Real Madrid und Kylian Mbappé: Es gibt noch ein großes Problem

Von Falko Blöding
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Kylian Mbappé will gerne zu Olympia, Real Madrid soll wenig begeistert sein. Noch gibt es keine Einigung in dieser Causa.

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Laut übereinstimmenden Medienberichten steht Kylian Mbappé vor einem Transfer von PSG zu Real Madrid. Marca berichtete in den vergangenen Tagen, der ablösefreie Starstürmer habe bereits beim spanischen Rekordmeister unterschrieben. BBC Sport meldete Ähnliches und führte aus, der Deal werde verkündet, sobald es nicht mehr möglich sei, dass beide Klubs in der Champions League aufeinander treffen.

Allerdings soll es laut eines Berichts der As noch ein wichtiges Thema zwischen Mbappé und den Blancos geben, das noch nicht geklärt sei - eine mögliche Teilnahme des Weltmeisters von 2018 an den Olympischen Spielen im Sommer in Paris.

Mbappé, der aus Bondy im Speckgürtel der französischen Hauptstadt stammt, hat in den letzten Monaten keinen Hehl daraus gemacht, dass es sein großer Traum sei, bei den Spielen in seiner Heimat für Frankreich an den Start zu gehen.

Eine Teilnahme des 25-Jährigen ist eine realistische Möglichkeit. So berichtete zum Beispiel L'Équipe Anfang Januar, Mbappé sei neben Antoine Griezmann (Atlético Madrid) und Raphaël Varane (Manchester United) einer von drei Ü23-Spielern, die in den Kader von Trainer Thierry Henry berufen werden sollen. Dazu gibt es sogar Gerüchte, Mbappé sei ein Kandidat für das Tragen der französischen Flagge während der Eröffnungszeremonie.

Real Madrid von Kylian Mbappés Plänen nicht begeistert

Allerdings sei man bei Real von diesen Plänen wenig begeistert - und dies aus mehreren Gründen: Zum Beispiel sind die Olympischen Spiele kein offizieller FIFA-Wettbewerb. Dies bedeutet, dass keine Abstellungspflicht herrscht und dass der Weltverband keine Kompensation zahlt für den Fall, dass sich ein Spieler während des Turniers verletzt. Bei Real hat man damit bereits schlechte Erfahrungen gesammelt, als sich Mittelfeldspieler Dani Ceballos 2021 in Tokio eine schwere Knöchelblessur zuzog und lange ausfiel.

Dazu kommt die Terminproblematik. Mbappé wird als Kapitän der A-Nationalmannschaft vom 14. Juni bis 14. Juli an der Europameisterschaft in Deutschland teilnehmen. Die Olympischen Spiele beginnen nur zehn Tage später und laufen bis zum 9. August. In jene Zeit fällt Real Madrids Vorbereitungstour durch die USA. Mit diesen Tourneen verdienten die Königlichen in den vergangenen beiden Jahren 12 und 15 Millionen Euro. Mbappé soll in diesem Jahr als neues Aushängeschild der Mannschaft unbedingt dabei sein, um noch deutlich höhere Einnahmen zu erzielen.

Mbappé äußerte sich in den vergangenen Monaten mehrfach zu einer möglichen Olympia-Teilnahme. Er zeigte dabei Verständnis dafür, sollte sein Arbeitgeber damit nicht einverstanden sein. Allerdings betonte er auch, er habe bereits 2021 an den Start gehen wollen. Bei GQ Hype sagte er im Januar, Olympia genieße bei allen Sportlern "einen besonderen Stellenwert" und er wolle "alles gewinnen und als wichtiger Spieler in die Geschichte der französischen Mannschaft eingehen".

Zuvor hatte er in der L'Équipe von "einem starken inneren Gefühl", was die Teilnahme angeht, gesprochen: "Als wäre ich dazu bestimmt, an diesem großen Fest in meiner Stadt, in meinem Land hundert Jahre nach dem letzten Wettkampf in Frankreich (Sommerspiele 1924 in Paris, d. Red.) teilzunehmen. Es ist ein Kindheitstraum."

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PSG: Kylian Mbappé in bestechender Form

Mbappé absolvierte seit seinem Debüt für die Équipe tricolore 2017 75 Länderspiele, in denen er 46 Tore erzielte. 2018 wurde er in Russland Weltmeister, 2021 folgte der Gewinn der Nations League. Seit dem vergangenen Jahr ist er Kapitän der Mannschaft von Trainer Didier Deschamps.

Für PSG ist der Angreifer in dieser Saison in bestechender Form: In 31 Partien markierte er 32 Treffer, dazu lieferte er noch 7 Assists.

Am Wochenende steht für PSG das Ligue-1-Heimspiel gegen Stade Rennes auf dem Programm. Mbappés nächster Einsatz für die französische Nationalmannschaft ist für den 23. März im Rahmen eines Freundschaftsspiels gegen EM-Gastgeber Deutschland vorgesehen.

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