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Fussball

"Dann begann ich zu weinen": Warum Angel Di Maria am Morgen des WM-Finals 2014 einen Brief von Real Madrid zerriss

Von SPOX
Angel Di Maria war am Tag des WM-Finales von einer Verletzung geplagt und dann kam auch noch ein Brief von Real Madrid.

Vor dem WM-Finale 2014 plagten Angel Di Maria die Sorgen über seine Verletzung. Und dann kam auch noch ein Brief von seinem Klub hinzu.

Es hätte der größte Tag in seinem Leben werden sollen. WM-Finale, Argentinien gegen Deutschland. Doch statt voller Vorfreude war Angel Di Maria am Morgen jenes 13. Juli 2014 voller Skepsis.

"Es war genau 11 Uhr. Ich saß im Büro des Trainers und sollte gleich eine Spritze in mein Bein bekommen", erinnerte sich Di Maria 2018 in einem Beitrag für The Players' Tribune. Beim 1:0-Sieg im Viertelfinale gegen Belgien hatte sich der Mittelfeldmann einen Muskelbündelriss zugezogen, das Habfinale gegen die Niederlande (4:2 nach Elfmeterschießen) hatte er daher schon verpasst.

Doch im Endspiel wollte Di Maria es unbedingt probieren, hoffte, mit Schmerzmitteln würde er spielen können. "Ich erinnere mich noch, wie ich exakt diese Worte zu den Trainern sagte: Wenn ich damit alles kaputt mache, dann lasst es mich kaputt machen. Es ist mir egal. Ich will einfach nur spielen können."

Dann kam Daniel Martinez, der Mannschaftsarzt, zur Tür rein. Doch statt der Spritze hatte er einen Brief in der Hand. Er war von Real Madrid, dem damaligen Klub des heutigen PSG-Stars. "Martinez sagte: 'Sie schreiben, dass es dein Zustand dir nicht erlaubt, zu spielen. Sie wollen uns zwingen, dich heute nicht spielen zu lassen'."

Angel Di Maria über Brief von Real Madrid: "Ich öffnete ihn nicht einmal"

Di Maria war sofort klar, was dahinter steckt. Um Platz für die Verpflichtung von James Rodriguez zu schaffen, der bei der WM in Brasilien für Kolumbien begeisternde Auftritte gezeigt hatte, wollte Real Di Maria nach vier Jahren verkaufen. "Sie wollten also nicht, dass ihr Verkaufsobjekt beschädigt wird", schreibt der Argentinier. "So einfach war das. Das ist das Business, das viele Menschen beim Fußball oft nicht sehen."

Doch Di Maria wollte das nicht mit sich machen lassen. Wenn er am Abend nicht spielen sollte, würde das nur daran liegen, dass der Trainer und er selbst es für besser halten, einen vollkommen fitten Spieler an seiner Stelle aufzustellen. "Ich sagte Daniel also, er solle mir den Brief geben. Ich öffnete ihn nicht einmal. Ich riss ihn einfach in Stücke und sagte: 'Schmeiß' ihn weg. Derjenige, der hier entscheidet, bin ich'."

Ob er nun aber tatsächlich gegen Deutschland würde auflaufen können, wurde zum Wettlauf gegen die Zeit. "Ich wollte an diesem Tag spielen, selbst wenn es meine Karriere beendet hätte", betont Di Maria.

Doch er stellte den Teamgedanken über alles, sprach noch einmal mit dem damaligen Nationalcoach Alejandro Sabella: "Ich sagte: 'Wenn ich es bin, dann bin ich es. Wenn es ein anderer ist, dann eben er. Ich will einfach nur die WM gewinnen. Wenn du auf mich zählst, werde ich spielen, bis ich zusammenbreche.' Und dann begann ich zu weinen. Ich konnte es nicht zurückhalten. Dieser Moment hatte mich überwältigt."

Angel Di Maria: "Aber dazu kam es nie"

In der Teamsitzung verkündete Sabella schließlich, dass Enzo Perez und nicht Di Maria spielen würde. "Ich war einverstanden mit dieser Entscheidung", sagt Di Maria. Dennoch ließ er sich vor Anpfiff und noch einmal in der Halbzeitpause ein Schmerzmittel spritzen. "Damit ich bereit sein würde, wenn ich von der Bank kommen sollte. Aber dazu kam es nie."

Di Maria saß 120 Minuten lang auf der Bank, Argentinien verlor das Finale von Rio de Janeiro bekanntlich mit 0:1 nach Verlängerung gegen die DFB-Elf. Immerhin: Zu Real musste er nur noch kurz zurück, wechselte gut einen Monat nach dem WM-Endspiel für 75 Millionen Euro zu Manchester United. Dort wurde er zwar nicht glücklich - dafür aber ein Jahr später mit seinem Wechsel nach Paris.

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