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Fussball

FC Bayern München - FC Sevilla 2:1 n.V.: Martinez-Wahnsinn! FCB gewinnt zum zweiten Mal den Supercup

Javi Martinez köpfte in der Verlängerung des Supercups zum 2:1 für Bayern gegen Sevilla ein.

Der FC Bayern München hat zum zweiten Mal in seiner Vereinsgeschichte den UEFA Supercup und damit das Quadruple gewonnen (die Highlights im Video). Die Mannschaft von Hansi Flick setzte sich vor knapp 15.500 Zuschauern in der Budapester Ferenc-Puskas-Arena mit 2:1 (1:1) gegen den FC Sevilla durch. Ausgerechnet der vor einem Abgang stehende Routinier Javi Martinez entschied den umkämpften Schlagabtausch in der Verlängerung mit einem Kopfballtor.

"Immer wenn ich im Bayern-Trikot spiele versuche ich, alles zu geben, mit 100 Prozent zu spielen", sagte Martinez nach dem Abpfiff bei Sky. "Das habe ich auch heute gezeigt. Ich will der Mannschaft immer helfen, heute mit einem Tor. Das ist ein Traum!"

Seine Mitspieler feierten ihn. "Dass der Javi ein guter Kopfballspieler ist, weiß man auch international", sagte Kapitän Manuel Neuer augenzwinkernd. Und Angreifer Thomas Müller nannte den 32 Jahre alten Spanier "Mr. Supercup" - in Anlehnung an dessen Treffer gegen den FC Chelsea im Finale 2013.

Es war der wohl letzte Bayern-Einsatz des wechselwilligen Mittelfeldspielers, der aufgrund der sich hinziehenden Verhandlungen mit seinem Ex-Klub Athletic Bilbao überraschend mit nach Budapest gereist war.

Im Gespräch mit dem spanischen Fernsehsender Movistar+ erklärte Martinez im Hinblick auf seine Zukunft: "Ich weiß nicht, was in den nächsten Tagen passieren wird, aber wenn ich mich so verabschiede, ist das natürlich ein Traum."

Sevilla sei "unser stärkster Gegner in den vergangenen Monaten" gewesen. "In manchen Phasen des Spiels waren sie uns sogar überlegen. Sie haben mit Lopetegui einen der besten Trainer der Welt", lobte Martinez seine Landsleute.

Hier gibt es alle Stimmen und Reaktionen zum Supercup im Überblick.

FC Bayern - FC Sevilla: Die Analyse

Flick nahm im Vergleich zur 8:0-Gala gegen Schalke nur eine personelle Veränderung vor: Der wieder genesene Alaba begann anstelle von Boateng in der Innenverteidigung. Bedeutete auch: Der zuletzt angeschlagene Davies saß zunächst auf der Bank, für ihn verteidigte der beim Bundesliga-Start überzeugende Hernandez erneut hinten links.

Der Gegenüber aus Sevilla ging sein erstes Pflichtspiel seit dem 3:2-Sieg im Europa-League-Finale gegen Inter in seiner gewohnten 4-3-3-Formation an. Neu ins Team rückten für die abgewanderten Reguilon (Tottenham) und Banega (Al-Shabab) die beiden Ex-Schalker Escudero und Rakitic.

Ebenjener Rakitic war es auch, der dem Underdog zur frühen Führung verhalf. Nach Flanke von Suso und Kopfballvorlage von de Jong brachte Alaba den Kroaten im Sechzehner zu Fall, den fälligen Elfmeter verwandelte Ocampos sicher ins linke untere Eck (13).

Sevilla erwies sich als der erwartet unangenehme Gegner, der das Spiel der Münchner durch gute Staffelung im Spiel gegen den Ball und mutige Pressingphasen nie zur vollen Entfaltung kommen ließ. Trainer Lopetegui trieb die Seinen aus der Coaching Zone immer wieder lautstark an, rief häufig "falta" (Foul), wenn der Rekordmeister die erste Pressinglinie (de Jong, Ocampos und Suso) überspielte.

Sevilla mit viel Kampf und Disziplin

Auffällig in Durchgang eins: Die auf dem Papier als Außenstürmer aufgebotenen Ocampos und Suso rückten bei Ballbesitz Bayern sehr weit ein, um das Zentrum dicht zu machen. Die Flick-Elf hatte dadurch besonders in der ersten halben Stunde Schwierigkeiten, Tiefe in ihr Spiel zu bekommen. Die Tempovorteile von Gnabry und Sane wurden somit fast neutralisiert. Die wenigen Großchancen, die sich den Bayern boten, nutzten sie zudem nicht.

Erst ein Außenristchipball von Müller in den Sechzehner, den Lewandowski überragend für Goretzka in den Rücken der Sevilla-Abwehr legte, führte zum Erfolg (34.). Sevilla ließ sich von dem Ausgleich jedoch nicht beeindrucken und verdiente sich das Remis zur Pause.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Partie umkämpft, die Bayern erspielten sich aber mehr Tormöglichkeiten. Zwei Treffer bekamen die Münchner auf teilweise umstrittene Art und Weise aberkannt (51., 62.), Sevilla begann zu wanken, fiel aber nicht.

Bayern mit Neuer und Martinez

Am Ende hatte sogar der spieldominante Champions-League-Sieger Glück, sich in die Verlängerung zu retten, als der eingewechselte En-Nesyri nach einem Alaba-Fehler und Konter im Eins-gegen-Eins mit Neuer scheiterte (87.). Der Schlagabtausch ging munter weiter, bis der nach 99 Minuten für Goretzka ins Spiel gekommene Martinez kurz vor der Halbzeit der Verlängerung nach einem abgewehrten Alaba-Schuss per Kopf zuschlug (104.).

Die Bayern brachten den Sieg über die Zeit - und feierten ihren Matchwinner.

FC Bayern München - FC Sevilla: Die Aufstellungen

FC Bayern: Neuer (C) - Pavard, Süle, Alaba (112. Boateng), Hernandez (99. Davies) - Kimmich, Goretzka (99. Martinez) - Gnabry, Müller, Sane (70. Tolisso) - Lewandowski

FC Sevilla: Bounou - Navas (C), Diego Carlos, Kounde, Escudero - Jordan (94. Vazquez), Fernando, Rakitic (56. O. Torres) - Suso (73. Gudelj), De Jong (56. En-Nesyri), Ocampos

FC Bayern München - FC Sevilla: Die Daten des Spiels

Tore: 0:1 Ocampos (13.), 1:1 Goretzka (34.), 2:1 Martinez (104.)

  • Der FC Bayern gewinnt die Trophäe nach 2013 zum zweiten Mal ist nun der 10. Verein, der den europäischen Supercup mehrfach gewonnen hat.
  • Sevilla ist bei der sechsten Teilnahme im UEFA Supercup zum fünften Mal der Verlierer - kein anderes Team hat diesen Wettbewerb so oft verloren.
  • Vor Martinez war es nur einem Mittelfeldspieler gelungen, in zwei verschiedenen Supercups zu treffen, nämlich der verstorbenen Sevilla-Ikone Jose Antonio Reyes (2010 mit Atletico und 2015 mit Sevilla).
  • Für Neuer war es das 120. Spiel in UEFA-Wettbewerben - der Torhüter des FCB war damit der international erfahrenste Spieler auf dem Platz.
  • Sevilla-Rückkehrer Rakitic bestritt sein 150. Pflichtspiel für die Andalusier, das erste seit Mai 2014.

Der Star des Spiels: Manuel Neuer (FC Bayern)

Beim Elfmeter machtlos, nach der Pause gegen de Jong dafür bärenstark im kurzen Eck zur Stelle. Rettete die Bayern kurz vor Schluss im Eins-gegen-eins mit En-Nesyri in die Verlängerung, auch dort der Retter. Mal wieder ein absolutes Weltklasse-Spiel des Nationaltorhüters.

Der Flop des Spiels: Niklas Süle (FC Bayern)

Ließ sich vor dem Elfmeter zum 0:1 von de Jong im Luftduell viel zu leicht abkochen, eine Flanke rutschte ihm anschließend durch die Beine. Auch nach der Pause einen Schritt zu spät bei de Jong und dessen Chance zum 1:2 und in der Verlängerung mit dem nächsten Aussetzer, den er jedoch selbst noch ausbügeln konnte. Dennoch: kein guter Auftritt des Nationalspielers, der nach seiner langen Verletzung körperlich noch nicht auf der Höhe zu sein scheint.

Der Schiedsrichter: Anthony Taylor (England)

Es war zwar kein Muss-Elfmeter für Sevilla in der 13. Minute nach Alabas Foul an Rakitic, weil der Österreicher seinen Gegenspieler nicht aktiv abräumte, die Entscheidung des 41-jährigen Engländers ging aber als vertretbar durch und war somit kein Fall für den Videoassistenten. Taylor legte insgesamt aber keinen souveränen Auftritt hin. Das aberkannte Abseitstor durch Lewandowski in der 51. Minute ging in Ordnung, allerdings nahm der Unparteiische elf Minuten später einen Treffer durch Sane zurück, weil er ein Stürmerfoul von Lewandowski an Escudero gesehen hatte, das keines war. Der VAR intervenierte nicht - Glück für Sevilla.

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