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Toni Kroos mit Real Madrid vor 34. Meisterschaft: Das Weiße Ballett tanzt Standard

SID
Mit einem Sieg gegen Villarreal könnten Toni Kroos und Real Madrid die 34. Meisterschaft eintüten.

Real Madrid steht nach zweijähriger Durststrecke vor dem Gewinn der spanischen Meisterschaft. Die große Party fällt diesmal aber aus.

Für Toni Kroos war der Weg zu seiner erst zweiten spanischen Meisterschaft mit Real Madrid alles andere als leicht. "Difficult One", schrieb der Rio-Weltmeister nach dem hart erkämpften 1:0 bei Espanyol Barcelona Ende Juni im Netz, also etwa: "Schwieriges Ding".

Vier Tage später, nach dem mühsamen 1:0 gegen Getafe, twitterte er abermals: "Difficult One". Und wiederum drei Tage danach, in Bilbao war ein 1:0 geglückt, genau: "Difficult One".

Das Weiße Ballett tanzt Standard. Da passt es ins Bild, dass die große Party nach dem 34. Titel für den Rekordmeister ausfallen soll: Angesichts der wieder steigenden Zahl der Corona-Fälle hat Real eindringlich an seinen Anhang appelliert, auf die üblichen Feierlichkeiten am Cibeles-Brunnen zu verzichten.

Sollten sich die Königlichen nach zwei Jahren Durststrecke wie erwartet am vorletzten Spieltag am Donnerstagabend (21.00 Uhr live auf DAZN) mit einem Sieg gegen Villarreal die Krone zurückholen, müssen Kroos und Co. intern anstoßen.

Real Madrid: Titel ohne Schönheitspreis

"Wir wollen Titel gewinnen, um sie mit unseren Fans feiern zu können", hieß es in einer Erklärung des Klubs, "aber wir sind uns darüber bewusst, dass die Zeiten, in denen wir leben, uns dazu zwingen, die nötigen Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen".

Das Hausblatt Marca prophezeite am Mittwoch "Las fiestas, en casa" auf der Titelseite: Hauspartys. Auch die Liga, der Fußballverband und die Behörden mahnten.

Dabei ist die Sehnsucht nach "Numero 34" groß. "Die Meisterschaft würde uns viel bedeuten", sagte Kapitän Sergio Ramos. Es wäre erst die dritte in den vergangenen zwölf Jahren, vier der jüngsten fünf holte der ewige Rivale FC Barcelona. Kroos, der stolze drei Mal die Champions League mit Real gewann, war nur 2017 spanischer Meister.

Einen Schönheitspreis hat der Rekordchampion aber nicht gewonnen - Stichwort: "Difficult One". Coach Zinedine Zidane betonte: "In dieser Liga muss man es verstehen, zu leiden - und wir haben gelitten. Wir haben durchgehalten. Darauf müssen wir stolz sein."

Die immer mal aufflammende Kritik am großen "Zizou" sei ungerechtfertigt, schrieb Marca. Wer am Denkmal Zidane rüttle, rufe auch "bei funktionierender Waschmaschine den Kundendienst an, weil ihm die Anordnung der Knöpfe nicht gefällt".

Real Madrid mit kalter Effizienz, Barca strauchelt

Der Schlüssel zum Titel war die Konstanz nach der Corona-Pause: Mit neun Siegen in neun Spielen wurde aus den zwei Punkten Rückstand ein Vorsprung von vier Zählern auf Barca, das sich drei Unentschieden erlaubte.

Während Real mit kalter Effizienz durch die Liga rumpelte, verlor sich Barca in unnötigen Dauerdiskussionen um Trainer Quique Setien und die Vertragssituation von Weltstar Lionel Messi.

Dabei lief bei Real längst nicht alles rund. Zidane verzweifelte darüber, Topspieler wie Gareth Bale oder James dauerhaft zu integrieren, auch Zugang Luka Jovic blieb ein Fremdkörper, und der vermeintliche neue Superstar Eden Hazard spielte verletzungsbedingt nur eine Nebenrolle. Kroos dagegen war ein Muster der Konstanz - auch wenn es manchmal "difficult" war.

Primera Division: Die Tabelle vor dem 37. Spieltag

PlatzTeamSp.ToreDiffPkt.
1.Real Madrid3666:224483
2.FC Barcelona3680:364479
3.Atlético Madrid3648:262266
4.FC Sevilla3653:341966
5.FC Villarreal3658:471157
6.Getafe3643:34954
7.Real Sociedad3655:47854
8.Athletic Bilbao3641:32951
9.FC Granada3646:44250
10.FC Valencia3645:52-750
11.CA Osasuna3642:51-948
12.Levante3643:51-843
13.Betis Sevilla3647:56-941
14.Real Valladolid3629:40-1139
15.SD Eibar3636:51-1539
16.Celta de Vigo3635:46-1136
17.Deportivo Alavés3632:53-2136
18.CD Leganés3626:49-2332
19.Mallorca3637:61-2432
20.Espanyol Barcelona3627:57-3024
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