Die Mannschaft hat in diesem Jahr Großartiges geleistet. Wir können stolz sein", sagte der Manager von Hertha BSC Berlin totz der 0:4 (0:0)-Klatsche zum Jahresabschluss beim griechischen Rekordmeister Olympiakos Piräus.

Arne Friedrich vor Vertragsverlängerung

Auch das bewegende Comeback von Lucio nach 15 Monaten Verletzungspause half, den anfänglichen Ärger über das Scheitern in der Gruppenphase zu vergessen und den Blick auf Großtaten im neuen Jahr zu richten.

Darum gab Hoeneß seinen Spielern vor dem Weihnachtsurlaub mit auf dem Weg: "Wir haben die Messlatte sehr hoch gelegt. Diese Herausforderung müssen wir annehmen."

Aber auch der Manager hat seine Hausaufgaben gemacht. Nach Informationen der "B.Z." sollte Kapitän Arne Friedrich noch am Freitag seine Unterschrift unter einen neuen Dreijahresvertrag bis 2012 setzen. Das Gehalt des Nationalverteidigers, der bislang 191 Bundesligaspiele für Hertha absolvierte, soll auf geschätzte vier Millionen Euro pro Jahr aufgestockt werden.

Hertha trauert vergebenen Chancen hinterher

Dass die Krönung einer starken Hinrunde mit der besten Punktausbeute der Vereinsgeschichte (33 Zähler) verpasst wurde, hat sich der Bundesliga-Dritte selbst zuzuschreiben.

Gegen den seit anderthalb Jahren zu Hause ungeschlagenen Double-Gewinner aus Griechenland vergaben die Berliner in der ersten Halbzeit klarste Torchancen und brachen nach dem Seitenwechsel förmlich ein.

"Wenn wir in Führung gehen, verwette ich mein Leben darauf, dass dieses Spiel ganz anders läuft", meinte Verteidiger Josip Simunic, der kurzfristig mit Wadenproblemen ausgefallen war und in der unsicheren Abwehr schmerzlich vermisst wurde.

Pantelic-Zukunft weiter offen

Die größte Chance zur Führung vergab ausgerechnet Marko Pantelic. Der Serbe brachte in der zehnten Minute das Kunststück fertig, den Ball aus fünf Metern nicht im leeren Tor unterzubringen.

Gut möglich, dass sich Pantelic mit dieser Szene für immer verabschiedet, denn seine Zukunft bei Hertha ist offen. Angeblich sollen englische und italienische Klubs an einer Verpflichtung des Stürmers in der Winterpause interessiert sein.

Am Ende wurde Hertha von den Gastgebern vor 33.000 heißblütigen Fans im Karaiskakis-Stadion durch Gegentore von Dudu (54.), Luciano Gelletti (67./Foulelfmeter), Vassilis Torosidis (86. ) und Diogo (88.) fast gedemütigt. Das schmeckte Berlins Trainer Lucien Favre gar nicht: "In der zweiten Halbzeit hatten ein paar Spieler Probleme mit dem Tempo."

Lucios Comeback einziger Lichtblick

Einziger Lichtblick war die lang ersehnte Rückkehr von Lucio. 447 Tage nach seiner schlimmen Knieverletzung im Ligaspiel bei Schalke 04 durfte der Brasilianer vier Minuten lang wieder Fußball-Luft schnuppern. "Diese vier Minuten waren die wichtigsten in meinem Leben. Mein Knie war wie ein verwüstetes Land, das langsam wieder aufgebaut werden musste", sagte ein gerührter Lucio.

Als Symbol für das Ende seiner Leidenszeit ließ sich der 29-Jährige beim Bankett von Kapitän Friedrich seine lange Mähne abschneiden. Die Haare hatte er seit dem 28. September 2007, an dem sich Lucio einen Patellasehneneinriss sowie einen Riss des vorderen Kreuzbandes, des Innenbandes sowie des Innenmeniskus zugezogen hatte, wachsen lassen.

Die Abschlusstabelle von Herthas Gruppe B

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