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Fussball

Bale-Solo entscheidet Finale

Von Ben Barthmann
Pepe von Real Madrid schaltete sich immer wieder mit in die Offensive ein
© getty

Real Madrid gewinnt die 111. Auflage des Copa-del-Rey-Finales durch Treffer von Angel di Maria (10.) und Gareth Bale (85.). Der FC Barcelona kam nur kurz durch ein Kopfballtor von Innenverteidiger Marc Bartra zurück (68.).

Vor 55.000 Zuschauern im ausverkauften Mestalla ging Real Madrid früh durch Angel di Maria (10.) in Führung. Anschließend hatte die Mannschaft von Carlo Ancelotti mehrere Möglichkeiten, die Führung auszubauen, scheiterte allerdings an der eigenen Chancenverwertung. Barcelona trat offensiv trotz viel Ballbesitz kaum in Erscheinung.

Dem engagierten Marc Bartra gelang schließlich der Ausgleich (68.). Anschließend kam Barca besser ins Spiel, ehe Gareth Bale (85.) mit einem tollen Solo das 1:2 markierte.

Barca verliert damit auch sein drittes Pflichtspiel in Folge - das geschah zuletzt 2003 und endete in der Entlassung von Louis van Gaal.

Die Reaktionen:

Xavi (FC Barcelona): "Jetzt ist nicht die Zeit, um die Schuld bei einzelnen Spielern zu suchen, wir sind alle mitschuldig. Wir haben aufgrund unserer eigenen Fehler verloren."

Bartra (FC Barcelona): "Es sollte einfach nicht sein. Madrid war sehr effektiv, ich kann ihnen nur gratulieren und den Fans für ihre Unterstützung danken."

Gerardo Martino (FC Barcelona): "Das ist offensichtlich keine schöne Zeit für uns. Es war eine extrem harte Woche, aber wir können nichts anderes tun, als uns auf den Rest der Saison zu konzentrieren. Es sieht auch in der Liga nicht gut aus, aber wir kämpfen bis zum letzten Tag."

Carlo Ancelotti (Real Madrid): "Wir haben in der ersten Hälfte ein hohes Pressing gespielt. Die Defensivarbeit danach war hervorragend, wir haben viele Bälle erobert, aber auch hergeschenkt. Wir hätten unsere Angriffe konsequenter beenden müssen."

...über Bales Treffer: "Es war sein wichtigster Treffer, es war der spielentscheidende Moment."

Gareth Bale (Real Madrid): "Ein Traum ist heute wahr geworden. Bartra stieß mich und wollte mich blocken, deshalb musste ich den Weg um ihn herum wählen. Es war genial dieses Tor zu schießen. Ich danke den Fans und hoffe, dass es der erste Titel von vielen sein wird."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Barca muss weiter auf Pique verzichten, aber immerhin meldet sich Bartra beim Aufwärmen fit. Einzige Überraschung: Der zuletzt formschwache Fabregas beginnt erneut für Sanchez. Wie so oft in Topspielen setzt Martino auf ein Vierermittelfeld.

Real hat ebenfalls mit Verletzungen zu kämpfen, Ronaldo ist nicht rechtzeitig fit. Dafür rückt Di Maria im 4-3-3 auf den rechten Flügel, Isco besetzt die Zentrale. Bale beginnt als erster Waliser ein Copa-del-Rey-Finale. Hinten fehlt Marcelo, dafür beginnt Coentrao.

7.: Zum zweiten Mal wird Bale gefährlich. Benzema mit dem Pass auf den Flügelspieler, der Mascherano ganz einfach stehen lässt und den Heber über Pinto versucht. Rechts vorbei.

10., 0:1, Di Maria! Konter Madrid und die Führung. Isco erobert den Ball und spielt schnell zu Benzema. Der sieht Di Maria und einen Stellungsfehler der Innenverteidigung. Alba muss im Sprint die Seite wechseln und kommt zu spät, Pinto ist nicht schnell genug unten.

36.: Wieder ein Konter von Madrid. Bale geht spielerisch an Alves vorbei und passt flach in die Mitte. Dort blockt Busquets den Versuch von Isco.

42.: Unordnung im königlichen Strafraum. Modric kann einen Ball von Fabregas nur zentral vor das Tor klären, von wo Messi einen Schuss knapp rechts neben den Kasten setzt.

45.: Di Maria setzt sich auf der rechten Seite gegen Alba durch und flankt flach nach innen. Im Barca-Strafraum herrscht Verwirrung, Benzema schiebt allerdings vorbei. Busquets nimmt sich danach seine Hintermannschaft zur Brust.

48.: Madrid macht auch nach der Pause weiter. Ballverlust von Fabregas und schneller Konter über Bale, den dieser ein wenig egoistisch selbst abschließt und nur das Außennetz trifft.

54.: Busquets klärt mit dem Kopf zentral vors Tor auf die Brust von Bale. Der lässt einmal abklatschen und jagt den Ball dann knapp über die Latte.

62.: Erste Ecke von Real, die gefährlich wird. Benzema springt höher als alle anderen, köpft aber in die Arme von Pinto. Nur wenige Sekunden später kommt er am Strafraumrand zum Abschluss, aber Bartra hat seinen Oberschenkel noch entscheidend dazwischen.

66.: Benzema enteilt Alves und bringt den Ball aufs kurze Eck. Pinto ist da. Bei der anschließenden Ecke segelt er jedoch vorbei, Bale trifft per Kopf, aber Lahoz entscheidet auf Freistoß.

68., 1:1, Bartra! Jetzt geht es hin und her. Xavi mit der Ecke auf der anderen Seite, Bartra entwischt im Rücken von Pepe und köpft den Ausgleich.

70.: Bale kommt über den linken Halbraum zum Abschluss und schießt Pinto ab. Der kann gar nicht anders, als den Ball zu halten.

80.: Modric geht dynamisch an Busquets vorbei und zieht aus gut 25 Metern zentraler Position ab. Außenpfosten.

85., 1:2, Bale! Weltklasse Antritt von Bale. Der Waliser beginnt in der eigenen Hälfte mit dem Sprint, zieht im Seitenaus am überforderten Bartra vorbei und schiebt am zögerlich herauskommenden Pinto den Ball vorbei.

87.: Benzema spielt Alves mit einem einfachen Übersteiger aus und schließt ab. Der Schuss ist aber zu ungenau und Pinto kann nach vorne abklatschen lassen.

89.: Die Ausgleichchance für Barca! Neymar bekommt ein geniales Zuspiel von Xavi und schießt direkt aus 5 Metern. Der rechte Pfosten verhindert das 2:2.

Fazit: Durchweg verdienter Sieg der Königlichen. Die Mannschaft von Carlo Ancelotti zeigte eine geordnete Defensivarbeit kombiniert mit schnellem Umschaltspiel und hätte auch den einen oder anderen Treffer mehr erzielen können.

Der Star des Spiels: Gareth Bale. Der Waliser zeigte eine richtig starke Leistung. War nahezu überall präsent und mit seinem starken Antritt immer für Gefahr gut. Mascherano und Alves sahen mehrfach nicht gut aus gegen seine schnellen Richtungswechsel. Dazu mit dem entscheidenden Tor zum 2:1 und einem unwiderstehlichen Solo. Ebenfalls stark: Di Maria.

Der Flop des Spiels: Dani Alves. Steht stellvertretend für die schwache Abwehrleistung der Katalanen und litt sichtlich unter taktischen Anweisungen. Sollte zwar nach vorne marschieren und für Breite sorgen, lief dann aber Gefahr, Bale im Rücken frei zu lassen. Offensiv war ihm angewiesen worden zu flanken, kaum einer seiner Bälle fand aber einen Abnehmer. Leistete sich zudem kurz vor Schluss eine klare Tätlichkeit gegen Modric.

Der Schiedsrichter: Mateu Lahoz. Ein Clasico ist nie einfach zu leiten. Lahoz versuchte es auf englische Art und Weise mit viel Dialog und einer großzügigen Linie, die er allerdings immer wieder variierte. So ergab sich kein einheitliches Bild, er leistete sich aber auch keine schwerwiegende Fehlentscheidung.

Das fiel auf:

  • Real versteckte sich bei weitem nicht in der eigenen Hälfte. Ancelotti entschied sich für die Herangehensweise aus dem letzten Clasico mit einer hoch stehenden Mannschaft und frühem Druck auf den Ballführenden. Barcelona zog sich bei gegnerischem Ballbesitz in ein 4-5-1 zusammen, Messi war erneut von Defensivaufgaben befreit.
  • Die Königlichen formierten sich bei Ballbesitz Barca in einem 4-4-1-1 mit sehr eng gestaffelten Viererketten, ein System, gegen das die Katalanen schon gegen Granada arge Probleme hatten. Konnte sich Barcelona aus dem Druck befreien, zog man sich mehr und mehr zurück - ein Hauch von Atletico beim Stadtrivalen.
  • Mit zunehmender Spieldauer kam Barcelona besser in das gewohntes Spiel. Doch Martino hatte seiner Mannschaft erneut die Chancenerarbeitung über Flanken aus dem Halbfeld mitgegeben, die selten bis gar nicht ihr Ziel fanden.
  • Carvajal verteidigte seine Seite gegen Iniesta und Fabregas sehr aggressiv und störte seine Gegenspieler immer gleich bei der Ballannahme. Jedoch war er oft in Unterzahl, weil Di Maria hoch pokerte und auf Konter lauerte, so dass Carvajal dementsprechend oft ausgespielt wurde.
  • Barca kam im Rückwärtsgang nicht an den Ball, das Gegenpressing der Katalanen griff kaum. So ergaben sich immer wieder große Freiräume für Madrid, die diese bei Kontern auch durch den beweglichen Benzema geschickt zu nutzen wussten. Immer wieder ging es so in Gleichzahl-Konter, die die Blaugrana in höchster Not klärte. Eine bessere Chancenverwertung und das Spiel wäre in der ersten Halbzeit bereits entschieden gewesen.
  • Nach dem Ausgleich wirkte Barcelona kurze Zeit deutlich wacher. Der Ballbesitz lief und war auch sichtlich dynamischer als zuvor. So gingen die Zweikämpfe an Barca und auch die Torchancen waren plötzlich da. Doch Madrid überstand die Phase etwas glücklich und konterte geschickt.

FC Barcelona - Real Madrid: Daten & Fakten

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