Fussball

FC Barcelona: Messi nach Reals Titelgewinn in Rage - Setien vor Aus?

Nicht zufrieden mit dem Auftreten des FC Barcelona: Lionel Messi.

Lionel Messi hat infolge der 1:2-Pleite des FC Barcelona gegen Aufsteiger CA Osasuna und dem dadurch verlorenen Kampf um den spanischen Meistertitel mit Erzrivale Real Madrid zu einem Rundumschlag gegen den Verein und die Mannschaft ausgeholt.

"Wir haben nicht erwartet, dass es so enden würde, aber das Spiel heute steht sinnbildlich für alles, was diese Saison passiert ist", polterte Messi im Post-Match-Interview bei Movistar+. "Die Mannschaft war das ganze Jahr über unzuverlässig und schwach. Wir haben viele Punkte verloren, die wir nicht hätten verlieren dürfen. Wir waren sehr inkonstant und nicht hungrig genug. Es war nicht unser Jahr."

Der 33 Jahre Argentinier lobte sogar den Erzrivalen aus Madrid. Auf die ein oder andere strittige Schiedsrichterentscheidung zugunsten Reals, über die sich Barca-Präsident Josep Bartomeu zuletzt echauffiert hatte, wollte der sechsmalige Weltfußballer nicht eingehen. "Sie (Real Madrid; Anm. d. Red.) haben ihr Ding durchgezogen, konstant alle Spiele gewonnen - das ist ihr Verdienst. Wir dagegen haben zu viele Punkte liegen gelassen, die wir nicht hätten liegen lassen dürfen. Wir müssen selbstkritisch sein - Verein und Mannschaft. Als FC Barcelona sind wir dazu verpflichtet, jedes Spiel zu gewinnen", sagte Messi.

Der mit 23 Toren nach wie vor beste LaLiga-Torschütze, der auch gegen Osasuna den einzigen Barca-Treffer per Freistoß erzielt hatte, ging sogar noch einen Schritt weiter und warnte vor einem möglichen Aus in der Champions League. Die Katalanen empfangen am 8. August den SSC Neapel zum Rückspiel des Achtelfinals. Das Hinspiel war 1:1 ausgegangen.

FC Barcelona: Lionel Messi zweifelt an Champions-League-Sieg

"Wenn es schon nicht für die Liga reicht, wie soll es dann für die Champions League reichen? Ich habe bereits mehrmals gesagt, dass es schwierig wird, mit diesem Fußball erfolgreich zu sein. Wenn wir jetzt nicht reagieren, werden wir gegen Neapel nicht weiterkommen", erklärte Messi und äußerte Verständnis für den sich in den Sozialen Netzwerken immer deutlicher breit machenden Ärger vonseiten der Barca-Fans: "Wir sind doch genauso verärgert. Die Niederlage in Rom, die Niederlage in Liverpool - natürlich geht ihnen die Geduld aus, das ist normal, denn wir geben ihnen nichts. Wir müssen viel verändern, um wieder erfolgreich zu sein."

Ob zu diesen Veränderungen ein erneuter Trainerwechsel zählt? Der erst im Januar als Nachfolger von Ernesto Valverde verpflichtete Quique Setien steht schon länger zur Diskussion, sein Verhältnis zur Mannschaft soll seit der Clasico-Niederlage gegen Real im März angespannt sein. Obwohl er und auch Klub-Boss Bartomeu zuletzt deutlich gemacht hatten, auch die neue Saison gemeinsam zu planen, äußerte der 61-Jährige nach der Niederlage gegen Osasuna Zweifel hinsichtlich seiner Zukunft. "Ich weiß es nicht, hoffe es aber natürlich", antwortete Setien auf die Frage, ob er sich denn noch im August beim Duell mit Neapel auf der Trainerbank sehe.

Der Radiosender Cadena Cope berichtete zudem in der Nacht von Donnerstag auf Freitag, dass Setien noch nach Beendigung der Liga-Saison seine Koffer packen könnte. "Ich bin der Hauptverantwortliche", zeigte sich Setien selbstkritisch. "Aber ich fühle mich stark und bereit, es mit der Mannschaft besser zu machen." Ein Bekenntnis von Messi blieb aus. Allerdings scheint dieser Tage sogar unklar, ob der Kapitän selbst in Zukunft das Trikot der Blaugrana trägt.

FC Barcelona: Spekulationen um Abschied von Lionel Messi

Zuletzt kamen immer wieder Spekulationen auf, wonach sich Barcas Rekordtorjäger (631 Tore in 728 Spielen) mit einem Abschied beschäftigte. Sein Vertrag läuft bereits im kommenden Jahr aus, die Gespräche über eine Verlängerung stocken - auch, weil sein Verhältnis zur Führungsetage um Bartomeu als stark beschädigt gilt. Nach einem titellosen Jahr, dem ersten seit 2008, und dem bislang gescheiterten Umbruch nach der goldenen Ära um Xavi und Andres Iniesta dürften die Katalanen aus sportlicher Sicht aktuell kaum Argumente haben, um ihren erfolgshungrigen Anführer zum Bleiben zu bewegen.

Abgesehen davon drücken den Klub erhebliche Schulden. Ex-Barca-Präsident Joan Laporta verriet erst kürzlich, dass man derzeit diverse Langzeitkredite von bis zu 800 Millionen Euro bei diversen spanischen Bank beantrage.

La Liga: Ergebnisse am 37. Spieltag

HeimAuswärtsErgebnis
Athletic BilbaoCD Leganes0:2
Betis SevillaDeportivo Alaves1:2
Celta VigoUD Levante2:3
FC BarcelonaCA Osasuna1:2
FC GetafeAtletico Madrid0:2
FC ValenciaEspanyol Barcelona1:0
RCD MallorcaFC Granada1:2
Real MadridFC Villareal2:1
Real SociedadFC Sevilla0:0
SD EibarReal Valladolid3:1

Barca nur auf Platz zwei: Die La-Liga-Tabelle

PlatzTeamSp.ToreDiffPkt.
1.Real Madrid3768:234586
2.FC Barcelona3781:384379
3.Atletico Madrid3750:262469
4.FC Sevilla3753:341967
5.FC Villarreal3759:491057
6.Real Sociedad3755:47855
7.Getafe3743:36754
8.FC Granada3749:45453
9.FC Valencia3746:52-653
10.Athletic Bilbao3741:34751
11.CA Osasuna3744:52-851
12.Levante3746:53-746
13.SD Eibar3739:52-1342
14.Betis Sevilla3748:58-1041
15.Real Valladolid3730:43-1339
16.Deportivo Alaves3734:54-2039
17.Celta de Vigo3737:49-1236
18.CD Leganes3728:49-2135
19.Mallorca3738:64-2632
20.Espanyol Barcelona3727:58-3124
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