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Fussball

Real Madrid - Kommentar zur Pokal-Blamage: Zidanes Zauber ist verflogen - Real braucht einen wie Tuchel

Von Kerry Hau

Real Madrid gelangt mit dem blamablen Pokal-Aus gegen Drittligist Alcoyano an den Tiefpunkt der Ära Zinedine Zidane. Doch nicht erst der historisch schlechte Auftritt in der Provinz von Alicante zeigt, dass der Franzose nicht mehr der richtige Trainer für die Königlichen ist. Ein Kommentar.

Der Pokal hat seine eigenen Gesetze - auch in Spanien. Zwei Wochen nach Atletico Madrids 0:1-Pleite in Cornella muss sich auch Stadtrivale Real frühzeitig gegen einen Drittiligsten aus der Copa del Rey verabschieden. Der Unterschied: Während das Aus der Rojiblancos überraschend kam, war das Debakel der Blancos eines mit Ansage.

Real spielt bis auf ein kleines Zwischenhoch im Dezember eine schwache Saison. Die einzigen Spieler, die auch nur ansatzweise an ihre Normalform gelangen, sind Sergio Ramos und Luka Modric. Beide saßen am Mittwochabend zu Hause in Madrid, als sich ihre Kollegen im 60.000-Einwohner-Städtchen Alcoy bis auf die Knochen blamierten. Von einem Lautsprecher, einem Wachrüttler fehlte jede Spur.

Zinedine Zidane war noch nie der Typ Trainer dafür. Er hatte andere Vorzüge. In erster Linie Helden-Aura, die ihm die seltenen Gabe bescherte, ohne große Worte Großes zu bewirken. Doch der Zidane-Zauber ist mittlerweile verflogen, seine Spieler gehen für ihn nicht mehr durchs Feuer. Anders lässt sich eine Niederlage wie die gegen Alcoyano, bei der Real zum Zeitpunkt des entscheidenden Gegentores sogar einen Mann mehr auf dem Platz hatte, nicht erklären.

Real Madrid: Die nächste Generation muss von der Leine

Die Verantwortlichen der Königlichen um Präsident Florentino Perez müssen handeln - entweder sofort, oder aber spätestens im Sommer. Es geht für Real nicht mehr nur darum, Titel zu gewinnen. Es geht darum, den längst fälligen Umbruch nach den drei Champions-League-Siegen in Folge zu vollziehen.

Die Meisterschaft in der vergangenen Saison war nicht die Meisterschaft der jungen Wilden, sondern der alten Hasen, die sich noch einmal zu Höchstleistungen treiben konnten und dabei von einer Schwächephase der Konkurrenz profitierten. Spieler wie Ramos oder Modric sind Mitte 30 und können die Mannschaft nicht mehr ewig anführen.

Doch Zidane verwaltet anstatt zu entwickeln - obwohl der Klub ihm seit seiner Rückkehr im März 2019 eine Vielzahl von hoch talentierten sowie bereits "fertigen" Spielern für hunderte Millionen zur Verfügung stellte.

Real Madrid: Das Projekt Zidane 2.0 ist gescheitert

Junge Spieler wie Eder Militao, Vinicius Junior oder Luka Jovic bekamen nie die nötige Spielpraxis, andere wie Achraf Hakimi, Sergio Reguilon oder Marcos Llorente wurden trotz bester Voraussetzungen kommentarlos aussortiert. Es ist kein Zufall, dass mit dem vor einem halben Jahr erst nach Madrid zurückgekehrten Martin Ödegaard das nächste Top-Talent vor dem Absprung steht.

Es braucht einen Trainer, der die nächste Generation endlich von der Leine lässt. Der bereit ist, aufzuräumen und Real, auch taktisch, ein neues Gesicht zu verleihen. Einen wie den seit kurzem vereinslosen Thomas Tuchel. Oder Xabi Alonso, aktuell Trainer der zweiten Mannschaft von Real Sociedad, der im Gegensatz zu dem Deutschen die DNA des Vereins in sich trägt.

Klar ist nicht erst seit dem Copa-Desaster in Alcoy: Das Projekt "Zidane 2.0" ist krachend gescheitert. Auch wenn ihm nichts und niemand seine legendären Errungenschaften zwischen 2016 und 2018 nehmen kann.

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