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Fussball

Delfino Pescara: Als drei heutige Weltstars ein No-Name-Team zum Aufstieg in die Serie A führten

Von Oliver Maywurm
Spielten schon bei Delfino Pescara zusammen: Lorenzo Insigne und Ciro Immobile.

Heute zählen sie auf ihren Positionen zu den Besten in Europa. Zu Beginn ihrer Karriere sorgten Verratti, Insigne und Immobile in Pescara für Furore.

Eigentlich ist Delfino Pescara, der Zweitligist aus der malerisch an der italienischen Adriaküste gelegenen 120.000-Einwohnerstadt, nicht gerade bekannt für großen Fußball. Umso verwunderlicher, dass drei Spieler, die auf ihren Positionen heute zu den Besten in Europa gehören, Pescara in der Saison 2011/12 ganz viel Glanz verliehen - und den Klub in die Serie A führten.

Einer von ihnen war Marco Verratti, damals noch Teenager und eines der größten Mittelfeld-Talente der Welt. Obwohl zu Saisonbeginn erst 18 Jahre alt, mauserte sich der Junge aus Pescara, das Eigengewächs des Klubs, auf das sie alle bis heute so stolz sind, zu einem der wichtigsten Spieler des Teams von Trainerlegende Zdenek Zeman.

Marco Verratti: Der ganze Stolz von Pescara

Der Tscheche, der in den 1990ern die Roma und Lazio trainiert hatte, später auch mal Fenerbahce oder Napoli coachte, sah genau das in Verratti, das der heute 27-Jährige bei Paris Saint-Germain seit Jahren ist: Ein Dirigent im Mittelfeld, ein Sechser mit enormen strategischen Fähigkeiten und einer Spielintelligenz, die ihresgleichen sucht. Einem in Abwehr und Mittelfeld ansonsten mit No-Names besetzten Team verlieh er zündende Ideen, verlieh er Finesse.

Musste sich Verratti seinen Platz zunächst noch erkämpfen, war er ab dem 11. Spieltag, einem 4:1-Erfolg über Ascoli, nicht mehr wegzudenken aus der Mannschaft. Neun Assists sollte der inzwischen 36-malige italienische Nationalspieler liefern, sich in die Notizbücher sämtlicher Top-Klubs hieven und im Sommer 2012 schließlich nach Paris wechseln.

Die, die er mit seinen Zuspielen fütterte, tragen heute auch berühmte Namen: Lorenzo Insigne, der Ur-Neapolitaner, der bei der SSC mit seinen damals erst 20 Jahren aber noch keine Aussicht auf einen Stammplatz hatte, war für jene Saison 2011/12 an Pescara ausgeliehen. Ein Geschäft, das sich für alle Seiten lohnen sollte.

Lorenzo Insigne: Pescara als Sprungbrett zum Durchbruch bei Napoli

Insigne, inzwischen längst Identifikationsfigur bei Napoli, war der überragende Spieler im letztlich so erfolgreichen Team Delfinos. Meist kam er über links - und war von den armen Zweitliga-Verteidigern einfach nicht zu halten. In der heißen Saisonphase gelangen ihm sieben Tore und drei Assists in sechs Partien, sein Anteil an der Zweitliga-Meisterschaft und dem Aufstieg war unermesslich.

Auf 18 Tore und 14 Vorlage kam er insgesamt, damit war er an mehr als einem Drittel aller Treffer Delfinos direkt beteiligt. Kein Wunder, dass er trotz des Aufstiegs nicht in Pescara blieb, sondern Napoli ihn im Sommer 2012 unbedingt zurück haben wollte.

Und dann war da noch der Dritte im Bunde jener, die heute jeder Fußball-Fan kennt und die vor einigen Jahren tatsächlich mal alle gemeinsam für Delfino Pescara spielten: Ciro Immobile. Der Immobile, der sich in dieser Saison zum dritten Mal die Torjägerkrone der Serie A sicherte und mit 36 Treffern den Liga-Rekord einstellte.

Wie Insigne war auch der heutige Lazio-Stürmer für ein Jahr an Pescara verliehen, Immobile seinerzeit von Juventus. Insigne und Verratti fütterten den mittlerweile 39-fachen italienischen Nationalspieler so gut, dass er auf unglaubliche 28 Tore kam, sich zum Top-Torjäger der Serie B 2011/12 krönte.

Ciro Immobile: Einst Aufstiegsgarant bei Pescara

Alleine sieben Doppelpacks gingen auf Immobiles Konto, unter anderem gegen die direkten Konkurrenten Hellas Verona, Sassuolo und Torino. Immobile, damals Anfang 20, fegte wie ein Orkan durch die zweite Liga, musste im Sommer 2012 zunächst zurück zu Juventus und wurde dann für vier Millionen Euro an den FC Genua verkauft.

Ohne Eigengewächs Verratti und die beiden Mega-Leihgaben Immobile und Insigne konnte sich Pescara im Folgejahr nicht in der Serie A halten, hat es auch seitdem nur noch einmal in die Beletage geschafft - und muss aktuell sogar den Absturz in die 3. Liga fürchten.

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